Lese-Zeit: Auf einmal war er nicht mehr da

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Erwähnte ich schon, wie schön es ist, dass ich mir in den letzten Wochen so viel Lese-Zeit nehmen konnte? Daher gibt es jetzt auch schon wieder den nächsten Beitrag über ein Buch, dass ein wenig anders ist, als das was ich als letztes gelesen habe. Während Omas Erdbeer-Paradies ein schönes Zwischendurch-Lese-Erlebnis war, musste ich bei diesem mehr als einmal schlucken.

Was weiß man als Kind eigentlich über seine Eltern? Eine Frage, die pauschal so nicht zu beantworten ist, da die Lebenssituationen zu verschieden sind. Philip Reichardt, der Autor des Buches Auf einmal war er nicht mehr da, muss mit dem plötzlichen Tod seines Vaters fertig werden. Am Vorabend hatten sie noch zusammen gesprochen und nun… nichts.

Oder doch? Philip Reichardt beschließt auf Spurensuche zu gehen. Was ihm als Journalist ja nicht fremd ist. Vom ausräumen der Wohnung über Gespräche mit Freunden des Vaters bis hin zu diversen Anfragen bei Behörden nutzt er jede Chance, um das Lebenspuzzle seines Vaters zusammen zu setzen.

Manches was er heraus bekommt ist skurril, vieles macht nachdenklich. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob der Verstorbene gewollt hätte, das all dieses persönliche Wissen über ihn an die Öffentlichkeit kommt. Vielleicht. Schließlich war er ebenfalls Journalist und liebte es zudem Geschichten zu erzählen, bei denen die eigenen Kinder oftmals nicht wussten, wie viel Wahrheit darin steckte.

Das Lesen dieses Buches war, als würde auch ich in all den persönlichen Dingen des Verstorbenen wühlen, als würde ich die Briefe und Tagebücher mitlesen und Kartons mit unnützem Kram füllen. Es war durchaus interessant mitzuerleben wie man einem gelebten Leben im Nachhinein noch auf die Spur kommen kann. Und letztendlich hat mich all das dann auch zu der Frage geführt: was weiß ICH eigentlich über MEINE Eltern?

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