Meine Trauer kann auch lachen

Heute ist es genau sechs Monate her. Du bist an einem sonnigen Frühlingstag durch das weit geöffnete Fenster davon geflogen. Dieser Moment des Abschieds hat sich in mein Herz, meine Gedanken gebrannt. Ebenso wie die große Dankbarkeit dafür, dass ich an Deiner Seite sein durfte. Noch immer spüre ich die Wärme Deiner Hände, meine Finger erinnern sich an die weiche Haut Deiner Wangen.

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Von Kindesbeinen an wusste ich, dass es das Leben ohne den Tod nicht gibt. Dass dieser Geselle dazu gehört und es nichts nutzt, ihn zu leugnen oder zu ignorieren. Das Leben genießen, mit dem Wissen, dass es endlich ist. Dafür habe ich mich vor langer Zeit entschieden. Und so gehe ich auch mit dem Thema Trauer um.

Oh ja, ich vermisse Dich. Unendlich. Aber neben dem Schmerz, der Sehnsucht nach Dir, ist da vor allem auch dieses Glücksgefühl, dass es Dich in meinem Leben gab. Dass ich so viel Zeit mit Dir haben durfte. Und dass Liebe unendlich sein kann und es dadurch immer eine Verbundenheit zwischen uns gibt.

Oft unterhalte ich mich mit Dir und fühle Deine Antworten in meinem Herzen. Und dann lache ich, wenn ich wieder einmal genau weiß, dass Du den Kopf über mich schüttelst und nachsichtig lächelst, weil ich mich in etwas verrannt habe.

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Du wolltest immer, dass ich das Leben genieße. Jeden Augenblick. Dass ich lache, mich an kleinen Dingen wie Gänseblümchen und Schmetterlingen erfreue. So wie letztes Jahr im Sommer, als wir gemeinsam am Teich saßen und die Seerosen bewundert haben. Und ich verspreche Dir, dass ich Dich im Herzen bei all diesen kleinen und großen Momenten in meinem künftigen Leben dabei haben werde. Und dass ich weiter lache. Denn ja, meine Trauer kann auch lachen. Aus vollem Halse.

 

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Adola Adebar – Ihr habt entschieden!

Herrje, bin ich erleichtert – Ihr habt mir eine Entscheidung abgenommen, mit der ich sonst echt gerungen hätte… Naja, zumindest hätte es mir Kopfzerbrechen bereitet.

Aber dank der Rückmeldungen hier auf dem Blog, auf facebook und im real life, steht es nun fest: die Loccumer Geschichte wird im Klosterwald spielen! Wenn ich ehrlich bin, hatte ich gedacht, diese kleine Umfrage würde zugunsten der alt ehrwürdigen Klostermauern ausgehen. So kann Frau sich irren.

Also habe ich mich heute auch schon fleißig an meinen Laptop gesetzt und mich ein DSC_0062wenig eingefühlt. Ich habe mir vorgestellt, dass die Geschichte am großen Ententeich, in der Nähe vom Jacobsbrunnen, beginnt… So in etwa könnte sich das dann „anlesen“…

Sonnenstrahlen tanzten auf der Wasseroberfläche des Ententeichs. Die gelben Seerosen wiegten sich gemütlich im Sommerwind, während die Enten die Schnäbel unter ihr Gefieder schoben, um ein Mittagsschläfchen zu halten…

Ups, da war ich doch direkt wieder im Klosterwald-Sommerfeeling drin. Und vor meinem geistigen Auge tauchte gerade ein Baumhaus auf… Ja, mal schauen, wo mich die Geschichte hinführt!

Auf jeden Fall ein herzliches DANKESCHÖN für Eure Unterstützung!

Adola Adebar – Wie würdet Ihr entscheiden?

Wie ich in meinem letzten Beitrag (klick) schon geschrieben habe, stürze ich mich nun voller Energie auf die Fertigstellung der Rehburg-Loccumer Kindergeschichten. Genau! Die, die von dem Storch Adola Adebar erzählt werden.

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Stand der Dinge ist, dass noch eine Kurzgeschichte geschrieben werden muss, bevor dann alle Geschichten überarbeitet werden. Und genau hier gilt es, eine Entscheidung zu treffen. Und da interessiert mich Eure Meinung!

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Der Klosterwald hat viele geheime Ecken und Wege

Die Geschichte wird im Ortsteil Loccum spielen, soviel steht fest. Aber wo genau? Ich versuche mich zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden: entweder im Klosterwald ODER aber direkt im Kloster Loccum.

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Welche Geheimnisse verbergen sich hinter den dicken Klostermauern?

Was meint Ihr? Ich bin gespannt!

NaNoWriMo: Ich bin nicht Stephen King

In manchen Lebenssituationen will ich mit dem Kopf durch die Wand. Kennt Ihr das auch? Ihr seht die Tür, könntet sie bequem aufmachen und hindurch spazieren. Aber NEIN – es muss doch auch anders gehen!

Tja, in der vergangenen Woche habe ich eine Erkenntnis gewonnen: ich bin nicht Stephen King. Mein Mann hat gestern nur ganz trocken gesagt, dass er froh darüber ist.

Wer von Euch selber schreibt, ahnt längst worauf ich hinaus will: Stephen King ist ein

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Discovery Writer. Was bedeutet, dass er mit dem Funken einer Idee startet und die Geschichte und Figuren dann erst beim Schreiben kennen lernt.

Bei Kurzgeschichten hat das für mich all die Jahre funktioniert. Aber bei den größeren Projekten… nicht. Bereits 3 x habe ich ein Roman Projekt im Brustton der Überzeugung als Discovery Writer begonnen. 3 x bin ich auf unterschiedlicher Höhe hängen geblieben. Und dann? Dann habe ich meine Geschichte geplottet, mich also in einen Outliner – ein Autor, der seinen Plot und die Figuren vor dem Schreiben plant – „verwandelt“. Der nächste Schritt bestand dann darin, die Geschichten ein zweites Mal zu schreiben. Ohne auf Grund zu laufen.

Was das jetzt alles mit Luna zu tun hat? Ich wollte in diesem Jahr auf Biegen und Brechen am NaNoWriMo teilnehmen. Mir diesen Monat einfach nur zum Schreiben nehmen. Allerdings war schlicht keine Zeit, die Geschichte zu plotten. Klar, ein Teil von mir wollte sicher auch ein weiteres Mal versuchen… ihr wisst schon, mit dem Kopf durch die Wand und so.

Das verrückte ist, dass ich was den Rest meines Lebens betrifft, ein absoluter Planungsmensch bin. Seit ich als selbstständige Autorin arbeite, plane ich jeden Arbeitstag. Ansonsten würde ich Beine baumelnder Weise auf einer Schaukel im Garten sitzen. Aber beim Schreiben tue ich mich damit schwer. Ein weiteres Aber: nur bei meinen eigenen Geschichten. Die Auftragsarbeiten in den vergangenen 13 Jahren, waren selbstverständlich geplant. Und nein, manchmal verstehe ich mich selber nicht.

Worauf will ich denn nun hinaus? Meine Schreib-Woche auf Langeoog war toll! Ich stürzte mich in meine Geschichte und ratzfatz waren knapp 20.000 Wörter geschrieben. Und dann merkte ich, dass meine Geschichte so nicht funktioniert. Gar nicht. Überhaupt nicht. Schon ein, zwei Tage zuvor hatte ich gemerkt, dass da Sand im Geschichten Getriebe ist. Aber die Beule an meinem Kopf war noch nicht groß genug.

Aber dann konnte ich es nicht mehr leugnen und beschloss, auf die bewährte Schneeflocken Methode zurück zu greifen. Schließlich würden mir noch knapp zwei Wochen im November bleiben. Und selbst, wenn ich zwei, drei, vier Tage plotten würde, könnte ich, unter Umständen, eventuell…

Und das war der Moment, wo glücklicherweise meine Freundin, mit der ich die Schreib-Woche auf Langeoog gemeinsam genoss, von außen einen realistischen Blick auf das Geschehen warf. Im Gegensatz zu mir, hatte sie nicht verdrängt, dass die Monate Dezember und Januar ganz im Zeichen der Rehburg-Loccumer Kindergeschichten mit Adola Adebar stehen würden. Denn Ende Januar 2018 ist Abgabetermin. Also, selbst wenn ich nun nochmal halbgar Lunas Geschichte anfangen würde, selbst dann müsste ich spätestens am 01. Dezember umschalten und mich für zwei Monate von Luna verabschieden.

Jaaaaaaaa, ich habe es eingesehen. Manches kann und sollte man nicht erzwingen und ich bin echt dankbar für diesen Gedankenanstoß. Lange Schreibe, kurzer Sinne: bye, bye, NaNoWriMo 2017 und hello Adola Adebar!

Wenn Ihr übrigens mehr über Outliner und Discovery Writer wissen wollt, dann lest doch mal diesen tollen Beitrag von Marcus Johanus, den Ihr hier findet!

Insel-Rätsel…

Ratet mal, auf welcher Insel ich meine Schreib-Woche verbracht habe…??!! 😉

Nur durch einen Blick auf die Insel-Kirche ist es vielleicht noch ein bisschen schwierig.

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Und einer der wunderschönen Dünen Übergänge wird Euch wohl auch nicht weiterhelfen.
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Sie wurde durch das Lied „Lili Marleen“ weltberühmt und hat auf dieser Insel ihre letzte Ruhe gefunden.
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Das reicht noch nicht? Ok, dann hier das Wahrzeichen der Insel!
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Mein 4. und bestimmt nicht letzter Besuch auf dieser Insel war traumhaft schön! Morgen geht es dann wieder mit Volldampf an die Arbeit. Und dann gibt es auch Schreib-Neuigkeiten…

NaNoWriMo / Tag 3 und 4: Schreib-Achterbahn

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Erinnert Ihr Euch an meinen letzten Beitrag? (Falls nicht, findet Ihr ihn hier) Darin habe ich u. a. erzählt., dass ich so „wahnsinnig gerne einfach drauf los schreibe“. Jaaa, klar – aber auch nur, wenn es läuft wie geschnitten Brot, oder Nicole??!!

Irgendwer hat heute den Kritiker, den ich vor die Tür gesetzt hatte, wieder hinein gelassen. Oder hat er etwa einen Haustürschlüssel von dem ich nichts weiß? Jedenfalls stand er nach 1,5 Tagen Abwesenheit wieder in meinem Schreibzimmer, warf sich dort auf das Sofa und erklärte mir, dass ich Mist schreibe. Das ich jetzt schon meine Idee komplett versaut hätte.

Zitat: „Reife Leistung, Schätzchen, das Ding schon am vierten Tag gegen die Wand zu fahren.“ (Nach der Aussage wollte er sogar noch Kaffee und Kuchen von mir spendiert haben!)

Dabei schrieb es sich gestern wirklich super! Nachdem ich den guten Ole sinnvoll ins Schreib-Spiel gebracht und mein Schreib-Hirn mir seine Loyalität für diese Geschichte versprochen hatte. Worte… nix als Worte! AUF WEN KANN MAN SICH DENN HEUTE ÜBERHAUPT NOCH VERLASSEN??? Sitze ich hier etwa in einer Achterbahn, die mit mir einen Looping nach dem anderen dreht?

Solche und ähnliche Szenen spielten sich heute in meinem Kopf ab. Und Ihr könnt mir glauben, dass ich echt frustriert war. Ich kroch also bestimmt eine Stunde lang auf allen Vieren durch mein Schreibzimmer, bejammerte mein Schreib-Schicksal, sah mich als verarmte, desillusionierte Autorin unter einer Brücke bei Wasser und Brot campieren…

Und bevor Ihr von mir jetzt genauso die Schnauze voll habt, wie ich es hatte: NATÜRLICH bin ich wieder aufgestanden, habe mich gedanklich in den Allerwertesten getreten und beschlossen, dass ich wie geplant weiterschreibe.

Welch ein Glück, dass ich in der kommenden Woche Zeit, Zeit und noch einmal Zeit dafür habe. Denn: ich werde von Montag bis Sonntag Schreib-Urlaub auf einer Nordsee Insel machen. Neben Fischbrötchen essen (davon werde ich mich wohl rund um die Uhr ernähren!) und am Strand sich den Wind um die Ohren wehen lassen, werde ich schreiben, schreiben und… ach ja, schreiben.

Und sogar die Ablenkung über das Internet fällt weg, denn die Ferienwohnung hat kein WLAN – ist sicher besser so… Also, Ihr lest mich dann danach wieder – inklusive ein paar schöner Fotos – und dann berichte ich von meinen Schreib-Erfolgen!

Lasst es Euch bis dahin gut gehen und wer auch am NaNo teilnimmt: weiterhin viel Spaß und Erfolg und lasst Euch nicht von irgendwelchen blöden Kritikern ins Bockshorn jagen!

P.S.: Aktueller Wordcount: 6.791!

Noch mehr P.S.: Neben all dieser Dramatik haben wir noch unser Wohnzimmer renoviert – das zumindest hat super geklappt!

NaNoWriMo / Tag 2 – Ich liebe mein Schreib-Hirn ODER Wer ist Ole Jansen?

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Meine Statistik auf der NaNo Seite hat mir gerade gesagt, dass ich bei diesem Tempo meine 50k bereits am 24.11. erreichen werde. Ok, ich habe also einen guten Vorsprung raus geholt. Prima! Denn wie schon erwähnt, wird es etliche Tage in diesem Monat geben, an denen ich nur wenig bis gar nicht schreiben werde. Wobei ich es mir jetzt schon nicht mehr vorstellen kann! Nach nur zwei Tagen bin ich wieder schreib-locker – ich kann mein Glück gar nicht fassen. Egal, ich genieße es einfach!

Ach ja, 2.526 Wörter sind heute bei meiner Geschichte dazu gekommen, insgesamt habe ich jetzt einen Wordcount von 4.309. Hey, das kann sich doch echt sehen lassen!

Aber etwas viel wichtigeres ist heute noch geschehen. Mein geliebtes Schreib-Hirn – ich glaube fest daran, dass es einen Teil in meinem Gehirn gibt, der nur für das erfinden meiner Geschichten zuständig ist – hat wieder seine volle Funktionsfähigkeit! Was das bedeutet? Ein Plot Problem wird oben hinein geworfen, lautes rattern ertönt – sehr nervig wenn es manchmal Stunden oder Tage dauert – und dann voilà: eine Lösung!

Ok, am aktuellen Beispiel bedeutete dies heute: auf unerklärliche Weise war ein gewisser Ole in Lunas Geschichte aufgetaucht. Da meine Geschichte auf ungeplanten Sohlen daher kommt, ist dies nicht gänzlich verwunderlich. Aber weder Luna noch ich wussten etwas mit ihm anzufangen. Er hat einen grauen Bart und schon sehr ausgeprägte Falten. Hauptsächlich Lachfalten, was ihn ja sehr sympatisch macht. Und sonst? KEINE AHNUNG!

Ich wollte ihn schon wieder rausschmeißen, aber nachdem er beharrlich in drei Szenen aufgetaucht war, war mir klar, dass mein Schreib-Hirn wieder irgendetwas wusste, was es mir nur noch nicht mitgeteilt hatte. Stephen King schreibt in seinem Buch „Das Leben und das Schreiben“ ja auch, dass es seine Geschichten im Grunde schon gibt und er sie beim schreiben nur behutsam nach und nach „ausgraben“ muss. Das war jetzt sehr frei beschrieben. Lest es nach, wenn es Euch näher interessiert. Dieses Buch ist lesenswert!

Also, nahm ich mein Archäologen Pinselchen zur Hand und fing an meinen Dino-Knochen (so bezeichne ich manches Mal meine Geschichts-Ideen-Schnipselschen) vorsichtig abzuwischen.

Bedeutete in der Realität: ich befand mich auf dem Weg ins Loccumer Kloster, um dort meine letzte Gästeführung in diesem Jahr zu machen, stehe mittich im Ort an der Ampel und es trifft mich wie ein Blitz: coaiueporaeranm,dfna//)&&f!!!

Sorry, aber was es tatsächlich mit Ole auf sich hat, das kann ich Euch hier natürlich noch nicht verraten. Aber in diesem Moment wusste ich, wo er in der Geschichte hingehört, welche „Funktion“ er hat. Ich bin in solchen Momenten sehr darauf angewiesen, meine Erkenntnis zu teilen und so rief ich meinen Mann auf der Arbeit an und erzählte ihm in wenigen Worten von Oles Schicksal. Und nein, meinen Mann werdet Ihr auch nicht überreden können, mehr über Ole zu erzählen!

Ja, das ist also der Grund, warum ich mein Schreib-Hirn liebe. Warum ich so wahnsinnig gerne einfach drauflos schreibe. Diese Momente, wenn es einfach KLICK macht – toll!

So, davon werde ich jetzt zehren und mich morgen frohgemut wieder ans Schreib-Werk machen. Einen tollen Abend für Euch – ich geh jetzt singen!