NaNoWriMo / Tag 30 – Das Ende des NaNo´s

Das Ende des NaNo´s – ich habe meine mir gesetzten Ziele erreicht. Und ich bin stolz darauf. Und müde. Heute merke ich die Anstrengung ganz besonders. Oder ist es nur, weil es der letzte Tag war? Ich weiß es nicht.

Aber nun werde ich erstmal Heike und ihre Familie mindestens bis morgen, übermorgen zur Seite schieben (so ganz wird das wohl nichts, sie haben sich eingenistet) und mit leckeren Adventskeksen das Ganze feiern.

53.387 Wörter in 30 Tagen!

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NaNoWriMo / Tag 29 – Noch ne Schippe drauf!

So, nachdem ich gestern die 50.000 geknackt habe, war es heute fast ein komisches Gefühl ein weiteres Mal meine Tageswortanzahl zu schreiben. Ja, es ist ein wenig die Luft raus und das es inzwischen das 5. Wochenende in Folge ist, an dem ich schreibe, tut sein übriges. Ich möchte dann doch auch mal wieder einen Tag nicht schreiben. Aber das Ziel ist nah und ich habe nicht vor jetzt noch aufzugeben.

Heute sind also nochmal 1.690 Wörter dazu gekommen, so dass ich jetzt bei 51.707 bin. Und auch morgen, am letzten NaNo-Tag, werde ich nochmal alles geben.

NaNoWriMo / Tag 28 – SIEG!!!

Vor wenigen Minuten habe ich das 50.000 Wort meines Romans geschrieben – interessanterweise lautet es: verpasst… – ich bin total happy und glücklich!!!!!!!!! Als ich 2011 mein Ziel verfehlt habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich es wirklich schaffen kann. ABER – es ist so!

Das bedeutet nicht, dass ich von meiner Linie abweiche. Auch an den letzten beiden Novembertagen werde ich noch jeweils mindestens 1.667 Wörter schreiben. Ehrensache! Außerdem bin ich gerade so richtig drin in der Geschichte. Bedeutet für mich auch, dass ich in der nächsten Woche daran weiterarbeite. In welchem Umfang weiß ich noch nicht, aber ich werde auf jeden Fall die Begeisterungswelle auf der ich gerade schwimme, noch nutzen.

Mir hat es übrigens unglaublich geholfen, dass ich Familie und Freunde auf meiner Seite wusste und die Unterstützung durch die von Tinka Beere ins Leben gerufene facebook Gruppe hat auch großen Anteil daran. DANKE! Hey, ich komm mir vor, als hätte ich einen Preis gewonnen!

So, nun geh ich in der realen Welt feiern!

Ach ja, Wordcount: 50.017, macht einen Zuwachs von 1.985.

NaNoWriMo / Tag 27 – In Sichtweite!

Unglaublich aber wahr: ich kann das NaNo Ziel, die 50.000 Wörter schon sehen. Ich glaube, ich kann sie sogar riechen!

48.032 ist mein heutiger WordCount. Es sind also nochmal 1.875 Wörter dazu gekommen.

Meine Geschichte ist allerdings noch nicht zu Ende erzählt und wird es wohl bis Sonntag auch nicht sein. Das heißt, ich werde mir für Dezember überlegen wie ich weiter vorgehe. Denn auf jeden Fall will ich das Wort ENDE darunter schreiben können. Allerdings kann ich auch nach den 30 Tagen nicht mit Volldampf weitermachen. Da lauert dann doch mal wieder ein wenig mehr Alltag auf mich. Aber was ich alles schaffen kann, habe ich ja in diesem Monat gesehen und ich bin sicher, dass mich meine Energie und Motivation auch noch viel weiter trägt.

Was mir sehr geholfen hat, ist der Austausch und die Unterstützung in der facebook Gruppe. Hätte ich es ohne geschafft? Keine Ahnung. Auf jeden Fall war es so schöner und auch lustiger! Also, wenn Ihr vielleicht im nächsten Jahr auch mal am NaNoWriMo teilnehmen wollt, dann kann ich persönlich so eine Gruppe nur empfehlen!

NaNoWriMo / Tag 26 – 92,31 %

Keine Sorge, dies wird kein Beitrag über höhere Mathematik. Aber als ich vorhin bei meiner täglichen Eingabe des WordCount auf der offiziellen NaNo-Seite entdeckt habe, dass ich bereits 92,31 % von den 50.000 geschafft habe, da war ich doch stolz auf mich. Und bin es ehrlich gesagt noch.

Rein theoretisch müsste ich also gar keine 1.667 Wörter mehr pro Tag erreichen, um an das 50-er Ziel zu kommen. Aber mein Zweitziel hieß (und heißt) eben auch mindestens 1.667 Wörter pro Tag zu schreiben. Und zwar vom 01. – 30. November – an JEDEM Tag.

Und nun sind es plötzlich nur noch vier Tage und es kommt mir komisch vor, dass diese Zeit dann vorbei ist. Irgendwie kommt dann der Alltag wieder. Nicht, dass es den in diesem Monat nicht gab, aber es war doch anders.

Aber bevor ich hier nun noch wehmütig werde: mein WordCount liegt heute bei 46.157 was einen Zuwachs von 1.741 Wörtern bedeutet.

Und hier noch eine ungeschminkte Leseprobe (Heike hat die verrückte (?) Idee nach Hannover zu fahren, um ihren Sohn nur mal kurz zu sehen, heimlich wohl bemerkt…):

Dieser Morgen schien nicht enden zu wollen. Normalerweise fuhr Jens immer überpünktlich los zur Schule. Aber heute nahm er sich aus ihr unbekannten Gründen mehr Zeit. Ausgerechnet heute, wo sie selber einen Ausflug plante, von dem ihr Mann nichts wissen sollte. Ein Blick auf die Uhr sagte Heike, dass es bereits zehn Minuten über der normalen Zeit war. Fahrig räumte sie den Küchentisch ab, als sie endlich seine Schritte vom Bad, den Flur hinunter bis in die Küche hörte.

„Bis heute Abend, Schatz“, Jens gab seiner Frau einen Kuss auf die Stirn und griff nach seiner Aktentasche, die auf dem Küchentisch lag, „denk dran, dass es heute Abend später wird“, er zog die Stirn in Falten, „ein weiterer Elternabend zum Thema Klassenfahrten. Ich kann das Thema langsam nicht mehr hören.“

Ich auch nicht, dachte Heike und sagte laut: „Vielleicht wird es ja gar nicht so schlimm wie Du denkst. Sicher findet Ihr eine Lösung.“

„Haha“, machte er nur und es klang verdammt unlustig.

Heike zuckte mit den Schultern. Sie konnte die Situation schließlich auch nicht ändern. Und wenn sie ehrlich war, fand sie das Alles auch nicht so dramatisch. Dann würde es eben künftig keine Klassenfahrten mehr geben. Welcher Schüler war da schon wirklich scharf drauf.

Sie selber hatte es immer gehasst. Allein schon die Vorbereitungen. Wenn es darum gegangen war, wer mit wem in einem Zimmer schlafen sollte. Es waren doch immer die gleichen Schüler gewesen, die keiner wollte. Und sie hatte auch immer dazu gehört. Zu den Außenseitern.

Besonders „gut“ war ihr ein Landschulaufenthalt im Gedächtnis geblieben, der damals in die Nähe von Celle geführt hatte. Das Landheim, so nannte man das früher noch, hatte den Charme einer Kaserne gehabt. Nüchtern, kahl, lieblos. Ein Bolzplatz vor der Tür, dessen einstige Rasenfläche sich ängstlich in wenigen Ecken versteckt hielt.

Gleich am Tag ihrer Ankunft hatten die Lehrer mit großartiger Geste eine Schnitzeljagd angekündigt. Stöhnen, seufzen und jammern war die Antwort gewesen. Aber es hatte alles nichts geholfen, Jeder musste bei diesem „Spaß“ dabei sein. Eine Stunde hatte es geheißen, nicht länger. Ungeplant war damals die Ortsunkenntnis der Lehrer gewesen. Auf einer Karte ließ sich so eine Aktion eben leichter planen, als sie dann in der Realität aussieht. Sie hatten sich alle gnadenlos verlaufen.

„Gleich sind wir da. Nicht mehr lange“, hatte es immer wieder geheißen. Waren es letztendlich drei oder vier Stunden gewesen. Heike wusste es nicht mehr. Aber es war furchtbar gewesen und hatte die Klasse mehr entzweit als vereint. Ziel verfehlt!

Letztendlich konnte ihr dieses ganze Gerede über Klassenfahrt ja oder nein doch auch egal sein. Sie selber war Lichtjahre von diesem Thema entfernt, ihr einziger Sohn hatte diese Zeiten auch bereits hinter sich und Jens, ja, für Jens gehörte es eben zum Job. Heike zuckte mit den Schultern und schämte sich im nächsten Moment für ihre Gleichgültigkeit. Sie hatten sich in ihrer Ehe immer für die Sorgen des anderen interessiert.

Aber das tue ich ja auch, rechtfertigte sie ihre Gedanken vor sich selber, nur heute habe ich einfach keinen Kopf dafür.

Sie wischte noch schnell ein paar Krümel vom Tisch und lief dann hinüber ins Schlafzimmer, wo sie die schlabberige Wohlfühlhose gegen eine Jeans tauschte. Brauchte sie etwas zum Umziehen? Ach was! Für einen Tagesausflug doch nicht. Andererseits brauchte es nur zu regnen und schon – nein, sie nahm lieber Wechselkleidung mit. Sie schmiss eine zusätzliche Jeans und einen Pullover in eine Tasche, die sie aus dem Schrank hervor gezerrt hatte.

Kurz darauf verließ sie mit großen Schritten das Haus und wollte gerade ins Auto einsteigen, als eine ihr bekannte Stimme erklang.

„Guten Morgen Heike. Du bist ja früh auf den Beinen.“

Sie biss die Zähne so fest zusammen, dass es wehtat. Nein, stöhnte sie leise, nicht jetzt. Unwillig drehte sie sich um: „Guten Morgen Rosie. Entschuldige bitte, aber ich habe es heute wirklich eilig.“

Die alte Dame sah sie mit ihrem durchdringenden, scheinbar alles wissenden Blick an unter dem sich Heike gerade ein wenig in die Enge gedrängt fühlte. Aber Rosie sagte nur: „Dann wünsche ich Dir eine gute Fahrt, Liebes.“ Damit drehte sie sich um, winkte noch kurz über die Schulter und verschwand wieder in den Tiefen ihres Gartens.

Heike seufzte erleichtert. Sie hatte sich tatsächlich wie eine bei einem Streich ertappte Schülerin gefühlt. Dabei tat sie absolut nichts Unrechtes.

Ich bin erwachsen, sagte sie sich selbst, ich kann tun und lassen was und wann ich es will.

Mit diesen Gedanken schloss sie rasch ihr Auto auf, schaute sich nochmal um, als erwarte sie, dass hinter dem Rhododendrenbusch an der Ecke ein Spitzel hocken würde und stieg dann ins Auto ein.

Ist das wirklich richtig, was ich hier tue? Ein bisschen verrückt kam Heike sich nun schon vor, aber bevor dieses Gefühl die Oberhand gewinnen konnte, ließ sie den Motor an und gleich darauf rollte ihr kleines Auto vom Hof.

NaNoWriMo / Tag 25 – Gefühlskarussell

Kennt Ihr Leute bei denen Ihr das Gefühl habt, dass sie immer das Gleiche erzählen? Alles ist so traurig, so schlimm, so heftig, so irgendwas. Und nun seid ehrlich – gehen Euch diese Leute irgendwann echt auf den Nerv? Anfangs habt Ihr noch Mitgefühl: „Das ist ja furchtbar was Du da durchmachst.“ Aber dann? Dann dreht sich die Welt weiter und mit ihr Euer eigener Alltag und die daraus resultierenden Anforderungen an Euch. Und dann kann man manchmal auch einfach nicht mehr mitfühlen, mitleiden, mitirgendwas.

Wenn ich an so einer Stelle bin, dann habe ich oft ein schlechtes Gewissen. Müsste ich nicht mehr helfen? Noch etwas anderes zur Unterstützung versuchen? Mal lautet die Antwort JA und mal NEIN.

Aber worauf ich an diesem 25. NaNo-Tag eigentlich hinaus will könnt Ihr Euch vielleicht schon denken. Heike und ihre mein-Sohn-ist-ausgezogen-Problematik. Die Ärmste (?) sitzt in einem Gefühlskarussell, das mittlerweile so schnell geworden ist, dass sie es weder selber anhalten noch abspringen kann. Eins kommt zum anderen und schon sitzt Frau mehr oder weniger allein da oder auch inmitten von Menschen, die sie einfach nicht mehr verstehen können oder wollen.

So ungefähr sieht es zur Zeit bei meiner Protagonistin aus. Und ich? Ich schwanke zwischen Mitgefühl und puuuuuuuuuuuuh……..

Allerdings bleibt mir auch nicht allzu viel Zeit, um darüber nachzudenken. Denn nach wie vor gilt das Tagesziel: mindestens 1.667 Wörter schreiben.

Heute sind es 1.727 geworden und somit liegt mein WordCount bei 44.416!

NaNoWriMo / Tag 24 – In love with Rosie

Tja, da habe ich mich wohl ein wenig in Rosie verliebt. Genau, Heikes Nachbarin. Die liebe ältere Dame. Mütterliche Freundin. Nachdem ich mich gestern schon in einer Szene ausführlichst über sie und ihr Leben ausgelassen hatte, habe ich da heute nochmal angesetzt und die Szene ist nun tatsächlich stolze dreieinhalb DIN-A 4 Seiten lang. Eigentlich sollte es ein Kaffeetrinken mit Dialog über die „Benni-ist-ausgezogen-Problematik“ geben. Also eher etwas kürzer…

Auf jeden Fall kenne ich mich nun in der zwischen menschlichen Beziehung Heike-Rosie sehr gut aus. Und wer weiß wofür ich das noch brauche?! Ich könnte ja auch nächstes Jahr während des NaNoWriMo´s einen Roman über Rosies Leben schreiben. Das ist bestimmt total interessant!

So, und nun führe ich meine Gedanken dann doch mal wieder in dieses Jahr und zu diesem Roman zurück. Heike heißt meine Protagonistin nach wie vor und ja, ich habe heute auch noch andere Szenen geschrieben. Insgesamt sind dann nochmal 1.736 Wörter dazu gekommen, so dass mein WordCount nun bei 42.689 steht.

Nach 24 NaNo-Tagen kann ich jedenfalls eins sagen: kein Tag war für mich wie der andere. Jeder hatte bisher seine ganz besonderen Herausforderungen, Geschichten, Schwierigkeiten und vor allem schönen Momente. Trotz all der Anstrengung – und natürlich habe ich zwischendurch auch wie ein Bierkutscher geflucht – möchte ich keinen dieser Tage missen und kann nur Jedem Schreiberling raten es auch einmal mit dieser Art Schreib-Fieber zu versuchen!