Lese-Zeit: Stadt, Land, Schluss

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SIE liebt das Stadt- und ER das Landleben. Was tun? Gute Frage! Die Antwort von Judith O´Reilly lautete: ich will meinem Mann diesen Traum erfüllen. Mal abgesehen davon, dass es doch auch für die Kinder wunderbar ist, auf dem Land aufzuwachsen.

Das Buch Stadt, Land, Schluss war ursprünglich der Blog von Judith O´Reilly. Dort hat sie offen darüber geschrieben, wie es ist, ihr geliebtes Leben in London aufzugeben und in ein Cottage nach Northumberland zu ziehen. Dort wo sich Kühe und Schafe „Gute Nacht“ sagen und wo Frau Gummistiefel statt High Heels trägt.

Nicht Jeder war begeistert davon, dass die Autorin so frei von der Leber weg schrieb. Beim Lesen schwankte ich zwischen lachen und weinen. Denn was ihr dort alles widerfährt – hochschwanger im Zug mit zwei kleinen Kindern, Einsamkeit pur da es nicht leicht ist in eine Dorfgemeinschaft hinein zu wachsen, ein Mann der fröhlich weiter in London arbeitet und dort zeitweise auch wohnt – ist teils gruselig, teils schön und teils einfach nur erschreckend.

Und ob die Familie nach dem selbst gesetzten Ultimatum wieder zurück in die Stadt zieht oder doch weiter Kühe krault – das lest Ihr am besten selber nach!

Lese-Zeit: Die Seiten der Welt, Teil 1

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Ob Ihr es glaubt oder nicht – vor der Lesung von Kai Meyer in Leipzig (den Beitrag findet Ihr hier) hatte ich von seiner Trilogie Die Seiten der Welt noch nichts mitbekommen. Ja, vielleicht schwirrte irgendwann der Titel mal an mir vorbei. Aber, worum es in den Büchern geht… keine Ahnung.

Tja, es geht um das was ich liebe: um Bücher, um die Leidenschaft fürs Lesen. Um Bücher-Welten. Welch ein Wunder, dass ich nach der Lesung sofort zugriff und den 1. Teil kaufte…

Ich hatte mir diese Geschichte bis zum Urlaub aufgehoben, da ich so eine Ahnung hatte, das ich nicht mehr davon loskommen würde. Und genau so war es. Ich las den Namen der Protagonistin: Furia Salamandra Faerfax… und es war um mich geschehen. Gemeinsam mit ihr erlebte ich Abenteuer, die so grandios erdacht sind, dass ich mich einfach nicht losreißen konnte. Furia dabei zu begleiten, wie sie die Welt der Bibliomantik erforscht, wie sie auf der Suche nach ihrem Seelenbuch ist, wie sie in Libropolis fliehen muss… ein Traum!

Als ich nach zwei Tagen die letzten Seiten las war klar, dass ich direkt nach dem Urlaub Teil 2 und 3 kaufen MUSSTE! Und das habe ich dann auch getan… Fortsetzung folgt!

Lese-Zeit: Ausgeliebt und Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt

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Urlaub mit Papa, so hieß das erste Buch, das ich von Dora Heldt zwischen die Lese-Finger bekam. Ich habe Tränen gelacht und meine Begeisterung für die Ideen und den Schreibstil dieser Autorin war geboren.

Dora Heldt ist das Pseudonym von Bärbel Schmidt, die sich zwecks Veröffentlichung den Namen ihrer Großmutter sozusagen geliehen hat. Bärbel Schmidt arbeitet als Verlagsvertretung und schreibt ihre Bücher quasi nebenbei. Es geht um Frauen mittleren Alters, die sich den kleinen und großen Krisen in ihrem Leben (versuchen zu) stellen.

So kam es dann auch, dass ich zwei ihrer Bücher mit in die Toscana nahm. Ich liebe es im Urlaub mehrere Geschichten von einem Autor zu lesen. Was ja schon mein Beitrag über Gabriella Engelmann gezeigt hat!

Im Gepäck hatte ich ihr erstes Buch Ausgeliebt. Der Titel sagt im Grunde schon worum es geht. Bernd teilt seiner Frau Christine nach fast zehn Jahren Ehe am Telefon mit, dass es zwischen ihnen nicht mehr das wahre ist und er sich daher von ihr trennen will. Christine, auf die 40 zugehend, hatte bis zu diesem Zeitpunkt gedacht, ihr Leben sei gut so wie es ist. Dass sie sich geirrt hat, ist klar ersichtlich und was sie daraus macht ist mal todtraurig und dann wieder todkomisch. So oder so: Lese-Spaß pur!

Nach dem guten Einstieg stürzte ich mich direkt in das gemütliche – teils mit Alkohol verschönerte – Leben von Doris. Die gut situierte Hausfrau und Mutter marschiert auf ihren 50. Geburtstag zu, den sie unter gar keinen Umständen feiern will. Dumm nur, dass ihr Mann eine große Überraschungsparty plant, vor der sie – als sie zufällig dahinter kommt – einfach nur noch flüchten will. Was eignet sich da besser, als ihre ehemals besten Freundinnen in ein schickes Hotel einzuladen und so wie früher die Nächte durchzumachen. Nur leider ist es alles anders als „wie früher“.

Bei Hitze ist es wenigstens nicht kalt – so der Titel – zeigt mögliche Beschwerden der Wechseljahre, die so in keinem Lehrbuch stehen.

 

Lese-Zeit: Inselzauber und Eine Villa zum Verlieben

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„Heute kaufe ich nur Bücher, die auf meiner Sammelliste stehen!“ So lautete im April der Vorsatz, als ich zum ersten Flohmarkt in diesem Jahr aufgebrochen bin. Und dann lagen da an diesem einen Stand zwei Bücher, auf denen Muster aus Filz angebracht waren. Nein, ich habe keinen näheren Bezug zu dem Material Filz, aber es fühlte sich schön an, sah gut aus und die Bücher stammten von derselben Autorin. Die Sammlerin in mir fühlte sich angesprochen!

Gabriella Engelmann? Mmh, sagte mir bis dahin nichts. Ebenso die Titel Inselzauber und Eine Villa zum Verlieben. Das Wort `Insel´ hat auf mich eine ähnliche Wirkung wie `Meer´ – gehört ja auch meist zusammen – ein Blick auf den Klappentext: Zwei unterschiedliche Frauen, die nach diversen Enttäuschungen auf Sylt gelandet sind. Ein Café, eine Buchhandlung. Mal ehrlich, kann es bessere Zutaten geben??!!

Das zweite Buch: eine alte Stadtvilla in Hamburg – beinhaltet auch schon wieder Schlüsselwörter für mich… – drei Frauen (unterschiedlich selbstverständlich), neue Lebenswege… also ähnliche Zutaten, die ich ebenfalls liebe.

Noch Fragen? Ich nahm die Bücher mit und las sie nacheinander im Urlaub. Tolle Geschichten, tolle Figuren, mitreißend geschrieben. Inzwischen bin ich – rein zufällig – über Wildrosensommer, den aktuellsten Roman der Autorin gestolpert und habe die Lese-Beute direkt nach Hause geschleppt.

Muss ich noch mehr schreiben??!!

 

Lese-Zeit: Schneider Bücher von Berte Bratt

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Wem sagt der Name Berte Bratt noch etwas? Lese-Erinnerungen aus der Kindheit? Berte Bratt war eins von drei Pseudonymen unter denen die Norwegerin Annik Saxegaard geschrieben hat.

Bevor sie hauptberuflich Autorin wurde, ging sie erst andere Wege. Sie studierte Musik, versuchte sich als Schauspielerin und landete außerdem beim Rundfunk. Anfangs schrieb sie Liebesromane in Heftform. 1937 wurde erstmals ein Buch von ihr im Franz Schneider Verlag veröffentlicht. Über die Jahrzehnte wurden es allein 50 Geschichten, die es auf Deutsch gab. Der Sprache, in der sie nach einer Umsiedlung nach Deutschland dann letztendlich auch schrieb. Eine Frau also, die ihren Weg ging und das in einer Zeit, in der es noch alles andere als selbstverständlich war, da sie 1905 geboren wurde. Mit 85 Jahren starb sie in Kiel und hinterließ eine Vielzahl an Veröffentlichungen, zum größten Teil Mädchengeschichten.

Wie ich nun auf einmal auf Annik Saxegaard oder für mich Berte Bratt gekommen bin? Ich durfte bei einer Freundin in etlichen Flohmarktkisten nach Büchern wühlen, sie hatte eine ganze Menge Schneider Bücher von denen ich ja einige Serien sammle. Und plötzlich fiel mir ein Buch von Berte Bratt in die Hand. Der Name war mir geläufig, aber ich hatte nie etwas von dieser Autorin gelesen. Also legte ich es zur Seite, denn bei den Unmengen an Büchern im Schneider Verlag kann ich natürlich nicht alles sammeln. Tja, aber dann kam noch eins und noch eins und…. noch etliche andere dazu. Mein Sammlertrieb war geweckt. Da ich sie alle geschenkt bekam – DANKEDANKEDANKE – habe ich sie mitgenommen und beschlossen, einfach mal reinzulesen.

Ich hatte drei im Urlaub mit: Umwege zum Glück, Kleiner Hund und große Liebe und Alles kam ganz anders. Alles Geschichten von jungen Mädchen / Frauen, die in der Zeit spielen, in der ich selber noch Kind war. Also ein ganz anderes Frauenbild als heute. Frauen, die zwar schon studierten und eigene Pläne hatten, aber wo eben das Thema Hochzeit und Leben für und mit einem Mann noch bei Vielen groß geschrieben wurde.

Beim Lesen hatte ich Szenen aus meiner Kindheit vom Zusammenleben meiner Eltern vor Augen. Ja, so war es damals. Ich war hin- und hergerissen, zwischen „Oh mein Gott, das kann ja wohl nicht sein“ und einem diffusen Gefühl von Behaglichkeit, Wärme und Zuhause sein. Kurz, ich las alle drei Bücher hinter einander weg und ich werde auch die anderen, die ich habe noch nach und nach lesen. Besonders interessiert mich: Nicole, ein Herz voll Liebe – das passenderweise auch noch in meinem Geburtsjahr 1969 erschienen ist.

Nostalgie pur!!!