Schreib-Alltag: Sauer auf Heike!

In den letzten Wochen fanden die Arbeiten an meinem NaNo-Roman Ausgezogen hauptsächlich in meinem Kopf statt. Genauer gesagt hatte ich ein Problem zu lösen:

Wie mache ich weiter? Mache ich überhaupt weiter? Wie motiviere ich mich an dieser Stelle?

Von vorn. Begonnen habe ich meinen Roman im Oktober. Ich habe meine Idee erst gedanklich hin und her gewälzt und dann als groben Handlungsfaden in meinen Laptop geschrieben. Zu dieser Mischung kamen dann noch nötige Recherche Arbeiten und meine Figuren haben das Licht der Welt erblickt.

Pünktlich am 01. November 2014 startete ich mit dem Schreiben. Richtig, es war mal wieder NaNoWriMo-Zeit! 30 Tage lang schrieb und schrieb und schrieb ich und landete bei ca. 55.000 Wörtern. Während dieser Zeit stellte ich irgendwann fest, dass ich die Geschichte zu schnell vorantrieb. Also entschleunigte ich meine Erzählweise und war Ende November wirklich schon zufrieden mit mir. Und mit der Geschichte.

Ende Dezember sollte im günstigsten Fall bereits das Wort ENDE unter der ersten Fassung stehen. Oder Januar. Oder Februar… Und jetzt endet bereits der März, aber nicht meine Geschichte.

Und nun komme ich zu der Überschrift: Ich bin sauer auf Heike – meine Protagonistin.

Das war ich zwischendurch auch schon mal, weil sie sich mutwillig anders entwickelte, als ich es ihr angedichtet hatte, aber zu dem Zeitpunkt war ich noch sicher, dass dies meinem Roman, meinem Handlungsfaden nicht wirklich schaden könnte.

Ich habe mich geirrt. Ich musste einsehen, dass es so nicht funktioniert. Das ursprünglich geplante Ende, die letzte Szene kann es so nicht geben. Anfangs dachte ich noch, ich wollte einfach nur einer neuen Idee hinterher rennen, weil ich mich mit meiner eigentlichen nicht mehr herum plagen wollte. Aber so ist es nicht.

Fakt ist, dass es so wie Heike sich ohne mein Zutun entwickelt hat, einfach die bessere Geschichte ergibt. Ihr ahnt es schon – nun heißt es umplanen, umschreiben, um… Nein, ich werde nicht alles in die Tonne werfen müssen. Vieles wird so bleiben und Verwendung finden, aber ich muss einen Teil meines wunderschön gestrickten Schals aufribbeln, weil das Muster an einer Stelle einfach so nicht stimmt.

Und ich gebe es zu: ein, zwei Wochen lang habe ich überlegt, ob ich

1. alles hinschmeiße

2. einfach weiterschreibe und mein ursprünglich geplantes Ende mit Gewalt durchsetzen

3. mich in meine Schmollecke zurückziehe und einfach gar nicht mehr schreibe.

Punkt 3 habe ich ein paar Tage voll durchgezogen. Aber nun ist mir klar geworden, dass ich dieses Projekt auf keinen Fall aufgeben will. Die Figuren sind mir ans Herz gewachsen, die Geschichte ist mir wichtig.

Also wieder einmal heißt es: Wenn die Fahrt holperig wird, steigt man nicht aus, sondern schnallt sich an!

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4 Gedanken zu „Schreib-Alltag: Sauer auf Heike!

  1. Hey Nicole,

    ohje, das kenne ich. Mir geht es gerade genauso. Meine Frau B. geht gerade auch in eine etwas andere Richtung als geplant. Bzw. hab ich festgestellt, dass ich ihre Emotionen und vor allem ihre Abgründe in meinem Korrekturdurchgang viiiel genauer herausstellen muss… im Moment ist sie ziemlich „schwammig“. Deine Punkte 1-3 hab ich so auch schonmal überlegt 🙂 Aber es nützt ja alles nix… irgendwie wirds schon weiter gehen 😀

    Also, anschnallen, Gas geben, weiter machen!

    lg,
    Sabi

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  2. Hallo Nicole, den Vergleich mit dem Aufribbeln beim Stricken finde ich toll. Meine Tante, die mir vor vielen Jahren Stricken beigebracht hat, führte damals mit mir ein sehr strenges Regiment. Sie hat mich bei jedem noch so kleinen Fehler gezwungen, aufzuribbeln. Mit dem Argument: „Wenn Du hinterher Spaß an Deinem Gestrickten haben willst, dann ribbel die Fehlerstellen auf, sonst wirst Du später immer wieder unweigerlich genau auf die Stellen fixiert starren und Dich ärgern.“ Und sie hatte natürlich Recht!!!
    Und bei Heike wäre es für Dich garantiert später genau das Gleiche. Also, ran an den Speck: Heike wird es Dir danken!

    Gefällt 1 Person

    • Hi Solveigh!

      Eine kluge Frau, Deine Tante! Genau so ist es! Deswegen habe ich ja auch inzwischen alles neu geplant und schreibe nun seit zwei Monaten schon wieder daran. Ob Heike allerdings dankbar ist… mmh, ich weiß nicht… 😉

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