Neues von Adola Adebar!

Vor zwei Tagen bekam ich von der Vorsitzenden des Lesenetzwerks Rehburg-Loccum, Judith Weber, eine Mail mit folgendem Text:

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Betreff: Geburtsanzeige
„Liebe Nicole,
darf ich dir unseren neuen Mitbürger vorstellen:
Adola Adebar – 24.01.2017 – 75 cm groß und ca. 750 – 1000 g schwer. 🙂 🙂 🙂 “

Und an diesem freudigen Ereignis möchte ich Euch natürlich teilhaben lassen! Es gibt meinen Rehburg-Loccumer Erzähler nun also auch zum Anfassen, damit die Kinder ihn „leibhaftig“ während der Lesungen kennenlernen können.

Seinen ersten Auftritt wird er am 18. / 19. März auf der Gewerbeschau in Rehburg haben, wo das Lesenetzwerk dann auch schon kräftig die Werbetrommel für die nächste Lesung mit den Rehburg-Loccumer Kindergeschichten beworben, die am
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25. April 2017 in der Stadtbücherei Rehburg (anlässlich des Weltbuchtages)

stattfinden wird.

Wie ihr auf einem der Fotos seht, ist Adola noch ganz entspannt und chillt eine Runde auf dem Sofa! 🙂

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Lese-Zeit: Das Wettangeln

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Angeln ist nichts für mich. Somit kann man sicher sein, dass ich mir dieses Buch auf keinen Fall nach dem Titel ausgesucht hätte. Genau genommen habe ich es von einer lieben Freundin geschenkt bekommen, die meine Bücherregale jedes Jahr aufs neue mit wundervollen Büchern füllt, auf die ich allein vermutlich nicht gekommen wäre. So auch diesmal.

Ein Bilderbuch von Siegfried Lenz?, war mein erster Gedanke, als ich das Buch auspackte. Tatsächlich! Der große Schriftsteller, der im Oktober 2014 verstorben ist, hat diese kleine Geschichte mit dem Titel Das Wettangeln – laut der Aussage im Buch – als letztes geschrieben. Und wer sich mit Siegfried Lenz auskennt der weiß, dass das Angeln in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt hat!

Und so hat er kleine und große Dinge, die in stets begleitet haben, hier noch einmal aufleben lassen. Das Ganze von Illustrationen umrahmt, die für meinen Geschmack sehr unterschiedlich sind. Die Zeichnungen von Fischen und Natur gefällt mir unglaublich gut, ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Die Zeichnungen von den Menschen gefallen mir hingegen gar nicht.

Ich gebe zu, dass ich beim Lesen und Anschauen schlucken musste. Siegfried Lenz war für mich ein begnadeter Schriftsteller, dessen Bücher ich gerne lese und die so unglaublich menschlich sind. Und ich bin von Herzen froh, dass ich einige Werke von ihm noch nicht gelesen und so noch den einen und anderen Genuss vor mir liegen habe.

Termine, Termine…

Dieses Jahr werde ich mich neben dem Schreiben auf ein weiteres Projekt konzentrieren: dsc_0004die neue Gästeführung in der Romantik Bad Rehburg Marthas märchenhafte Reise durch die Zeit der Romantik. Eine Mischung aus Fakten, poetischen und märchenhaften Genüssen, einige Anekdoten sowie einem leckeren Menü im Restaurant Carpe Diem.

Über das ausarbeiten dieser Gästeführung hinaus, werde ich eine der Martha-Darstellerinnen sein und somit einen Teil meiner Arbeitszeit mit dem erlernen und einüben dieser Rolle verbringen.

Einige Termine für diese szenische Gästeführung stehen bereits fest – Ihr findet sie unter diesem Post – und selbstverständlich kann Martha auch zu anderen Zeitpunkten gebucht werden.

Und falls Ihr wissen wollt, wie meine weiteren bisherigen Termine in 2017 aussehen, dann schaut doch immer mal wieder auf meiner Terminseite vorbei!

05. März – Friederikengeburtstag in der Romantik Bad Rehburg / Vorstellung der Hausdame Martha (neue von mir konzipierte und geschriebene Gästeführung)

18. März – Gewerbeschau Rehburg / Vorstellung der Hausdame Martha

07. Mai – 17.30 Gästeführung Marthas märchenhafte Reise durch die Zeit der Romantik in der Romantik Bad Rehburg

20. Juli – 15.00 Uhr Ferienpassaktion für die Rehburg-Loccumer Kinder mit der Hausdame Martha

27. Juli – 15.00 Uhr Für Kinder! Marthas märchenhafte Reise durch die Zeit der Romantik in der Romantik Bad Rehburg

13. August – 17.30 Uhr Gästeführung Marthas märchenhafte Reise durch die Zeit der Romanik in der Romantik Bad Rehburg

Lese-Zeit: Die Honigtöchter

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Seit einigen Jahren führe ich bereits eine Liste darüber, welche Bücher ich im Laufe eines Jahres lese. 2016 waren es erstmals 63 gelesene Bücher, was für mich wirklich eine ganze Menge ist. Nun bin ich gespannt, wo mich meine Lese-Reisen in diesem Jahr hinführen werden und über einige Bücher werde ich hier auch wieder schreiben.

In den vergangenen Monaten war mir immer mal wieder ein Cover in den Buchläden ins Auge gefallen: Die Honigtöchter von Cristina Caboni. Es zeigt ein Honigglas, ein paar Blüten und einige Zitronen – wenn mich mein Auge nicht trügt – drumherum. Dies gemeinsam mit dem Titel sprach mich durchaus an. Ich las den Klappentext und auch dieser klang einladend. Trotzdem kaufte ich das Buch nicht.

Als es mir dann jedoch in einem Second Hand Laden in Hannover förmlich vor die Füße fiel, nahm ich es als Zeichen und trug meinen neuen Bücherschatz nach Hause. Ich begann noch im Dezember mit der Lektüre, da ich es aber dann nicht beendete, ist es mein erstes eingetragenes Buch für den Januar!

Tja, was soll ich schreiben. Mein merkwürdiges Bauchgefühl, das mich einst von einem Spontankauf abhielt, hatte Recht. Dieses Buch, vielmehr der Erzählstil der italienischen Autorin, ist absolut nichts für mich.

Die Geschichte handelt von einer mobilen Imkerin, Angelica, die ihre Arbeit mit den Bienen leidenschaftlich liebt, aber dies auch als Flucht vor ihrer Vergangenheit nutzt. Wie die meisten wissen, holt einen jedoch die Vergangenheit gerne einmal ein. Und genau das passiert der jungen Frau. Sie kehrt in ihre Heimat, nach Sizilien, zurück und merkt schnell, dass dort ihr Herz nach wie vor an allem hängt. Aber der Gedanke auch hier wieder zu fliehen drängt sich trotz allem auf.

Im Laufe der Geschichte wird nach und nach die Vergangenheit der jungen Frau aufgedeckt. Normalerweise liebe ich diese Rückblenden, aber die Art und Weise wie sie erzählt werden – vielleicht sind es auch einfach die Figuren, die für mich nicht lebendig werden – spricht mich nicht an.

Ich habe mich durch dieses Buch durchgekaut und der Gedanke es lieber weg zu legen und ein anderes zu lesen, sprang mich immer wieder an. Was mir an allem jedoch gefallen hat war, wie die Autorin – selber Imkerin – über Bienen und die Imkerei geschrieben hat. Also zumindest habe ich etwas gelernt. Aber für einen Platz in meiner Hausbibliothek wird es definitiv nicht reichen.

Ein Blick in meine Kristallkugel

Nun ist bereits der 5. Tag des Jahres 2017 da. Wie ist es Euch bisher ergangen? Seid Ihr schon wieder mittendrin im Alltag oder sortiert Ihr Euch noch?

Ich bin ein Mensch, der gerne plant und sich vor allem Ziele setzt. Ohne dies hätte ichDSC_0003 - Kopie

mich in den 12 Jahren meiner freiberuflichen Autorentätigkeit wohl oftmals auf dem Sofa wiedergefunden, in der Hand einen oder mehrere Schokoriegel und die Augen fest auf die Flimmerkiste gerichtet. Nicht, dass es diese Zeiten nicht gegeben hätte..

Also habe ich Ende 2016 angefangen mein Schreib-Jahr 2017 zu planen. Wohl wissend, dass das Leben meine Pläne mit einem wisch auslöschen kann. Aber dann müssten eben neue Überlegungen her. Und wie schauen nun meine kommenden Monate – wenn es nach mir geht – aus?

Am 15. März ist der Abgabetermin für das Drehbuch für die szenische Führung mit der Hausdame Martha in der Romantik Bad Rehburg. Somit ist klar, dass dies mein Hauptprojekt für die kommenden 2,5 Monate ist.

Danach werde ich mich wieder an die Rehburg-Loccumer Kindergeschichten – Ihr erinnert Euch an Adola Adebar? – setzen. Es gilt die bisherigen Geschichten zu überarbeiten und weitere zu schreiben, damit das geplante Buch pünktlich zum Vorlesetag im November erscheinen kann.

Außerdem überarbeite ich meinen Roman „Ausgezogen“ weiter, den ich ja im Mai vergangenen Jahres zu Ende geschrieben hatte. Wenn alles so läuft, wie ich es mir vorstelle, geht er im März erstmals an meine Testleser.

Und da ich immer gerne „einfach so“ schreibe, habe ich am 01.01. eine Challenge mit mir selbst begonnen: täglich 200 Wörter in den Laptop tippen. Einfach nur aus dem Kopf in die Tastatur. Anfangs wollte ich eine Romanidee von mir auf diese Art beginnen auszuarbeiten, aber dafür habe ich dann doch gerade nicht den Kopf. Stattdessen nehme ich auf diese Weise jetzt mal wieder am Schreibkick teil. Ein Text zum Thema Vorsatz ist so in den letzten vier Tagen bereits entstanden. Das Ergebnis findet Ihr hier!

Was den Blog betrifft, werde ich in den nächsten Wochen immer wieder Statusberichte zu meinen Projekten schreiben, so dass Ihr auf dem Laufenden seid. Ansonsten werde ich hin und wieder auch mal wieder die Kategorie Lesezeit aufleben lassen und das eine und andere Schreib-Thema aufgreifen. Auf längere Sicht gesehen, plane ich allerdings einen neuen Blog und auch eine Website. Aber bis dahin wird noch einiges an Wasser bei uns die Weser hinunterfließen.

Schreibkick: Vorsatz

Wer näheres über die Schreibkicks erfahren möchte, kann sich hier schlau lesen!

Hier mal wieder ein Schreibkick-Text von mir. Mit einer kleinen Verspätung geht es diesmal um das Thema: Vorsatz. Eine Idee, die mir spontan einfiel und die nichts für schwache Nerven ist… 🙂

Vorsatz
von Nicole Vergin

Sein Herz schlug heftig, als er erwachte. Heute war es soweit! Die erste Nacht des neuen, noch frischen Jahres wartete auf ihn.
Schwungvoll klappte er den Deckel seines schwarzen Sarges auf, woraufhin prompt die Scharniere aus dem Holz platzten und der Deckel unsanft auf dem steinernen Boden des Kellergewölbes landete.
Für einen Moment verzerrte sich das bleiche Gesicht Ernestos, Sohn des Grafen von und zu Düsternis, in eine wütende Fratze. Doch dann wurde es schlagartig von einem Lächeln erhellt, als ihm sein Vorsatz für dieses Jahr einfiel. Er wollte der erste Vampir sein, der sich künftig nicht mehr von frischem Blut ernähren würde. Damit sollte es aus und vorbei sein. Er war es leid, ständig geronnenes Blut aus seinen weißen Hemden zu waschen. Und auch das Zähneputzen wurde durch diese Art der Nahrungsaufnahme nur unnötig erschwert. Mal ganz abgesehen von den Hautfetzen, die sich hartnäckig in seinen Zahnzwischenräumen verhakten.

So konnte und wollte er nicht weitermachen. Seine Mutter, Gräfin Ernestine, hatte verzweifelt die Hände im Licht des vollen Mondes gerungen, als er ihr von seinem Plan erzählt hatte.
„Junge, wie kommst du bloß immer auf diese abstrusen Ideen? Ein Vampir, der kein frisches Blut trinkt?“ Bei diesen Worten hatte sie sich mit dramatischer Geste an die Stirn gefasst und eine Ohnmacht angetäuscht. Aber nach einigen Jahrhunderten kannte Ernesto seine Mutter. Diese alte Vampirlady haute nichts um.
Daher hatte er auch nur kurz mit den Schultern gezuckt und sich kurz darauf vor dem morgendlichen Sonnenlicht in seinen Sarg zurückgezogen.

Und heute war es nun endlich soweit. Er würde seinen Neujahrsvorsatz in die Tat umsetzen! Wie bei jedem Entzug würde sicherlich Ablenkung das Beste sein. Ablenkung und viel trinken. Natürlich kein Blut. Er hatte sich vor einigen Tagen mehrere Säfte besorgt und festgestellt, dass Kirschsaft frischem Blut am ähnlichsten sah.
Mit einem Thermometer bewaffnet, hatte er am alten gusseisernen Herd der Vampirburg gestanden und seinen Kirschsaft auf Körpertemperatur erhitzt. Und das Ergebnis war gar nicht so übel gewesen. Gut, dass Beißen und sich winden seiner Opfer hatte ihm schon gefehlt, aber daran würde er sich gewöhnen.
Vielleicht sollte er sich gleich zum Beginn der Nacht einen Kirschsaft aufwärmen. Entschlossen stieg er die steinernen Stufen aus dem Kellergewölbe in den ersten Stock hinauf und kurz darauf blubberte der Saft bereits fröhlich in einem alten verbeulten Topf.
„Autsch“, schrie er kurz darauf. Gierig wie er nach einem ausgiebigen Tagesschlaf nun einmal war, hatte er sich prompt die Zunge verbrannt. Ja, das war eben der Vorteil, wenn man frisches Blut trank. Die Temperatur war nie zu heiß. Rasch lenkte er seine Gedanken zu einem anderen Thema.
Er überlegte kurz, ob er die Nacht in der Gesellschaft seiner Eltern verbringen sollte, aber diese würden über kurz oder lang mit angetrocknetem Blut an den Eckzähnen ankommen und mit diesem satten zufriedenen Ausdruck in den dunklen Augen. Nein, das wäre für den ersten Tag wohl doch etwas viel Herausforderung.
Stattdessen beschloss er sich auf den Flug zur Dorfschänke zu machen. Diese hatte rund um die Uhr geöffnet, aber außer Vampiren waren dort um diese Nachtzeit selten Gäste anzutreffen. Es gab eine Vereinbarung mit dem Wirt, dass er und seine Familie von den Zähnen der gräflichen Familie verschont blieben. Dafür stand seine Schänke stets offen. Schließlich wollte auch ein Vampir mal etwas anderes als das gräfliche Schloss sehen.

Kurz darauf flog er im Licht des Vollmonds auf die Ortsmitte zu. Bei der Landung bemerkte er ein leichtes Schwanken. Der Kirschsaft schien ihm wohl doch nicht so viel Energie zu schenken, wie er gehofft hatte. Oder vielleicht musste er einfach mehr davon trinken.
„Einen Kirschsaft bitte“, bestellte er kurz darauf bei Sergio, dem Schankgehilfen, der in dieser Neujahrsnacht Dienst hatte und der gerade hinter den letzten Silvestergästen hinterher geräumt hatte.
„Soll ich ihn warm machen?“
Ernesto war beeindruckt. Dieser junge Mann dachte wirklich mit. Er nickte ihm freundlich zu. Gleich darauf stand eine bauchige Tasse vor ihm, aus der es eindeutig nach Kirschen duftete. Hastig nahm er einen Schluck. Der warme tiefrote Saft glitt über seine Zunge hinunter in den Hals. Er schloss die Augen und stellte sich vor, wie er an einem warmen Hals knabberte.
Halt! Ernesto riss die Augen auf. Das war ja wohl eindeutig der falsche Weg. Seufzend stellte er die Tasse ab und blickte auf den Inhalt. Es war einfach nicht dasselbe. Natürlich war ihm das auch vorher bewusst gewesen. Dass es anders sein würde. Dass es ihm nicht diese satte Zufriedenheit geben würde. Aber er hatte sich nun einmal so entschieden. Und diesen guten Vorsatz würde er nicht gleich in der ersten schwachen Minute brechen.
„Ist alles in Ordnung, Herr?“ Sergio beugte sich über die Bar zu seinem Gast und sah ihn besorgt an.
„Oh ja“, nickte Ernesto und lehnte sich auf seinem Hocker weit zurück, um dem verlockenden Geruch nach frischem Blut, der von dem Schankgehilfen ausging, auszuweichen. Aber die Schwaden waberten unbarmherzig auf ihn zu. Hastig stand er auf, warf einen Geldschein auf die Theke und verließ fluchtartig den Raum.

Draußen in der kalten Nachtluft, lehnte er sich aufatmend gegen die Mauer, die den örtlichen Friedhof umgab. Das war ja gerade noch einmal gut gegangen. Ernesto atmete ein paar Mal tief durch, aber die Anspannung, die immer weiter aufsteigende Gier wollte nicht weichen. Der Vampir rutschte an der Mauer herunter und ließ sich nach vorne auf die Knie fallen.
Blut. Blut. Blut, pumpte sein Gehirn das einzige Wort, an das er nicht denken wollte, durch seinen Körper, der mit jeder Faser nach dem Lebenssaft eines Menschen schrie.
Ein tiefes Stöhnen entrang sich seiner Brust.
„Geht es ihnen nicht gut?“, drang eine weibliche Stimme an sein Ohr.
Verflucht, schoss es ihm durch den Kopf, wer war denn um diese Zeit hier am Friedhof noch unterwegs? Sein Blick wanderte nach oben und er sah in das Gesicht einer jungen Frau, die sich zu ihm herab beugte. Er konnte die Halsschlagader im Licht der nahen Straßenlaterne pochen sehen. Seine Zunge klebte am Gaumen, sein Mund zog sich zusammen, sein Atem wurde schwer.
„Kann ich ihnen helfen?“, fragte sie erneut und legte ihre Hand auf seine Schulter.
Sein Herzschlag raste, als er ihr direkt in die Augen blickte.
„Ja!“

Diesen Monat waren dabei:

Eva
Veronika

Das Thema für den 01.02.17 lautet: Inspiration