Lese-Zeit: Die unsichtbare Handschrift

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Mein baldmöglichst-lesen-Regal leert sich im Moment mal etwas zügiger als sonst. Ich nehme mir wieder mehr Lese-Zeit und merke, dass es mir gut tut.

Wir Ihr inzwischen schon wisst, lese ich ja bunt gemischt. Ich lege mich auf keinen Autor, kein Genre fest und komme durch zahlreiche Flohmarkt Besuche auch immer mal an Bücher, die sich nicht auf den Bestsellerlisten tummeln.

Dieses Mal habe ich eine Reise in die Vergangenheit gemacht. Ein historischer Roman hat mein Interesse geweckt. Lena Johannson heißt die Autorin. Ich bin bereits bei zwei Lübeck Besuchen über ein Buch von ihr gestolpert: Das Marzipanmädchen. Beide Male war ich kurz davor, den Roman zu kaufen, aber… habe es dann doch nicht getan. Und das obwohl ich Marzipan liebe! Was ja kein wirklicher Kaufgrund ist. Oder sein sollte…

Nun habe ich vor einigen Monaten Die unsichtbare Handschrift von ihr „erbeutet“. Wie auch Das Marzipanmädchen spielt diese Geschichte in Lübeck. Zumindest der Teil, der in der Vergangenheit erzählt ist. Interessanterweise spielt der Roman auch in der Gegenwart, was mir durchaus gefallen hat.

Es beginnt in Köln bei den Arbeiten am eingestürzten Stadtarchiv. Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an dieses Unglück, das vor einigen Jahren nicht nur dieses Gebäude, sondern tragischer weise Menschenleben gekostet hat.

Die Lübecker Restauratorin Christa unterstützt in ihrer Freizeit die Stadt Köln gemeinsam mit anderen Ehrenamtlich dabei, die verschütteten Unterlagen soweit als möglich zu retten. Und dabei stößt sie auf ein Pergament, in dem es um die Privilegien der Stadt Lübeck geht. Die Teile in der Gegenwart sind aus Christas Perspektive geschrieben.

Was sich im Jahr 1226 zugetragen hat, ist der zweite Handlungsfaden, der sich durch diese Geschichte zieht. Hierbei spielt Esther, eine junge Frau deren Bruder ein Schreiber ist, die Hauptrolle. Wobei die einzelnen Kapitel aus verschiedenen Perspektiven geschrieben sind, so dass man als Leser unterschiedliche Einblicke bekommt – was mir gut gefallen hat!

Ich fand es spannend zu erfahren, wie sich die Geschichte sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart langsam entwickelt. Wobei der historische Anteil deutlich größer ist. Die Autorin hat eindeutig ein Herz für die Liebe, was für mich völlig in Ordnung ist. Die eine und andere Stelle ist dadurch vielleicht sehr „weich gezeichnet“, aber da hat eben Jeder auch seinen eigenen Stil. Und wenn ich die Rezensionen ihrer anderen Bücher lese, spielt die jeweilige Liebesgeschichte wohl immer eine größere Rolle.

Zum Ende hin kam dann jedoch etwas, was ich so noch aus keinem Buch kannte und was mir persönlich nicht besonders gefiel. Wie ich bereits oben erwähnt habe, wechseln mit den Kapiteln auch die Perspektiven. Soweit so gut. Dann jedoch wurde eine Szene aus der Sicht einer Figur beschrieben. Und dann ein weiteres Mal aus der Sicht einer anderen. Und zwar dermaßen ähnlich, dass ich mich erst fragte, ob es eventuell ein Versehen war – was ich mir jedoch kaum vorstellen konnte – und mich dann ganz schlicht langweilte. Natürlich kann es sich hier um einen „Kunstgriff“ der Autorin handeln und sicherlich findet auch diese Erzähl-art Fans – aber ich gehöre nicht dazu.

Insgesamt jedoch mag ich das Buch, die Geschichte und auch weitestgehend den Erzählstil von Lena Johannson. Und wenn ich das nächste Mal nach Lübeck fahre, dann kaufe ich mir genau dort stilecht Das Marzipanmädchen!

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