Schreib-Alltag: Die erste Schreib-Woche

Es darf geschrieben werden – so lautete der Titel meines letzten Beitrags (hier zum nachlesen). Die Vorfreude war riesig, der Kritiker ausgesperrt und letzte Woche Mittwoch sollte es dann losgehen. Ich setzte mich morgens an meinen Schreibtisch, der Laptop ließ sich beim hochfahren für meinen Geschmack viel zu viel Zeit.

Aber dann war es ENDLICH soweit: Ich öffnete ein neues Word Dokument, schrieb den Titel obendrüber und dann… nichts. Kein Wort. Die Minuten verstrichen, ich grübelte und grübelte. Unbemerkt hatte sich der Kritiker wieder herein geschlichen – ich hätte doch den Schlüssel wegwerfen sollen! – und saß nun feixend neben mir.

Nach 17 Minuten und 23 Sekunden hatte ich drei Sätze geschrieben. Nach 18 Minuten waren diese wieder gelöscht und ich saß erneut vor der fast leeren Seite.

Immer wieder starrte ich auf meinen Szenenplan. Da stand doch genau, was in dieser Szene vorkommen sollte. Wo sie spielt. Wer von den Figuren dabei ist. Wo war denn nun das Problem?

Ich schaffte es einfach nicht, diesem starren Gerüst Leben einzuhauchen. Meine Erwartungen hatten sich in den vergangenen Wochen in Höhen katapultiert, an die ich an diesem Tag einfach nicht heranreichte. Irgendwann – ich hatte aufgehört, die Minuten und Sekunden zu zählen – teilte ich meinem Laptop mit, dass ich ihn an diesem Tag nicht mehr brauchen würde. Vielleicht nie mehr. Naja, vielleicht um Mails zu schreiben. Lange, jammernde Nachrichten darüber, dass ich diesen Roman einfach nicht schreiben könnte.

An diesem Tag habe ich tatsächlich nichts mehr geschrieben. Stattdessen habe ich mir nach all den arbeitsreichen Wochen einen Tag Pause gegönnt. Ich bin spazieren gegangen, bin gemütlich in der heimischen Wanne abgetaucht und habe dabei ein gutes Buch gelesen und ich habe mich von meinen Lieben wieder ein wenig aufpäppeln lassen. Und letztendlich das Fazit gezogen, dass es überhaupt nicht schlimm – sondern total normal ist – wenn es mal nicht läuft. Oder vielmehr schreibt.

Am nächsten Tag habe ich mich wie gewohnt an den Schreibtisch gesetzt und geschrieben. Anfangs holperig und das ganze wirkte als würden keine richtigen Schauspieler in einem Film mitspielen, sondern Leute, die man eben von der Straße hereingeholt hätte und die den Text nur ablesen würden, aber am Ende des Tages standen Wörter auf der Seite und ich war zufrieden.

Seitdem habe ich jeden Tag geschrieben und mit jedem Tag läuft es besser und besser. Inzwischen haben sich stolze 7.025 Wörter in meinem Dokument versammelt und allein 1.763 davon habe ich heute geschrieben.

Und nun bin ich gespannt, wie es in der zweiten Schreib-Woche weitergehen wird. Auf jeden Fall freue ich mich darauf, weiter an der Geschichte zu arbeiten. Und das war nach dem ersten Tag ja nicht wirklich zu erwarten!

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2 Gedanken zu „Schreib-Alltag: Die erste Schreib-Woche

  1. Hallo liebe Nicole,

    ach ja, diese Anti-Schreibtage kenne ich. Manchmal läuft es einfach nicht, die Ideen verstecken sich so perfekt, dass man keine Chance hat, sie zu finden und die Buchstaben auf der Tastatur scheinen den Fingern auszuweichen…
    Aber das Wichtigste ist doch, sich den nächsten Tag wieder dran zu setzen, so zu tun, als sei nichts gewesen, und einfach zu schreiben!
    Über 7.000 Wörter, wow! Und inzwischen sind es bestimmt noch mehr 🙂 Sehr cool! Ich drücke dir die Daumen, dass es weiter so gut läuft. Aber vergiss nicht, deiner Muse auch mal eine Pause zu gönnen 😀

    Liebe Grüße ❤
    Sabi

    Gefällt 1 Person

    • Liebe Sabi,

      Du hast die Situation perfekt beschrieben!!! 😀 Ja, ich denke auch man darf sich echt nicht verrückt machen. Wobei ich lernen musste zu unterscheiden zwischen Faulheit und echter Abwesenheit von Kreativität…

      Ja, inzwischen sind es über 10.000 – Dein Daumendrücken hat also bereits seine Wirkung entfaltet! DANKE!!!

      Dir auch weiter viel Erfolg und liebe Grüße zurück ❤
      Nicole

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