Schreib-Alltag: Letzter Schritt: der Szenenplan

Planmäßig habe ich in der vergangenen Woche das Thema Figurenentwicklung abgeschlossen. Wie im letzten Beitrag beschrieben, war dies für mich ein recht ungewohnter Schritt. Ich bin daher auch nicht so in die Tiefe gegangen, wie viele Autoren es anscheinend tun. Daher weiß ich z. B. auch nicht, welche Nah- und Fernziele meine Nebenfiguren haben. Vielleicht ergibt sich das beim Schreiben noch, vielleicht benötige ich dieses Wissen aber auch gar nicht. Am Wochenende habe ich einfach einen Cut gemacht und nun liegen die Profile ausgedruckt auf meinem Schreibtisch, so dass ich jederzeit handschriftliche Ergänzungen machen kann.

Seit gestern befasse ich mich nun mit dem letzten Schritt: ich entwerfe einen Szenenplan. In der Schneeflockenmethode, die ich nutze wird diesbezüglich zu einer Tabelle geraten. Da ich in zahlreichen Lebenslagen ein absoluter Fan von Tabellen und Listen bin, ist dies für mich der passende Weg.

Aktuell hat meine Tabelle fünf Spalten:

  • Nummer (ich weiß immer gern, was ich schon geschafft habe)
  • Überschrift (einfach ein Titel für die jeweilige Szene)
  • Personen (hier war angedacht die Person zu benennen aus deren Perspektive man die Szene schreibt. Da ich jedoch nur aus einer schreibe, werden bei mir an dieser Stelle die beteiligten Figuren genannt. Ob das Sinn macht und nötig ist, werde ich herausfinden.)
  • Ort (wo spielt diese Szene)
  • Zusammenfassung (kurze Beschreibung, was in dieser Szene passieren soll)

Nachdem ich diese Tabelle in meine Word Datei hineingebastelt und noch ein wenig mit der Schriftart, -größe etc. herum gespielt hatte, konnte es losgehen. Ich schaute ratlos auf meine 5-seitige Zusammenfassung (Schritt 6).

Wie sollte ich das denn nun zustande bekommen? Als Jemand, der gerne aus dem Bauch heraus schreibt, war dieses ganze plotten in den vergangenen vier Wochen natürlich eine Herausforderung. Und zwar hauptsächlich mental. Und falls Ihr Euch nun fragt, warum ich es denn überhaupt mache, kann ich Euch zwei Antworten geben:

  1. mit meinem ersten Entwurf bin ich irgendwann stecken geblieben. Es ging damals nicht vor und nicht zurück und die Romanidee deshalb ins Schreib-Nirwana schicken wollte ich nicht. Und da ich bei einem kleineren Projekt mit der Schneeflockenmethode gute Erfahrungen gemacht hatte, war es für mich nahe liegend, diese ein weiteres Mal zu nutzen.
  2. ich wollte gerne auch mal diese Seite ausführlicher kennen lernen und selber ausprobieren. Wobei ich jetzt schon weiß, dass ich immer Jemand sein werde, der in den „Grautönen“ dazwischen schreibt.

Ich krempelte also entschlossen meine Ärmel hoch und machte es genauso wie bei dem aus-dem-Bauch-heraus-schreiben. Ich fing einfach mit einer Szene an, ohne mir in diesem Moment ewig Gedanken darüber zu machen, ob dies nun der richtige Einstieg ist. Ob es nicht doch besser wäre, wenn… Kurz: mein Kritiker wurde radikal ausgesperrt und erst wieder ins Schreibzimmer gelassen, wenn ich seine Meinung hören will.

Bis Ende dieser Woche soll die Planung abgeschlossen, der Szenenplan vollständig sein. Und am Montag beginne ich dann mit dem Schreiben. Ich halte Euch auf dem Laufenden!

Habt Ihr schon Erfahrungen mit der Schneeflockenmethode gemacht? Und wenn ja, dann welche? Oder seid Ihr eher Discovery Writer?

 

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3 Gedanken zu „Schreib-Alltag: Letzter Schritt: der Szenenplan

  1. Vor ziemlich genau drei Jahren bin ich der Schneeflockenmethode das erste Mal begegnet und gnadenlos gescheitert. Mittlerweile habe ich als eigentlich Discovery Writer eine Methode gefunden, die recht ähnlich ist, um mich nicht zu sehr zu wiederholen oder Struktur in mein Geschriebenes zu bringen.

    Ich bin gespannt, wie letztendlich der Schreibprozess bei dir funktioniert, oder ob sich deine Geschichte anfängt, gegen deinen Plan zu wehren. Kann ja passieren ^^

    Liebe Grüße, Tinka 🙂

    Gefällt 1 Person

    • Genauso ging es mir bisher ja auch. Aber da ich seit Monaten auf der Stelle trat, habe ich es eben nochmal versucht. Allerdings lockerer, will sagen – ich halte mich nicht strikt und absolut an diese Schritte, sondern schneidere es auf meine Bedürfnisse zu. Und natürlich bockt und buckelt die Geschichte zwischendurch wie ein Rodeopferd!

      Liebe Grüße zurück und noch einen schönen Sonntag für Dich
      Nicole

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  2. Pingback: Schreib-Alltag: Es darf geschrieben werden | Nicole Vergin - Autorin

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