Eine Lesung später…

In meinen elf Jahren als freiberufliche Autorin, Texterin und Dozentin für Kreatives Schreiben habe ich schon so einiges erlebt. Aber eines meiner Seminar durch eine Lesung zu präsentieren – nein, das hatte ich bis vergangene Woche noch nicht. Und genau das ist es, was ich an meiner Arbeit so liebe: die Abwechslung. Es ist jederzeit möglich, dass etwas vollkommen Neues um die Ecke schaut!

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Seit sechs Jahren begleite ich die Schreib-Begeisterten an der ev. Heimvolkshochschule in Loccum auf ihren Wegen hin zu wunderbaren Geschichten, Gedichten, in Worte gefasste Erinnerungen. Nach wie vor liebe ich diese Wochenenden ganz besonder und dieser Liebe sollte ich am vergangenen Sonntag Ausdruck verleihen.

In vier Gruppen von jeweils rund 20 Leuten, wurden die Besucher durch die Räumlichkeiten der Anlage geführt. Und jede Gruppe schaute auch in der Welt der Worte vorbei, wo ich nach ein paar einleitenden Sätzen jeweils eine meiner Kurzgeschichten las. Im Anschluss konnten die Interessierten Fragen stellen und es gab einen regen Austausch zum Thema Kreativität.

Mir hat dieser Nachmittag viel Spaß gemacht. Es war eine andere Art des Lesens, als bei „normalen“ Lesungen. Hier sollten die Zuhörer nicht nur Spaß an meinen Geschichten haben, sondern im günstigsten Fall auch Interesse an einer Teilnahme an der Schreib-Lust 2017.

Ob es geklappt hat? Wir werden sehen! Für den Moment genügt es mir vollkommen, an dieser Veranstaltung teilgenommen zu haben und in 2,5 Wochen erneut ein Schreib-Wochenende in Loccum verbringen zu können.

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Schreib-Lust 2016 / 2017

Die Schreib-Lust 2016 steht vor der Tür!

Zum 6. Mal begleite ich bei diesem Seminar Schreib-Begeisterte durch die Welt der Worte. Das Seminar findet vom 16. – 18. September 2016 in der ev. Heimvolkshochschule in Loccum statt. DSC_0106

Ich stecke mitten in den Vorbereitungen, um den elf TeilnehmerInnen ein kreatives Schreib-Wochenende zu bieten.

Bereits an diesem Wochenende werde ich jedoch schon Heimvolkshochschul-Luft schnuppern. Im Rahmen des Sommerfestes werde ich mein Seminarangebot mit einer kleinen Präsentation, in Form von einer Lesung, vorstellen.

Drei meiner Kurzgeschichten werde ich dort zu Gehör bringen und glaubt mir – die Auswahl fällt mir schwer. Auf jeden Fall freue ich mich auf viele Literatur Interessierte und einen Nachmittag mit regem Austausch über das was mir am meisten am Herzen liegt: das SCHREIBEN.

Im kommenden Jahr findet die Schreib-Lust vom 22 – 24. September 2017 statt!

 

Lese-Zeit: Die Seiten der Welt, Teil 2 und 3

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Im Urlaub habe ich Teil 1 der Trilogie verschlungen (den Lese-Zeit Beitrag findet Ihr hier), direkt danach Teil 2 und 3 bestellt. Ja, ich konnte es kaum abwarten, auch diese Bücher zu lesen. Dementsprechend stürzte ich mich auf das Paket und bin bis heute froh, dass unser Briefzusteller doch sehr standhaft ist…

Endlich ging für mich die Geschichte von Furia, ihrer Familie, ihren Freunden und all den anderen Bücher-Wahnsinnigen-Verrückten-Begeisterten weiter. Ich las beide Teile direkt nacheinander. Und während der 1. Teil ja durchaus auch für sich stehen kann – waren eigentlich von Anfang an drei Teile geplant? – war ich nach der Lektüre des 2. Bandes froh nicht warten zu müssen, bis Kai Meyer den letzten geschrieben hat. Denn dort war klar, dass es weitergehen MUSSTE.

Sowohl der 2. als auch der 3. Band haben mich begeistert. Ich liebe die Welt der Bibliomantik, begeistere mich für die Exlibri und all die anderen wunderbaren Figuren, die Kai Meyer erschaffen hat.

Am stärksten war für mich jedoch der 3. Band. Unglaublich, wie der Autor hier die Fäden in der Hand behalten hat und die Figuren so lebendig werden ließ, das ich das Gefühl hatte mit ihnen zu leben, zu leiden, zu lachen.

Als das Ende der Geschichte näher rückte, hatte ich ein klein wenig Sorge (warum eigentlich?), dass mich das Ende enttäuschen könnte. Dass es nicht so ist, wie es MIR gefällt. Reicht es, wenn ich schreibe, dass mir Tränen der Rührung, der Begeisterung, der …. über das Gesicht liefen? Denn genauso war es!

Eine grandiose Trilogie, die mir von der ersten bis zur allerletzten Seite ein Wahnsinnslesevergnügen bereitet hat.

DANKE Kai Meyer!

Lese-Zeit: How to be good

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Vor einem Jahr las ich Slam, ein hoch gelobtes Buch von Nick Hornby, das mich überhaupt nicht überzeugen konnte. Aber dieser Autor hat mich schon öfter auf eine Lese-Achterbahn geschickt. Mal bin ich hellauf begeistert (About a boy, A long way down) und dann… eben nicht.

Nun hatte ich How to be good in den Händen.

Katie, eine Ärztin, hat alles im Leben erreicht. Einen guten Job, zwei gesunde Kinder, einen Mann. Und dann kommt der Blick hinter die Kulissen und man stellt schnell fest: Zufriedenheit sieht anders aus. Der Mann, der aus ihrer Sicht keine wirkliche Arbeit hat, sondern allenfalls ein großes, reißerisches Maul. Die Kinder, die sich nur um sich selber drehen und sie selber, die von ihrem Leben einfach nur die Schnauze voll hat.

Bei einem gewöhnlich anmutenden Streit eskaliert die Situation dann auch und Katie macht am Telefon mit ihrem Mann Schluss und will die Scheidung. Und was dann alles schräges mit und um die Familie herum passiert, ist wieder einmal Nick Hornby in Höchstform. Skurril, bescheuert, menschlich, merkwürdig, anrüchig…

Trotz einiger Längen hat mir das Buch die meiste Zeit gefallen. Aus meiner Sicht von seinen Geschichten jedoch im Mittelfeld anzusiedeln. Aber das ist wie immer Geschmackssache.

Schreib-Alltag: Vogelperspektive

Bin ich tatsächlich in dieser Schreib-Woche geflogen? Ja, vielleicht ein bisschen. Zumindest habe ich mit den Flügeln geschlagen und dabei ordentlich Wind gemacht.

Nach wie vor plane ich den 2. Entwurf meiner „Märchenadaption“. Das Grundgerüst des DSC_0026Plots stand ja bereits seit dem 1. Entwurf fest – die Figuren, Orte, die grobe Handlung. Trotz allem hakte die Geschichte. Meine erste Idee war dann eine weitere Figur ins Boot zu holen und eine andere rauszuschmeißen. Ein Tausch also. Geniale Idee! Dachte ich…

Beim plotten der Geschichte stolperte ich rasch darüber, dass dieser Tausch nicht funktioniert und eher größere Probleme schafft, anstelle die bisherigen zu lösen. „Gehen sie zurück auf Los, ziehen sie keine 5.000 € ein.“

Inzwischen bin ich einen großen Schritt weiter! Die Figuren bleiben wo und wie sie sind, aber ich habe den Haken an dem ganzen und eine Lösung gefunden, die so simpel war, das ich längst darauf hätte kommen können. Betriebsblind nennt man das dann wohl.

Worüber ich z. Zt. noch intensiv nachdenke, ist die Perspektive. Im 1. Entwurf habe ich den personalen Erzähler gewählt. Von Anfang an war mir durchaus klar, dass der Ich-Erzähler bei dieser Art von Geschichten wesentlich besser passen würde. Aber ich habe mich nicht ran getraut. Glaubt es oder nicht. Nach meinem letzten Coaching Termin ploppt das Ganze nun wieder hoch und lässt sich auch nicht mehr verdrängen. Was ich mit diesem Dauer-Perspektiven-Schluckauf mache, weiß ich noch nicht. Eins nach dem anderen.

Über ein Jahr befasse ich mich inzwischen mit dieser Geschichte. Ich habe sie geplant, geschrieben, liegen gelassen, grob überarbeitet und nun plotte ich sie gründlicher, detaillierter. Mit all dem Wissen was ich in der Zeit angesammelt habe. „Gut Ding will Weile haben“, das hat schon meine Oma zu mir gesagt. Und sie hatte Recht. Zumindest was für mich das Thema Schreiben angeht. Meine Geschichten (abgesehen von diverser Schreib-Gymnastik wie z. B. dem Schreibkick) werden – manchmal über längere Zeit – wieder und wieder kompostiert. Und irgendwann bin ich dann zufrieden. Und dann lasse ich mein Geschichten-Baby das Licht der Welt erblicken.

Und so wird es auch hier sein… und auf den Tag freue ich mich schon und arbeite darauf hin!

Lese-Zeit: Amy & Isabelle

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Vor ca. zwei Jahren stolperte ich in einem Buchladen über das Buch Blick aufs Meer von Elizabeth Strout. Das Wort MEER zieht mich ja immer magisch an und so las ich den Klappentext. Ja, es klang interessant und war zudem mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet. Nun denn… direkt daneben lag Amy & Isabelle. Ich kaufte Beide und ließ sie bis zu meinem Urlaub in diesem Jahr in meinem Bald-lesen-Regal stehen.

Beide wanderten in meinen Koffer, aber ich begann mit Amy & Isabelle, dem ersten Buch der Autorin.

Eine miefige, Sommer-stickige Kleinstadt in New England. Eine allein erziehende Mutter mit ihrer recht bieder wirkenden Teenager Tochter. Die Geschichte beginnt in der Gegenwart, mit Einsprengsel aus der Vergangenheit. Die Vergangenheit, die zu dieser Geschichte geführt hat. Nach einer Weile bleibt die Erzählerin in der Vergangenheit und erzählt diese bis zu dem Punkt in der Gegenwart. Von da aus erzählt sie dann geradlinig weiter. Verwirrend? Ja, fand ich auch. Aber vielleicht stört das Andere beim lesen nicht so wie mich. Die Geschmäcker sind ja verschieden.

Nun aber zu der Geschichte. Während Amy vom biederen Teeny zur Rotznase und – in den Augen einiger wohlmeinender Menschen – zum Flittchen wird, versucht ihre Mutter Isabelle überall einen guten und vor allem sauberen (in jeder Beziehung) Eindruck zu hinterlassen. Ganz nebenbei geifert sie jedoch einem verheirateten Mann hinterher.

Es kommt zum Eklat, als die unsittlichen Spielchen der Tochter ans Tageslicht kommen und ein tiefer Graben verläuft von da an zwischen Mutter und Tochter.

„Was für ein Vergnügen, die Welt dieses Buches zu betreten“, so schrieb The New Yorker. – Darüber kann man definitiv geteilter Meinung sein.

Kopfsprung ins kalte Wasser!

Köpper – so nannten wir das in meiner Kindheit. Ich weiß es noch wie heute… ich stand mit zitternden Knien auf dem 3-m-Brett, das leicht unter mir wippte.
„In die Knie gehen, die Arme nach vorn strecken“, rief der Vater einer Freundin zu mir hoch.

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Einfach mal den Sprung ins kalte Wasser wagen!

Ok, meine Knie sackten ja sowieso schon von allein zusammen und die Arme nach vorne und unten strecken bekam ich auch hin.
„Und nun fallen lassen!“
Fallen lassen? Ja, nee – is klar…

So ähnlich fühlte ich mich in den vergangenen zwei Wochen, seit ich wieder in meinen Schreib-Alltag eingestiegen bin. Ich weiß, wie es geht und irgendwie weiß ich es auch wieder nicht.
Meine Pläne für dieses Jahr sollten ja eigentlich ganz anders verlaufen. Und wo sollte ich nun nach meiner „erzwungenen“ Pause weitermachen? Gute Frage. Nächste Frage.
Meine Gedanken, Ideen und Schreibprojekte fassten sich in meinem Kopf an den Händen und drehten sich fröhlich im Kreis. Wie sollte ich bei diesem herum sausen den Weg erkennen können, den ich die nächsten Wochen gehen will?
Hilfe und Unterstützung von außen – so lautete letztendlich meine Antwort!
Kurz entschlossen buchte ich ein Coaching bei der wunderbaren Annika Bühnemann (hier findet Ihr die entsprechende facebook Seite) und mit ihrer kompetenten Unterstützung habe ich mich nun für einen der Wege entschieden.

  • Ich arbeite aktuell ausschließlich an meiner Märchen Adaption (eigentlich ist die Geschichte nur an ein Märchen angelehnt…).
  • Es wird wöchentlich einen Beitrag über meinen Schreib-Alltag
  • und wöchentlich einen Lese-Zeit Beitrag geben.

So einfach kann das sein.

Und was mit meinem Sprung ins kalte Wasser geworden ist? Ich habe mich nach laaaaaaaangem Zögern einfach fallen lassen!