Lese-Zeit: Die Korrekturen

Wer meine Lese-Zeit Beiträge noch nicht kennt, kann hier erfahren warum und wieso ich sie schreibe!

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Meistens kommen die Bücher, die ich lese mehr oder weniger durch Zufall zu mir. Phasenweise lasse ich mir allerdings auch Geschichten empfehlen. So bin ich schon häufiger an Autoren geraten, von denen ich sonst vielleicht nichts gelesen hätte.

Diesmal lautete die Empfehlung: Die Korrekturen von Jonathan Franzen.

Die Geschichte einer Familie, wie sie wohl in ähnlicher Weise den meisten von uns bekannt vorkommen dürfte. Einzelne Familienmitglieder, die bei Familientreffen eine gewisse Rolle spielen, ohne sich ansonsten in die Karten schauen zu lassen. Wie viel weiß man eigentlich über seine Eltern und Geschwistern? Wie gut kennt man die Menschen, mit denen man Blutsverwandt ist?

Frau, Mann, zwei Söhne und eine Tochter. Das ist die Familie Lambert. Die Kinder längst erwachsen, haben keinen Einblick mehr in das Leben der Eltern. Enid Lambert, die Mutter, hält die häusliche Fahne nach wie vor gehisst und ist entschlossen über die Parkinson Erkrankung ihres Mannes Alfred, der seit seiner Pensionierung seine Zeit hauptsächlich in einem blauen Sessel verbringt, so gut es geht hinweg zu sehen.

Die Kinder sind derweil unterschiedlicher Meinung, was die Eltern benötigen. Sie kommen nicht einmal mit ihren eigenen Leben klar. Da kommt es wie gerufen, dass die Mutter noch einmal an Weihnachten alle an den elterlichen Tisch holen will. Ein Vorhaben, dass auch ohne gescheiterte Beziehungen, Kündigungen und Internet Betrug, schwierig genug ist.

Lange hat mich eine Geschichte nicht mehr derart aufgebracht. Noch während des Lesens wetterte ich über die Ansichten und die Taten einzelner Familienmitglieder, schüttelte so häufig den Kopf, dass ich Angst bekam mir einen Nackenwirbel zu verrenken und hatte trotz allem – oder gerade deswegen – Mühe mich durch die knapp 800 Seiten zu wühlen. Ganz offensichtlich hat der Autor bei mir den Familiennerv nicht nur getroffen, sondern ihn förmlich zerfetzt.

Solltet Ihr dieses Buch bereits gelesen haben, würde mich Eure Meinung interessieren! Und überhaupt: welche Geschichte hat Euch zuletzt – in welcher Form auch immer – aufgeregt?

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4 Gedanken zu „Lese-Zeit: Die Korrekturen

  1. Pingback: Lese-Zeit: Nilis neue Welten | Nicole Vergin

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