Lese-Zeit: Die unheimliche Villa

Wer meine Lese-Zeit Beiträge noch nicht kennt, kann hier erfahren warum und wieso ich sie schreibe!

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Wer mich kennt weiß, dass ich eine Leidenschaft für Schneider-Bücher habe. Nach und nach stocke ich meine Sammlung durch etliche Flohmarkt Besuche auf. Vor einigen Wochen bin ich mal wieder fündig geworden. Romantik-Thriller!

Ein Sammelband – ich bevorzuge Einzelbände, aber Ausnahmen bestätigen ja die Regel – mit den Geschichten Die unheimliche Villa von Miriam Lynch und Mit dem Mut der Liebe von Carole Standish.

Ganz nebenbei bemerkt, mochte ich die von Ursula Isbel geschriebenen Romantik-Thriller immer am liebsten. Vor allem Ein Schloss im Nebel. Etliche Male gelesen und immer wieder aufs Neue geliebt!

Und nun machte ich mich also mit Amanda auf den Weg nach Lake Falls, um das Erbe ihrer Großmutter anzutreten. Die alte Dame lebte in einer Villa, die sie mehr als die meisten ihrer Mitmenschen geliebt hat und die natürlich auch etliche Geheimnisse verborgen hält.

Es gibt drei weitere Erbberechtigte, wobei eine seit Jahren verschollen ist. Der Tag der Testamentseröffnung rückt näher und wie sich nun jeder denken kann, geht es in der Villa drunter und drüber.

Wie schon der Romantik-Thriller Nacht über Uhlenau hat auch diese Geschichte mich nicht überzeugt. Die Spannungsmomente waren an den Haaren herbei gezogen, die Figuren zu blass und wenig überzeugend, um mich zu begeistern.

Aber der Sammelband enthält ja eine weitere Geschichte und die werde ich in den nächsten Wochen auf jeden Fall auch noch lesen. Vielleicht erwartet mich dort eine positive Überraschung.

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Geschichten-Zeit: Take it easy

Take it easy

von Nicole Vergin

Jahrein, jahraus kamen sie. Und noch wichtiger – sie blieben. Die Touristen in Bettyhill.

Lese-TeddyGemütlich fuhren sie in ihren Autos die Straßen, die sich zwischen den grünen Hügeln der schottischen Highlands hindurch schlängelten, entlang. Vorbei an dem Ortseingangsschild, an den ersten kleinen Häusern, die vereinzelt rechts und links der Straße in ihrem steingrauen Gewand geduldig standen.

Niemand erwartete etwas Großes in einem kleinen Ort namens Bettyhill. Und so fuhren sie weiter, während ihre Gedanken bereits einen Sprung auf der Landkarte machten. Einen Sprung, so groß, dass der Name Bettyhill im vorbeisausen nicht einmal mehr zu erkennen war.

Dem Einen oder Anderen fiel dann doch noch der kleine Friedhof auf und bereits kurz danach das Schild Richtung Farr Beach.

„Oh, ein Strand…“, mochte der Eine oder auch der Andere denken.

Ein kurzer Blick im vorbeifahren, ein rasches: „Ach wie schön!“. Denn schön ist der Strand in Bettyhill allemal. Feiner, weißer Sand, ganz ohne diese glibberigen, braunen Algententakel.

Aber zurück zu dem Einen oder Anderen, dem dieses Juwel ins Auge fiel. Der Moment war rasch verflogen. Verhallt wie ein Echo in weiter Bergwelt. Schon ging die Fahrt weiter. Weiter bis zu dem Moment, der alles veränderte und der Bettyhill in einem anderen Licht erstrahlen ließ. Dem Moment, in dem der Blick wie von einem Magneten angezogen, erst zu dem Schild auf dem B & B stand wanderte und einen Sekundenbruchteil später auf ein darunter stehendes Bild fiel.

Alle, die sich im Nachhinein über diesen Moment unterhielten, berichteten das Gleiche. Das man beim ersten Blick dachte, dass unter dem Schild ein Bild hing. Ein Bild, auf dem eine weiß lackierte Bank zu sehen war, auf der ein Mann saß und neben ihm eine Katze. Diese Katze hatte alles und jeden im Blick. Sobald jemand angefahren kam, sah sie den Reisenden direkt ins Herz und tief hinein in ihre Seelen.

Genau in diesem Moment begriffen alle, dass es kein Bild sondern Realität war. Der Eine oder Andere und alle restlichen Reisenden hielten an. Sie begannen eine Unterhaltung mit dem Mann, während Betty die liebevollen Streicheleinheiten genoss.

Der Eine blieb zwei Tage, der Andere auch mal drei. Und alle anderen Reisenden sogar eine Woche und länger.

Ja, genauso war das. Damals in Bettyhill. Mit Betty und den Reisenden.

Heute sitzt der Mann allein auf seiner Bank.

„Betty ist tot“, erzählt er den wenigen, die vorbei kommen. Und fügt mit dem Kopf nickend hinzu: „Take it easy…“

Lese-Zeit: Zimtsterne mit Zuckerkuss

Wer meine Lese-Zeit Beiträge noch nicht kennt, kann hier erfahren warum und wieso ich sie schreibe!

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Kürzlich bekam ich ein Buch geschenkt. Allein das ist ja schon eine tolle Sache. Aber wenn ich dann beim Lesen des Klappentextes noch feststelle, dass es mit großer Wahrscheinlichkeit ein reinlesen-und-wohlfühlen-Buch sein wird, dann geht meine Begeisterung doch glatt mit mir durch. So einfach kann das Leben manchmal sein!

Wie der Titel Zimtsterne mit Zuckerkuss schon vermuten lässt, handelt es sich um eine Herz-Geschichte, die in der Weihnachtszeit spielt. Normalerweise lasse ich – außer beim Schreiben – außerhalb der Advents- und Weihnachtszeit nichts Weihnachtliches an mich heran. Aber diesmal habe ich eine Ausnahme gemacht.

Keelie ist mir mit ihrem Chaos Leben sofort ans Leser-Herz gewachsen – zumal sie auch noch in einem Buchladen arbeitet. Ihr Leben ist nicht so geworden, wie sie es sich vorgestellt hat. Ein Zustand, den wohl viele kennen und sich daher sicherlich einfühlen können. Und dann steht auch noch Weihnachten vor der Tür. Und sie hat so überhaupt keine Lust darauf. Aber wie es ja oftmals ist, man hat auf etwas keinen Bock und dann kommen die größten Überraschungen auf einen zu.

Die Autorin Becky Cochrane lässt ihre Protagonistin Gefühls-Loopings drehen, die – zumindest als Leser – echt Spaß machen. Eine wunderbare Portion Kitsch ist natürlich dabei und die eine und andere Wendung in der Geschichte ist weithin sichtbar. Also kein großes grübeln, sondern einfach reinlesen und wohlfühlen. Genau das was ich mir von diesem Buch gewünscht hatte!

Schreib-Alltag: Schreib-Woche – Letzter Tag

Bad Münstereifel hieß heute mein letztes Ausflugsziel in dieser Schreib-Woche. Ein wunderschönes historisches Städtchen, gerade einmal 12 Kilometer von Billig entfernt. Im Sommer also vielleicht auch mal als Ziel für eine Radtour geeignet. Sofern Heike denn eine begeisterte Radlerin ist?!

Bad Münstereifel - ein charmantes Städtchen

Bad Münstereifel – ein charmantes Städtchen

Meine Vermieterin war heute so lieb, mir die Stadt zu zeigen und natürlich ganz nebenbei auch den einen und anderen Geheimtipp. Ich sage nur: Schoko-Outlet.

Aber wie so oft schweife ich ab.

Meine Geschichte ist nun um einen Wendepunkt in Heikes Leben reicher. Eine Idee, die mich einerseits total begeistert und andererseits in Panik versetzt hat. Wie schreibe ich das? An welcher Stelle? Hilfe, ich brauche eine weitere Figur. Durchatmen soll helfen. Und sacken lassen, drüber nachdenken. Aber vielleicht kennt Ihr solche Schreib-Momente ja auch.

Ein Teil der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer von Bad Münstereifel

Ein Teil der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer von Bad Münstereifel

Insgesamt bin ich mit den Ergebnissen dieser Schreib- und Recherchewoche sehr zufrieden. Ich habe eine Heimat für Heike und ihre Familie gefunden, habe einen Teil der Geschichte bereits um- und / oder neu geplant, an den Figuren weiter gebastelt und gefeilt. Kurz: ich mache Fortschritte und werde so nach und nach an mein Schreib-Ziel gelangen.

Morgen nach dem Frühstück geht es dann erstmal wieder nach Hause, zurück an den heimischen Schreibtisch, den ich inzwischen durchaus vermisse. Ja, ich gebs zu – auf Dauer gesehen brauche ich mein gewohntes Schreib-Umfeld.

Am Montag beginnt dann wieder der ganz normale (Schreib-) Alltag und ich werde sicherlich das eine und andere Mal Heikes und mein kleines Dörfchen Billig vermissen. Wie gut, dass ich in der Geschichte weiter hierher reisen kann!

Schreib-Alltag: Schreib-Woche – Ein-Satz-Wunder

Der Marktplatz in Euskirchen

Der Marktplatz in Euskirchen

Der erste Schritt bei der Schneeflöckchen Methode lautet:

Fasse deine Geschichte in einem Satz zusammen.

Das habe ich getan und es war… aber ich will nicht vorgreifen:

Nachdem Heikes Sohn Benjamin zum Studium nach Hannover gezogen ist, stellt die verheiratete Mutter rasch fest, dass sie mit der ungewohnten Lebenssituation schlechter klarkommt als sie es sich vorgestellt hatte.

… schwierig. Genau. Das Ergebnis ist, ich würde mal sagen… vorläufig. Da geht noch mehr!

Ein Stück Euskirchener Innenstadt

Ein Stück Euskirchener Innenstadt

Aber egal. Dieser Schritt ist getan, die anderen werden folgen und während ich mir meine Geschichte so nach und nach wieder und noch einmal erarbeite, kommt sicherlich auch noch ein wenig mehr Schwung in DEN einen Satz.

Womit habe ich mich heute sonst noch beschäftigt? Ich bin durch Euskirchen gestromert und habe mit meiner Kamera Erinnerungen eingefangen.

Ein herbstlicher Kirchen-Blick

Ein herbstlicher Kirchen-Blick in Euskirchen

Auch wenn Heikes Familie dort nun nicht leben wird, ist es von Billig aus eben doch die nächste größere Stadt – gerade einmal drei Kilometer entfernt. Und somit spielt sich ein Teil ihres Lebens eben auch dort ab.

Außerdem drehe ich täglich weitere Spazierrunden durch Billig, damit mir dieser kleine Ort nach und nach so vertraut wird, dass ich sozusagen im Blindflug hindurch marschieren könnte. Wobei morgen bereits mein letzter Tag in der Eifel anbricht und das Schreib-Abenteuer so langsam dem Ende entgegen geht.

Und damit ich mit so vielen Ergebnissen wie möglich nach Hause fahre, mache ich mich jetzt gleich an Schritt drei der Schneeflöckchen Methode. Schritt zwei (die Geschichte in fünf Sätzen) habe ich mir ebenfalls bereits erarbeitet. Und auch da habe ich den Stein der Weisen noch nicht gefunden…

Schreib-Alltag: Schreib-Woche – Augenkontakt Experiment in Köln

Mittwochabend habe ich spontan beschlossen, meine Pläne für den Donnerstag zu ändern. Aber dazu gleich mehr.

Der Donnerstagvormittag stand ganz im Zeichen meines Romans. Bevor ich im vergangenen Jahr begonnen hatte, die Geschichte während des NaNos zu schreiben, hatte ich mir bereits etliche

Hier gehts nach Billig

Hier gehts nach Billig

Notizen, Pläne, Figurenbeschreibungen usw. gemacht. Vor meiner Abreise habe ich das Ganze dann ausgedruckt und säuberlich in meinen Ordner geheftet. Nachdem ich das bisher Geschriebene ja nun schon durchgelesen und durchdacht hatte, habe ich mir nun alles andere noch zu Gemüte geführt und bin nun auf dem aktuellsten Stand der Dinge.

Es folgte eine genauere Recherche über Billig inklusive des Ausformulierens meiner bisherigen Notizen zu diesem Ort. Dank meiner Vermieterin habe ich bereits einen stolzen Fundus!

Der nächste Schritt wäre nun wie angekündigt, die erneute / weitere Planung durch die Schneeflöckchen Methode. Aber – ich erwähnte es bereits – für den Donnerstag hatte ich mir anderes vorgenommen.

Gestern fand weltweit in zahlreichen Städten das Augenkontakt-Experiment statt. Auch meine

Augen-Blicke in Köln

Augen-Blicke in Köln

Vermieterin hat eine facebook Gruppe (den Augenblick teilen) ins Leben gerufen und so war ich ab gestern Mittag mit den Vorbereitungen wie Plakate laminieren und einiges mehr beschäftigt. Von 17.00 bis 19.00 haben wir uns dann mit zahlreichen Menschen auf der Domplatte getroffen und dort den Passanten Augen-Blicke mit Fremden angeboten.

Eine Einladung für ein besonderes Erlebnis

Eine Einladung für ein besonderes Erlebnis

Ich war erstaunt, wie viele Menschen kamen, obwohl der Kölner Himmel mit grauen Wolken aufwartete, aus denen mal mehr mal weniger Regen fiel und außerdem ein fieser Wind dafür sorgte, dass den meisten wirklich richtig kalt war. Glücklicherweise hatte mir meine Vermieterin eine wollene Hose geliehen und ich konnte da völlig warm und entspannt stehen.

RTL war unter anderem auch anwesend und ich habe mich der jungen Reporterin für einige Fragen zur Verfügung gestellt. Erkennen wird mich da wohl  Niemand, weil ich mit meiner Wollmütze aussah wie ein Wichtelmännchen…

Viel wichtiger: es war eine tolle Aktion, die erstaunliche Begegnungen zwischen eben noch

Und über allem ragt der Dom auf

Und über allem ragt der Dom auf

Fremden gebracht hat. Ich habe tolle Leute kennen gelernt, mich unterhalten ausgetauscht. Bunte Nationalitäten, alle Altersklassen. In Hannover fand das Ganze übrigens auch statt und da Wiederholungen geplant sind, werde ich sicherlich wieder einmal den Augen-Blick nutzen.

Ach ja, ich glaube ich habe Heike irgendwo in all dem Gewühl gesehen …

Schreib-Alltag: Schreib-Woche – Wo beginnt die Eifel?

Wieder ein Stück schlauer. Laut „mündlicher Überlieferung“ gehört Euskirchen noch gar nicht

Ein Teil von Billig von oben betrachtet

Ein Teil von Billig von oben betrachtet

zur Eifel. Oder vielmehr, die Euskirchener sehen sich lieber als zugehörig zu Köln oder Bonn. Die Großstadt ruft! Somit soll das kleine Dorf Billig der erste Ort in der Eifel sein. Dafür spricht auf jeden Fall, dass es hier deutlich hügeliger ist, als noch zwei Kilometer davor, sprich in Euskirchen.

Deckenmalerei in der Marien Kapelle

Deckenmalerei in der Marien Kapelle

Sei es wie es will: ein Teil meiner Geschichte wird in Billig angesiedelt. Was durchaus einige Veränderungen in der Story nach sich ziehen wird. Aber das war mir ja bereits bewusst.

Bei trüb-nieseligem Wetter war ich heute mit der Kamera bewaffnet in Billig unterwegs. Wie in anderen Ortschaften auch, gibt es hier einen alten Kern, der nach und nach erweitert wurde. Bis hin zu Neubaugebieten, die inzwischen auch schon einige Nutzflächen geschluckt haben.

Historisches lauert hier auch an einigen Ecken, so dass man bei genauerem Hinsehen oder

Die Kirche in der Ortsmitte

Die Kirche in der Ortsmitte

späterem Hinlesen durchaus auf interessante Fakten stößt. Das eine und andere wird sicherlich auch in meiner Geschichte einen Nebenplatz finden.

Neben der Ortsbesichtigung habe ich auch die restlichen 125 Seiten durchgeackert, so dass ich mich morgen auf den nächsten Punkt auf meiner To-Do-Liste stürzen kann: die

Sommer-Spuren

Sommer-Spuren

Schneeflöckchen Methode.

Für Heute ist mein Hirn auf jeden Fall ziemlich leer und daher werde ich ihm auch einen frühen Feierabend gönnen!