NaNoWriMo / Tag 20 – Brüllbert der Retter

Da ich seit gestern im Kurzurlaub an der Nordsee bin, hatte ich es mir offen gelassen ob und wie viel ich schreibe. Und siehe da – die Schreib-Lust hat mich gegen Abend eingeholt und so habe ich mein tägliches Ziel problemlos erschrieben und mein WordCount steht jetzt bei 35.606.

Heikes Geschichte, ihre Kindheit, ihr Werdegang treten immer häufiger zu Tage und bei diesem Blick hinter die Kulissen wundert mich jetzt einiges nicht mehr, was vorher noch im Geschichten-Nebel waberte.

Die folgende Leseprobe ist wie immer ungeschminkt – besonders was die Grammatik betrifft…:

„Hast Du auch nichts vergessen?“ Heike hätte sich am liebsten auf die Zunge gebissen. Wie sehr hatte sie es früher gehasst, wenn ihre Mutter diese Frage gestellt hatte. Woher sollte man das schließlich wissen. Die vergessenen Dinge kamen ja grundsätzlich immer erst später aus ihren Ecken hervor.

Wobei der Unterschied zwischen sich selbst und ihrer Mutter der war, dass sie, Heike, sich wirklich dafür interessierte. Ihre Mutter hingegen hatte sich immer nur darum gesorgt, dass es für sie selber Mehrarbeit bedeuten könnte, wenn die schusselige Tochter etwas vergaß. Was häufig vorkam, da sie ständig gezwungen war, zwischen den Wohnungen ihrer Eltern zu pendeln. Häufig konnte sie schon die Nacht zuvor kaum schlafen, aus Angst etwas zu vergessen. Irgendwann kam dann der Moment, wo sie es verschwieg. Was ihr einige Nächte ohne Nachthemd, Zahnbürste oder auch mal ohne ihr Lieblingsstofftier eingebracht hatte.

Brüllbert, ein kleiner schmutzig brauner Löwe, dessen einst so stolze Mähne nach einer Kaugummi Attacke der Schere ihrer Mutter zum Opfer gefallen war, war ihr liebster Freund gewesen. In ihren Tagträumen hatte er sie aus zahlreichen Gefahren gerettet. So wie einmal, als der doofe Sebastian aus der Parallelklasse sie auf dem Heimweg ins Gebüsch geschubst hatte. Als sie mit brennenden Kratzern von vielen kleinen Dornen nach Hause gekommen und sich weinend aufs Bett geworfen hatte, war hinter ihren geschlossenen Lidern die Szene noch einmal aufgelebt. Nur das diesmal Brüllbert die Straße entlang gekommen war. Genau in dem Moment, als Sebastian zu seinem fiesen Schubser angesetzt hatte. Ein Riesensatz und Brüllbert war genau vor dem dicklichen, bebrillten Jungen gelandet und hatte ihn mit einem Happs verschlungen. Solche Träume waren es, die Heike in ihrer Kindheit oft vor Verzweiflung und Einsamkeit retteten.

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