NaNoWriMo / Tag 3 – Heike ist nicht zu bremsen!

Nun ist bereits der 3. Tag vorbei und ich habe meine Schreibeinheit für Heute mit insgesamt 5.560 Wörtern beendet. Ich liege also gut im Tagesdurchschnitt und merke wie meine Schreibe von Tag zu Tag mehr Fahrt aufnimmt. Was auch heute definitiv wieder an einer Schreibtour lag. Gemeinsam mit einer anderen Teilnehmerin haben wir uns durch sieben Stationen geschrieben. Zum Ende hin fühlte ich schon eine gewisse Kopfleere. Auf jeden Fall hat es wieder viel Spaß gemacht. Ob meine Figuren den auch haben? Teils, teils. Heike zumindest ist guter Dinge – sie will Benni besuchen, was Mann und Sohn jedoch nicht so ganz nachvollziehen können.

Morgen plane ich mir einen kleinen Vorsprung zu erschreiben, mal schauen wie weit ich dann komme.

Leseprobe (ungeschminkt!):

„Mama Du musst mir die Schuhe nicht extra herbringen. Ich weiß gar nicht, ob ich sie in den nächsten Wochen überhaupt brauche. Und Weihnachten komme ich sowieso nach Hause. Dann kann ich sie selber mitnehmen.“

Die leicht verzögert angezeigten Bewegungen ihres Sohnes lenkte Heike ein wenig ab. Dieses skypen war ja wirklich eine tolle Sache, aber irgendwie auch seltsam. Zumindest bekam sie Benni so auch zu sehen.

„Benni Du weißt ja gar nicht, ob es nicht vor Weihnachten vielleicht schon Schnee gibt. Dann wirst Du Dir in Deinen leichten Tretern echt die Füße abfrieren.“

Er verdrehte die Augen. „Wenn Du unbedingt möchtest, dass ich die Schuhe habe, dann schick sie doch einfach mit der Post. Dafür musst Du doch nicht extra die ganze Strecke bis nach Hannover fahren.“

Jetzt war es an Heike die Augen zu verdrehen. „Du klingst schon wie Dein Vater“, grummelte sie, „der hat genau das Gleiche gesagt.“

„Was nur wieder beweist, dass ich nicht vom Milchmann abstamme“, witzelte Benni an der anderen Seite der Leitung.

„Versteht den keiner von Euch, dass ich einfach mal raus möchte?“

„Doch. Aber warum musst Du ausgerechnet nach Hannover fahren?“

Heike versuchte ihr Gekränktheitsgefühl runter zu schlucken. „Du willst mich wohl nicht sehen.“

„Mama, es ist noch gar nicht so lange her, dass wir uns verabschiedet haben. Die Vorlesungen haben begonnen. Ich muss lernen, mich eingewöhnen. Da werde ich keine Zeit haben, um mit Dir in Hannover Tourist zu spielen.“

„Sehe ich aus, als bräuchte ich einen Animateur? Mir ist klar, dass Du keine Zeit hast. Ich kann mich alleine umschauen. Und für einen gemeinsamen Kaffee zwecks Schuhübergabe wird’s ja wohl reichen.“

Benni seufzte hörbar. „Na klar. Also Du kommst morgen?“

„Genau. Ich werde gemütlich frühstücken und mich dann auf den Weg machen. Und wenn Du morgen keine Zeit hast, ist das nicht schlimm. Ich habe mich für zwei Nächte in einer kleinen Pension einquartiert. Ich werde Hannover ein wenig unsicher machen. Mal schauen, was die Landeshauptstadt so alles zu bieten hat. Ich schick Dir eine Nachricht, wenn ich da bin und Du meldest Dich einfach, wenn Du Zeit hast, ok?!“

„Ok. Dann bis morgen und grüß Papa!“

„Mach ich! Ciao! Ich freu mich auf Dich!“

Den letzten Satz hatte sie ins Nirgendwo gesprochen. Benni hatte die Verbindung bereits beendet. Morgen oder spätestens übermorgen sehe ich ihn ja, dachte sie vergnügt, ein wenig Zeit wird er schon für mich erübrigen können.

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