Lese-Zeit: Ein Jahr in Wien

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Wie ich es im letzten Lese-Zeit Beitrag schon angekündigt hatte, war ich in der Zwischenzeit in Wien. Ich habe über die (angeblichen?) Eigenarten der Wiener gelesen, habe gedanklich in Kaffeehäusern gesessen und Wiener Melange mit einer schönen Milchschaumhaube genossen. Das ist doch immer wieder das Wunderbare an Büchern – man kann an jeden Ort dieser (oder einer anderen) Welt reisen, in jede Haut schlüpfen und alles erleben.

Aber von vorn. Vor einigen Jahren lungerte ich in einer Seminarpause im Aufenthaltsraum herum und stöberte in einer Bücherkiste. Und da lachte es mich an: Ein Buch mit dem Titel „Ein Jahr in Rom“. Abends auf meinem Zimmer steckte ich die Nase sofort hinein und es zog mich augenblicklich in seinen Bann. Die Autorin Dela Kienle erzählte – Ihr seid wahrscheinlich schon selbst drauf gekommen – von ihrem Jahr in Rom. Keine staubtrockene Aufzählung von irgendwelchen Restaurants und Sehenswürdigkeiten, nein hier gab es einen Blick in den Alltag einer „Auswanderin“. Mit allen Höhen und Tiefen und natürlich mit ihrer ganz eigenen Meinung. Es war eines dieser Bücher bei denen ich traurig war, als ich die letzte Seite gelesen hatte.

Einige Wochen später stieß ich dann durch Zufall auf die Tatsache, dass der Herder Verlag, in dem o. g. Buch erschienen war, eine ganze Reihe davon herausgebracht hatte bzw. dies immer noch tut. Was passierte dürfte jedem klar sein – ich kaufte und kaufte und kaufte… naja, zumindest immer mal eins nach dem anderen. Und so war ich über die Jahre in Australien, Neuseeland, London, Paris, Island, Irland und in zahlreichen anderen Orten auf dieser Welt. Nicht jedes dieser Bücher hat mich überzeugt. Jede Autorin (es waren bisher immer Frauen…) erzählt nunmal in ihrem ganz eigenen Stil. Mal ist dieser sachlicher, hält sich sehr an Fakten fest und mal eben bunt-schillernd-aufregend. Natürlich auch mal ein Mix aus allem. Ich kann mich an meine Reise nach Barcelona erinnern. Dieses Buch konnte ich ohne großen Kummer einfach in mein Regal zu meiner Sammlung stellen. Wo es natürlich trotz allem bleiben wird!

Und nun war ich tatsächlich in Wien! Die Autorin Tonja Pölitz wurde als Korrespondentin ins ZDF-Studio nach Wien versetzt. Sie machte sich guter Dinge auf den Weg und schlug alle Ratschläge bezüglich: „mach Dich lieber mal schlau über die Österreicher“ in den Wind. Tja und so war sie eben doch überrascht, wie viel Deutsche und Österreicher dann doch trennt. Und das eben Jeder seine ganz eigene Lebensart hat und diese auch vehement verteidigt. Sie schreibt mit lockerer Hand, so dass die zahlreichen Begebenheiten z. B. an der „Würstelbox“ oder wie sie dann doch zum „Lieblingspiefke“ wurde, toll zu lesen sind.

Wer also gerne einen Blick hinter die Kulissen werfe möchte, der kann das hier ungeschminkt tun. Was allerdings ein Österreicher oder gar Wiener dazu sagen würde – das weiß ich nun wirklich nicht…

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Ein Gedanke zu „Lese-Zeit: Ein Jahr in Wien

  1. Pingback: Lese-Zeit: Ein Jahr in Amsterdam | Nicole Vergin - Autorin

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