Schreibkick: Eis – Teil 8

Teil 7 findet Ihr hier!

So, der letzte Teil ist geschrieben. Klar, hatte ich inzwischen ein Bild vor Augen was da passieren sollte. Aber wie ich dahinschreiben sollte war mir komplett unklar. Und vor allem in 10 Minuten. Um es kurz zu machen: ich habe 14 Minuten gebraucht und das diese Geschichte von Anfang bis Ende weder überarbeitet noch durchdacht ist, wisst Ihr ja.

Aber mich haben diese acht Tage wirklich fasziniert. Es hat mir Spaß gemacht, diese mir selbst gestellte Herausforderung anzunehmen und bis auf den heutigen Tag waren es tatsächlich immer nur 10 Minuten.

Ja, dann bleibt mir jetzt nichts mehr, als mich dafür zu bedanken, dass so Viele meinem Experiment lesend gefolgt sind und Euch viel Spaß beim Lesen der letzten Folge zu wünschen! Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein Wiedersehen mit Oda und Haakon!

Teil 8

„Egal“, murmelte sie vor sich hin und erschrak vor diesem kleinen Wort. Egal? Wann war ihr jemals etwas einfach egal gewesen? Etwas Kaltes schien in ihr zu wachsen. Etwas, dass ihren Herzschlag verlangsamte und ihre Gefühle aufsog wie ein gieriger Schwamm. Verlor sie den Verstand?
Hilfesuchend sah sie zu Haakon, der aufrecht und mit unbeteiligter Miene neben ihr stand.

„Was passiert mit mir?“, flüsterte sie.
„Keine Sorge“, seine Stimme klang genauso ruhig und rational wie immer. Er schien zu warten. „Es ist bald vorbei.“
„Vorbei?“ Der erwartete Schrecken über dieses Wort blieb aus. „Willst Du mich töten.“ Ihre Stimme klang nun genauso sachlich und distanziert wie sein.
„Nein. Ich verschaffe Dir ein besseres Leben.“

Die Kälte kroch weiter durch ihren Körper, alles fühlte sich nun taub und seltsam leblos an. War sie etwa schon tot? Aber Haakon sprach von Leben.
„Gefühle sind das gefährliche am Menschen. Ohne sie ist man besser dran.“
Sie wollte sich gegen diese Worte wehren, aber es schien auf einmal unnötig. Hatte er nicht sogar Recht?
„Du wirst wie ich sein. Unantastbar. Du wirst Dir nehmen was und wen Du willst. Und Verluste wirst Du nicht mehr spüren, sondern über sie hinweg gehen und weitermachen.“
Ein kleiner Rest Wärme in ihr, vielleicht war es ihr Herz was noch einmal schlug, versuchte sich zu wehren. Aber dann war auch dieses Fitzelchen weg und in ihrer Brust herrschte Kälte.
„Es ist vollbracht. Ich sehe es in Deinen dunkelblau gewordenen Augen.“
„Was ist vollbracht?“
„Komm.“ Dieses Mal musste Haakon sie nicht einmal mehr an die Hand nehmen. Sie durchquerten die Wohnküche und er öffnete einen Raum, der einen Türgriff wie der eines Kühlschranks oder einer Kühlkammer hatte.
„Schau.“
Oda trat hinein und wurde von mehrstimmigem rhythmischem Klopfen begrüßt. Vor ihr in einem Regal lagerten überdimensionale Eiswürfel und in ihnen befanden sich blutrote Herzen.
„Es ist besser so“, hörte sie hinter sich Haakons Stimme.
Oda nickte und verließ ohne ein Gefühl des Bedauerns die Kühlkammer und ihr einsam schlagendes Herz.

ENDE

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