Das 4. Türchen…

deckblatt

4. Dezember

Unterwegs
von Holger Vergin

Wie orientieren sich eigentlich Rentiere, wenn sie nachts, vorzugsweise in der Weihnachtsnacht, bzw. am Heiligen Abend, durch die Gegend fliegen? Wenn sie Millionen von Kindern in kürzester Zeit besuchen und ihr Chef, der Weihnachtsmann, jedem noch ein ganz persönliches, individuelles Geschenk unter den Baum legt, indem er durch den Kamin, sofern vorhanden, in die gute Stube klettert? Haben sie ein eingebautes GPS oder hat ihr Boss einen Stadtplan, oder eine Road-Map?

Und wie können sie sehen, wohin sie fliegen? Wenn sie wirklich gut im Dunkeln sehen rentierkönnen, dann bräuchten sie wohl nicht die Kerzen, die vorne am Schlitten in diesen riesigen Laternen stehen. Obwohl diese, seien wir doch mal ehrlich, höchstens einen halben Meter weit Licht spenden.

Und überhaupt, bei der rasanten Fahrt, die das Gespann da absolvieren muss, ist das doch, als wären sie blind unterwegs. Das lernt man doch in jeder Fahrschule, immer auf Sicht fahren und nur so schnell, das man innerhalb des ausgeleuchteten Weges anhalten kann. Tja, da würde der Schlitten des Weihnachtsmanns wohl um einiges langsamer sein, wenn er sich mit seinem Gespann streng an die StVO halten würde. Wahrscheinlich müsste dann die Bescherung um eine Woche verlängert werden, sonst ist das Arbeitspensum ja gar nicht zu schaffen. Und wir wollen jetzt hier gar nichts von der Gewerkschaft hören, das ist ein anderes Thema.

Jedenfalls würde Weihnachten dann wohl etwas länger dauern, was, schätze ich, einige Menschen wiederum gar nicht so schlecht fänden. Aber, Spaß beiseite, das geht natürlich auch nicht. Wenn die Deutsche Wirtschaft wegen Weihnachten mindestens eine ganze Woche dicht machen müsste, was das für Verluste wären! Andererseits hätten die Menschen dann doch aber auch mehr Zeit, das sauer verdiente Geld unter das Volk, oder in diesem Fall, in die Deutsche Wirtschaft zu bringen. Das müsste den Herren Managern doch auch gut passen. Vorausgesetzt, die Menschen bleiben dann auch in Deutschland, oder in England oder wo immer sie wohnen.

Nun sind wir völlig vom Thema abgekommen, es geht doch darum, wie Rentiere sich orientieren. Vielleicht haben sie ja auch, ganz altmodisch, einen Kompass, sie sind ja schließlich auch nicht mehr die Jüngsten, und der könnte ja aus vergangenen Tagen übrig geblieben sein. Dazu gibt’s dann Kraftfutter für alle sechs (oder waren es acht?), extra Power, und Elfenstaub und los geht’s.

Aber wieso ist diese Frage überhaupt aufgetaucht, müssen wir wirklich immer alles wissen wollen? Sollte es uns nicht reichen, wenn wir am Heiligen Abend feststellen, dass der Weihnachtsmann es wieder einmal geschafft hat und alle Kinder glücklich und zufrieden sind? Dann könnten auch wir uns noch ein bisschen von dem Zauber und der Faszination dieser Nacht bewahren. Dann könnten auch wir noch mal jung, glücklich und zufrieden sein, einfach so.

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Ein Gedanke zu „Das 4. Türchen…

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