Geschichten-Zeit: Die Nacht

Die Nacht

von Nicole Vergin

 

Schwärze über WäldernLese-Teddy
sickert durch Laub
sinkt schwer zu Boden.

Einsame Schritte
Widerhall im Innersten
Furcht erwacht.

Wisperndes Raunen entrindeter Bäume
zitternd in der Dunkelheit
sich verbergend, wartend.

Das Knacken gestürzter Zweige
Rufe der am Boden liegenden
kurzes Erheben ohne Kraft.

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Lese-Zeit: Mit dem Mut der Liebe

Wer meine Lese-Zeit Beiträge noch nicht kennt, kann hier erfahren warum und wieso ich sie schreibe!

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Im vergangenen Monat habe ich die erste Geschichte aus einem Schneider-Buch Sammelband gelesen. Die unheimliche Villa von Miriam Lynch. Wirklich begeistert war ich damals nicht…

Nun habe ich auch die zweite Geschichte gelesen: Mit dem Mut der Liebe von Carole Standish. Da es sich bei beiden um Romantik-Thriller handelt, geht es natürlich auch hier um die Liebe. Und um einen Mord.

Marcie Williams ist entsetzt als ihre Mutter ihr verkündet, dass sie Weihnachten am Cape Cod verbringen wollen. Ihre Großmutter hat sich ein Bein gebrochen und soll das Fest nicht allein verbringen. Keine Frage, Marcie liebt ihre Großmutter und möchte ihr durchaus helfen, aber was wird aus ihren Plänen für die Ferientage? Da ist zum einen der Weihnachtsball und dann eben auch dieser verdammt gut aussehende Brad Evans.

Letztendlich fährt sie natürlich doch mit. Und bei all dem was dort an Spannung, Geheimnissen und wildem Herzklopfen auf sie wartet, gefällt ihr dieser Aufenthalt mehr und mehr.

Im Gegensatz zur ersten Geschichte ist diese hier spannend erzählt, mit Figuren die lebendig und gut beschrieben sind und auch dementsprechend agieren.

Ein weiteres Mal wurde meine Liebe zu den Schneider-Büchern nicht enttäuscht! Inzwischen habe ich übrigens die ersten 19 Bände von Hanni und Nanni vollzählig – mal schauen wann ich mich da mal wieder dran vergreife!

 

Lese-Zeit: Es ist nie zu spät für alles

Wer meine Lese-Zeit Beiträge noch nicht kennt, kann hier erfahren warum und wieso ich sie schreibe!

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Schweden. Drei Frauen unterschiedlichen Alters und Lebensumständen. Eine kleine Vorort Siedlung. Und dann zieht eine Fremde in die Nachbarschaft, die von einem Geheimnis umgeben scheint.

Klingt spannend! Und so stürzte ich mich mitten hinein in Es ist nie zu spät für alles von Kajsa Ingemarsson. Seite um Seite las ich, bis… ja, bis ich feststellte, dass mein Interesse merklich erlahmte. Ich überlegte ernsthaft, ob ich die Geschichte überhaupt weiterlesen sollte. Wer mich kennt, weiß dass ich nur selten ein Buch wirklich zur Seite lege. Habe ich in diesem Fall auch nicht getan und letztendlich nahm die Geschichte dann auch wieder Fahrt auf.

Insgesamt hat mir also durchaus Spaß gemacht Nina, Ellinor und Miriam eine Weile durch ihr Leben zu begleiten. Aber mir ist jetzt schon klar, dass dies für mich nur eine Zwischendurch-Geschichte war, die schon in Kürze aus meiner Erinnerung verschwinden wird.

Aber da die Geschmäcker ja glücklicherweise verschieden sind, finde ich bestimmt noch Jemanden, der es gerne lesen möchte und ihm dann ein Zuhause gibt!

Schreib-Alltag: Es weihnachtet!

Die Supermärkte bieten den ganzen Weihnachtssüßkram ja bereits seit September an. Ich für meinen Teil kaufe so etwas grundsätzlich erst zum 1. Advent. Vorher kommt mir nichts weihnachtliches ins Haus oder in den Magen. Ich liebe es einfach, wenn über die Adventszeit so langsam die Weihnachtsstimmung wächst. Dazu sei gesagt: ich bin der größte Fan den Weihnachten jemals hatte!

Aber in diesem Jahr laufen meine Gedanken-Uhren ein wenig anders. Weihnachten werde ich tatsächlich mal „außerhäusig“ verbringen, was für mich eine gewisse Planung beinhaltet. Rechtzeitige Planung. Und so kam es automatisch, dass dieses Thema in der letzten Zeit für mich schon sehr präsent war.

Und falls Ihr Euch jetzt schon gefragt habt, was zum Teufel all das mit meinem schreiben und lesen zu tun hat – schließlich geht es auf diesem Blog darum – komme ich doch endlich mal zum Punkt!

Ich habe spontan beschlossen, mal wieder eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben. All der Schnee, die Weihnachtsbäume, Wichtel, der Weihnachtsmann und was alles noch zu einer idyllischen Wohlfühl-Weihnachtsgeschichte gehört, will einfach erhört und geschrieben werden! Vielleicht auch als kleines Gegenstück zu dem Schreibkick Thema in diesem Monat: Verliebt, verlobt, ermordet.

Und nach all den Wochen in denen ich die meiste Zeit mit überarbeiten, recherchieren, planen verbracht habe, will ich SCHREIBEN!!!

Und was ist mit Heike und der Märchenadaption?

Heike wird im Moment zum einen gedanklich kompostiert (ich verdaue immer noch den unerwartet aufgetauchten Wendepunkt in der Geschichte), und zum anderen rücke ich ihr ganz nebenbei wie geplant mit der Schneeflöckchen-Methode auf die Pelle.

Die Märchenadaption hat eine erste grobe Überarbeitung hinter sich und befindet sich nun in den besten Testleser-Händen. Natürlich bin ich da auf eine erste Meinung sehr gespannt!

So, nun aber ab ins Weihnachtsland!!

Lese-Zeit: Ein Jahr in Amsterdam

Wer meine Lese-Zeit Beiträge noch nicht kennt, kann hier erfahren warum und wieso ich sie schreibe!

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Vor einigen Wochen saß ich glücklich in Amsterdam in einem Café, aß einen genial leckeren Kuchen und dachte: Warum hast Du eigentlich das Buch Ein Jahr in Amsterdam noch nicht gelesen? So vor der Reise wäre das doch nett gewesen!

Die Lösung fand ich zuhause in meinem Bücherregal. An die 20 Bände aus der Reihe Ein Jahr in befanden sich bereits in meinem Regal. … in Amsterdam jedoch nicht. Das schrie nach einer Bestellung. Kurz darauf hielt ich es bereits glücklich in Händen und nach wenigen Tagen war es auch schon gelesen.

Bettina Baltschev – die Autorin und Amsterdamerin auf Zeit – hatte sich nach einer Mann-und-Job-weg-Pechsträhne kurzerhand entschlossen ins Heimatland ihres früheren Lieblingssängers Hermann van Veen umzusiedeln. Schon bald darauf kurvt sie auf einem himmelblauen Fahrrad im orangefarbenen Regenzeug durch die Grachtenstadt und lernt Amsterdam nicht nur kennen sondern nach und nach auch lieben.

Und ich liebe es mit dieser Bücher-Reihe durch die Welt zu reisen. Erst im Januar war ich ja in Wien und nun eben in Amsterdam. Der Lese-Spaß hängt selbstverständlich davon ab, wie gut es die jeweiligen Autorinnen schaffen, mich als Leserin mit auf ihre Reisen zu nehmen. Bettina Baltschev hat mich recht bereitwillig mitreisen lassen, dennoch gibt es andere, wie z. B. Ein Jahr in Neuseeland die mir besser gefallen haben.

Trotzdem: Es hat Spaß gemacht, die Stadt im Nachhinein noch ein weiteres Mal lesend zu erkunden, wobei meine Meinung schon vorher fest stand: Amsterdam ist nicht nur eine Reise wert!

Schreibkick: Grau in grau

Obwohl ich wie in meinem vorigen Beitrag erwähnt, nicht am NaNoWriMo teilnehme, hat mich das Fieber trotzdem mitgerissen! 1.451 Wörter sind heute in den PC geflossen und daraus ist mein Beitrag zum Schreibkick Thema Grau in grau entstanden. Ich würde ihr gerne noch einen anderen Titel geben, aber soweit hat es dann mit meiner Kreativität heute doch nicht gelangt. Aber vielleicht habt Ihr eine Idee?

Wer noch nicht weiß, was sich hinter den Schreibkicks verbirgt bzw. wieso und warum ich daran teilnehme, der möge sich doch gerne mal hier schlau lesen. Ansonsten – viel Spaß beim Lesen der folgenden Geschichte:

Grau in grau

von Nicole Vergin

Vorsichtig schob Sieglinde den Vorhang zur Seite und spähte hinaus. Nebel. Direkt vor ihrem Fenster. Als wollten die dicken Schwaden ins Haus eindringen. Seufzend zog sie den rosafarbenen Stoff wieder zusammen. Es half alles nichts. Sie musste rausgehen, sonst würde sie den richtigen Zeitpunkt verpassen und die Biotonne würde zwei weitere Wochen auf Abholung warten. Und sie war jetzt schon mit Laub überfüllt und wenn sie an all die Blätter dachte, die noch ihren letzten Flug antreten würden, dann wurde sie müde. So müde.

Unwillig schob sie die Füße in ihre alten grünen Gartenlatschen, zog die hautfarbene Strickjacke vor ihrem schmalen Körper zusammen und trat hinaus in die feuchtkalte Novemberluft. Grau. Alles was sie sah, war in ein trübes Grau gehüllt. In jedem Jahr raubte der November ihr alle Farben, ließ ihr Leben trist und öde erscheinen.

Früher hatte Leben in dem großen Einfamilienhaus geherrscht. Die Kinder hatten mit ihren Freunden oft so laut herum getobt, dass sie genervt um Ruhe gebeten hatte. Vergeblich natürlich.

Ein weiterer Seufzer entfloh Sieglindes Mund. Heute würde sie sich nur eine einzige Stunde mit all den Stimmen und dem Getrampel auf den Treppen zurückwünschen. Aber diese Zeit war endgültig vorbei. Sie fuhr mit der Hand durch ihre grauen, dünn gewordenen Haare. Der Nebel hatte während der paar Schritte zum Gartentor bereits einen feuchten Film auf ihnen hinterlassen.

Mit beiden Händen umfasste sie den Griff der Biotonne, kippte das schwarze Ungetüm mit einiger Mühe und rollte sie durch das zuvor geöffnete Tor hinaus an die Straße. Hin und wieder tauchten Scheinwerfer aus dem Nebel auf. Die Autos rollten langsamer als sonst auf der Straße vor ihrem Grundstück vorbei und wurden ebenso rasch wieder von den Schwaden verschluckt.

Einen Moment blieb Sieglinde stehen, obwohl sie in ihrer dünnen Strickjacke bereits fröstelte. So wie der Herbstnebel die Autos verschluckte, so war es auch mit ihrem Leben. Hin und wieder tauchte es auf, aber die meiste Zeit war es verschwunden, für fremde Augen unsichtbar.

Es war bereits der 79. November den sie erlebte, aber das Gefühl, das dieser Monat sie aussaugte und leer wieder ausspuckte, war seit eineinhalb Jahrzehnten mit jedem Jahr schlimmer geworden.

Reiß dich zusammen, ermahnte sie sich selbst, schließlich geht es dir doch wirklich gut. Du hast genug zu essen und ein Dach über dem Kopf. Aber die Farbe, wisperte eine leise Stimme in ihr, die Farbe fehlt.

Eine Stunde später hatte Sieglinde gefrühstückt und mit der Hausarbeit begonnen. So wie an jedem Tag. In den Frühjahrs- und Sommermonaten kam an dieser Stelle immer die Gartenarbeit dran. Unkraut jäten, Rasen mähen. So vieles war dann zu tun und alles hatte mit kräftigen Farben zu tun. Im Herbst, wenn die letzten Büsche beschnitten, die Rosen für den Winter eingepackt waren, dann blieb ihr nur noch die sterbenden Blätter zusammen zu rechen und nach und nach zu entsorgen.

Sieglinde hasste diese Arbeit, da sie den bevorstehenden Winterschlaf der Natur einläutete. Und mit ihr die Depressionen, die die Krallen nach ihr ausstreckten. Jeden Morgen fiel es ihr nun etwas schwerer das Bett zu verlassen. Immer länger ließ sie die Vorhänge vor den Fenstern ihres Hauses verschlossen, damit sie nur nicht nach draußen schauen musste.

Bereits Wochen zuvor füllte sie ihre Gefriertruhe mit Gemüse und Fleisch und ihre Vorratskammer mit Äpfeln von ihren eigenen Bäumen, mit Kartoffeln, Reis und Nudeln. Das Ziel war, dass sie so wenig wie möglich raus in die grau gewordene Welt musste. Und bis auf wenige notwendige Gänge, gelang ihr dies nach Jahren der Übung erschreckend gut.

Leider beinhaltete dieses Verhalten auch, dass Sieglinde die verhassten Novembertage nur umso länger und zäher vorkamen. Der Zusammenhang zwischen ihrem Verhalten und den wachsenden Depressionen war ihr auch durchaus bewusst, aber um etwas daran zu ändern, dafür fehlte es ihr einfach an Kraft.

Nachdem sie in der Küche auch den kleinsten Winkel von unsichtbaren Staubflusen und Spinnweben befreit hatte, schleppte sich Sieglinde in den Flur, um die Treppe hinauf in ihr Schlafzimmer zu steigen. Bei dem Gedanken an die mit karierter Bettwäsche bezogenen Decke, die sie sich gleich über den Kopf ziehen wollte, beschleunigte sie ihre Schritte.

Plötzlich drang eine leise Stimme an ihr Ohr. Sie schaute auf die Uhr. Es war kurz nach zehn. Eine Seltenheit, dass um diese Zeit Jemand zu Fuß an ihrem Grundstück vorbei ging. Die meisten fuhren heutzutage ja selbst zum nächsten Briefkasten mit dem Auto. Obwohl es sich aus ihrer Sicht in keinster Weise lohnte dafür den Motor zu starten.

Sieglinde blieb stehen, lauschte und schüttelte dann über sich selber den Kopf. Wie peinlich, da stand sie hier in ihrem Flur und versuchte fremde Menschen zu belauschen. Ihr Fuß befand sich bereits auf der ersten Stufe, als sie erneut eine Stimme, dieses Mal schon lauter, hörte. Und diese Stimme sang und jubelte und kam ihr viel zu nah vor.

Ob sich Jemand in ihrem Garten befand?

Sie nahm den Fuß von der Treppe, drehte sich um und war gleich darauf an der Haustür, die sie leise öffnete, um durch einen Spalt hinaus zu sehen. Auf den ersten Blick sah sie nur ein pinkfarbenes Etwas auf dem Rasenstück vor ihrem Haus auf und ab hüpfen. Ein kleines Etwas. Sieglinde kniff die Augen zusammen und versuchte das Bild schärfer zu stellen. Erstaunt riss sie im nächsten Moment die Augen weit auf. Das war doch tatsächlich ein kleines Mädchen, das dort herum sprang und dabei juchzte.

Ohne dass die Kleine etwas davon mitbekam, öffnete sie die Haustür weiter, aber sie konnte niemand anderen erblicken. Das Mädchen war allein. Bevor sie sich jedoch über diesen Punkt weiter Gedanken machen konnte, fielen ihr das durch die Luft wirbelnde Laub auf. Und dieses Laub kam nicht etwa von der großen Buche in ihrem Garten. Nein, dieses Laub kam von dem von ihr sorgfältig zusammen gerechten Haufen, den sie nach der Leerung direkt in die Biotonne hatte befördern wollen.

Sieglinde schnappte nach Luft. Es war schon schlimm genug, diese verflixten Blätter einmal zusammen zu schieben. Aber dies ein weiteres Mal tun zu müssen, das war in ihren Augen schon beinahe Folter. Mit entschlossenen Schritten marschierte sie auf die Mitte ihres Vorgartens zu, den Blick fest auf das kleine Mädchen gerichtet, die sich mit dem Rücken zu ihr weiter inmitten der Blätter vergnügte. Ihre schwarzen, Schulterlangen Haare flogen dabei mit dem Laub um die Wette.

Mit verschränkten Armen blieb Sieglinde neben dem Laubwirbel stehen.

„Oh!“

Das unbekannte Mädchen hatte sich bei einem weiteren Sprung gedreht und stand ihr nun von Angesicht zu Angesicht gegenüber.

„Hallo“, grüßte sie freundlich und ohne Scheu.

„Guten Tag.“ Sieglinde kam sich steif und ungelenk vor, aber der Freude im Gesicht des Mädchens schien das keinen Abbruch zu tun.

„Willst du mitmachen“, lud sie sie stattdessen ein.

Sieglinde verschlug es für einen Moment die Sprache. Sah dieses Mädchen denn nicht, dass sie alles andere als erfreut darüber war, dass sie hier in ihrem Garten herumtobte?

Ohne auf eine Antwort zu warten, hopste die Kleine weiter, so dass ihr pinkfarbener Regenumhang auf und niederflog.

Was sollte sie denn nun tun? Sieglinde blickte zu Boden, wo der Laubhaufen inzwischen nur noch Geschichte war. Die Blätter waren inzwischen wieder überall verstreut und klebten zudem auch an dem Mädchen fest. Nun bückte sich die Kleine auch noch, und furchte mit den Händen durch das Laub.

Während sie beobachtete, wie das Mädchen mit den Fingern über den Boden wischte, fielen ihr plötzlich die Farben auf. Gelb. Rot. Und auch einige Grüne Blätter waren noch dazwischen. Sieglinde kam es vor, als hätte ein Maler mit einem Pinsel ein paar Farbkleckse in ein ansonsten graues Bild gemalt.

„Wirf sie doch mal hoch!“

Sieglinde sah auf und direkt in die vor Freude und Aufregung strahlenden braunen Augen des fremden Mädchens. Zögernd glitt sie mit den Fingerspitzen über die Blätter und fühlte die glatten Oberseiten, die feinen Adern bis hin zu den breiteren Stielen. Was für kleine Wunderwerke, staunte sie. Und sie fühlten sich viel lebendiger an, als sie gedacht hatte. Beim Wegräumen der in ihren Augen toten Blätter hatte sie stets Handschuhe getragen. Es war wohl Jahrzehnte her, dass sie ein Blatt mit bloßen Händen berührt hatte.

„Ich heiße Maggie“, purzelte die Stimme in ihre Gedanken, „und du?“

„Sieglinde.“ Ihre Stimme klang rau und unbenutzt. „Aber was machst du eigentlich hier?“ Sie meinte in ihrem Garten, auf ihrem Grundstück, mit ihrem Laubhaufen.

„Ich tanze mit den Blättern den Herbsttanz.“

Etwas Feuchtes lief über Sieglindes faltige Wangen und tropfte vor ihr auf den Boden.

Maggie streckte ihre kleine Hand aus und wischte eine der Tränen sanft fort. „Ich muss auch manchmal weinen, weil die Blätter so schön sind, wenn sie tanzen.“

Sieglinde schluckte und antwortete mit leiser Stimme: „Du hast Recht, sie sind besonders schön, wenn sie im Herbst tanzen.“

Diesen Monat waren dabei:

Conny

Sabi

Surf your inspiration

Das Thema für den 01.12.2015 lautet: Verliebt, verlobt, ermordet

Sonstiges: Die NaNo-Sucht

Der 01. November ist da! Bereits seit Mitternacht klappern weltweit Tastaturen, werden Stifte gespitzt, noch schnell ein Plot zusammen gezimmert – kurz die Schreib-Köpfe rauchen!

Alle Eingeweihten wissen spätestens jetzt wovon ich schreibe: vom National Novel Writing Month, kurz NaNoWriMo oder auch liebevoll NaNo genannt.

50.000 Wörter in einem Monat lautet das Ziel.

Über das Jahr verteilt gibt es übrigens auch noch Camps, die super dazu geeignet sind, sich selber einmal wieder zu pushen, die aber – aus meiner Sicht – an das „Original“ nicht heranreichen.

Im letzten Jahr habe ich mit meinem Roman „Ausgezogen“ teilgenommen und ich kann locker sagen, dass ich von dem Austausch mit all den tollen AutorInnen bis heute profitiere. Wer sich also auch in dieses Abenteuer stürzen möchte, dem lege ich die facebook Gruppe von Tinka Beere ans Herz. Dort findet Ihr alles was Ihr an Motivation und Inspiration benötigt. Und – ganz nebenbei – jede Menge Spaß!

Soviel zum meinem NaNo-Loblied. Trotzdem nehme ich am NaNoWriMo 2015 nicht teil. Im letzten Jahr, ebenso wie im Sommer-Camp, hat mein Bauchgefühl mir die Teilnahme diktiert. Und passend dazu eine Schreib-Idee vor die Füße geschmissen. Ich MUSSTE also teilnehmen! Dieses Mal sagt mein Bauchgefühl: bleib bei Heike (für Alle, die mich noch nicht kennen: Heike ist die Protagonistin in meinem derzeitigen Roman-Projekt). Das verrückte ist, dass ich einen Teil des Romans neu schreiben will. Also irgendwie könnte ich vielleicht doch am NaNo teilnehmen. ABER – wie schon geschrieben – mein Bauchgefühl ist dagegen. Und ich weiß nicht, wie Ihr das haltet: ich höre wann immer es möglich ist darauf!

Nichtsdestotrotz verfolge ich mit Spannung, wie sich all die lieben Menschen, die ich im vergangenen Jahr kennen- und schätzen gelernt habe, denn so schreiberisch schlagen. Ich wünsche Euch da draußen ganz viel Erfolg und vor allem Spaß!