NaNoWriMo: Ich bin nicht Stephen King

In manchen Lebenssituationen will ich mit dem Kopf durch die Wand. Kennt Ihr das auch? Ihr seht die Tür, könntet sie bequem aufmachen und hindurch spazieren. Aber NEIN – es muss doch auch anders gehen!

Tja, in der vergangenen Woche habe ich eine Erkenntnis gewonnen: ich bin nicht Stephen King. Mein Mann hat gestern nur ganz trocken gesagt, dass er froh darüber ist.

Wer von Euch selber schreibt, ahnt längst worauf ich hinaus will: Stephen King ist ein

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Discovery Writer. Was bedeutet, dass er mit dem Funken einer Idee startet und die Geschichte und Figuren dann erst beim Schreiben kennen lernt.

Bei Kurzgeschichten hat das für mich all die Jahre funktioniert. Aber bei den größeren Projekten… nicht. Bereits 3 x habe ich ein Roman Projekt im Brustton der Überzeugung als Discovery Writer begonnen. 3 x bin ich auf unterschiedlicher Höhe hängen geblieben. Und dann? Dann habe ich meine Geschichte geplottet, mich also in einen Outliner – ein Autor, der seinen Plot und die Figuren vor dem Schreiben plant – „verwandelt“. Der nächste Schritt bestand dann darin, die Geschichten ein zweites Mal zu schreiben. Ohne auf Grund zu laufen.

Was das jetzt alles mit Luna zu tun hat? Ich wollte in diesem Jahr auf Biegen und Brechen am NaNoWriMo teilnehmen. Mir diesen Monat einfach nur zum Schreiben nehmen. Allerdings war schlicht keine Zeit, die Geschichte zu plotten. Klar, ein Teil von mir wollte sicher auch ein weiteres Mal versuchen… ihr wisst schon, mit dem Kopf durch die Wand und so.

Das verrückte ist, dass ich was den Rest meines Lebens betrifft, ein absoluter Planungsmensch bin. Seit ich als selbstständige Autorin arbeite, plane ich jeden Arbeitstag. Ansonsten würde ich Beine baumelnder Weise auf einer Schaukel im Garten sitzen. Aber beim Schreiben tue ich mich damit schwer. Ein weiteres Aber: nur bei meinen eigenen Geschichten. Die Auftragsarbeiten in den vergangenen 13 Jahren, waren selbstverständlich geplant. Und nein, manchmal verstehe ich mich selber nicht.

Worauf will ich denn nun hinaus? Meine Schreib-Woche auf Langeoog war toll! Ich stürzte mich in meine Geschichte und ratzfatz waren knapp 20.000 Wörter geschrieben. Und dann merkte ich, dass meine Geschichte so nicht funktioniert. Gar nicht. Überhaupt nicht. Schon ein, zwei Tage zuvor hatte ich gemerkt, dass da Sand im Geschichten Getriebe ist. Aber die Beule an meinem Kopf war noch nicht groß genug.

Aber dann konnte ich es nicht mehr leugnen und beschloss, auf die bewährte Schneeflocken Methode zurück zu greifen. Schließlich würden mir noch knapp zwei Wochen im November bleiben. Und selbst, wenn ich zwei, drei, vier Tage plotten würde, könnte ich, unter Umständen, eventuell…

Und das war der Moment, wo glücklicherweise meine Freundin, mit der ich die Schreib-Woche auf Langeoog gemeinsam genoss, von außen einen realistischen Blick auf das Geschehen warf. Im Gegensatz zu mir, hatte sie nicht verdrängt, dass die Monate Dezember und Januar ganz im Zeichen der Rehburg-Loccumer Kindergeschichten mit Adola Adebar stehen würden. Denn Ende Januar 2018 ist Abgabetermin. Also, selbst wenn ich nun nochmal halbgar Lunas Geschichte anfangen würde, selbst dann müsste ich spätestens am 01. Dezember umschalten und mich für zwei Monate von Luna verabschieden.

Jaaaaaaaa, ich habe es eingesehen. Manches kann und sollte man nicht erzwingen und ich bin echt dankbar für diesen Gedankenanstoß. Lange Schreibe, kurzer Sinne: bye, bye, NaNoWriMo 2017 und hello Adola Adebar!

Wenn Ihr übrigens mehr über Outliner und Discovery Writer wissen wollt, dann lest doch mal diesen tollen Beitrag von Marcus Johanus, den Ihr hier findet!

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5 Gedanken zu „NaNoWriMo: Ich bin nicht Stephen King

  1. Wozu bedarf es mehr Mut? In gewohnter Weise den Kopf durch die Wand zu drücken oder seine sieben Sachen zu packen und etwas sein zu lassen? Ich würde sagen letzteres. Ich erkenne Dir auch an, dass Du dazu stehen kannst, aufgegeben zu haben. Ich habe wohl mitbekommen, welchen Stellenwert Dir der NaNoWriMo bei Dir einnimmt. Umso mehr mein Respekt vor Deiner Entscheidung, denn: wir leben in einer Welt, in der es total in ist, auf nichts verzichten zu müssen. Aber wenn man alles hat, was man will, wie erkennt man den Wert der der einzelnen Dinge, ihre Besonderheit? Ich wünsche einen schönen, besonderen Dienstag …!

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    • Danke für Deine Worte, lieber Christoph! Oh ja, ich liebe es sehr, am NaNo teilzunehmen. Aber ich scheue mich durchaus nicht – wie Mann ja bemerkt hat 😉 – einen anderen Weg einzuschlagen, wenn mich der aktuelle in eine Sackgasse führt. Wobei für mich der wichtige Punkt stets der ist – oder vielmehr die Frage – will ich nur ausweichen, es mir bequemer machen ODER ist der andere Weg tatsächlich der richtige, der auch Sinn macht. Und was das erkennen vom Wert der einzelnen Dinge betrifft… da würde ich sagen: immer wieder innehalten, sich Zeit nehmen, weg vom „Hey ich bin Multitasking fähig denken“ weg.
      Und meine Entscheidung fühlt sich nach wie vor richtig gut an! 😀 Dir noch einen besonderen Dienstagabend!

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  2. Hallo Nicole, tja ich bin da eher der Discovery-Writer, schon immer gewesen. Plotten funktioniert für mich nicht, aber ich brauche einen roten Faden, ein Über-Thema, was mir sagt, worüber ich da schreibe. 🙂 Hat bis jetzt eigentlich immer ganz gut für mich geklappt. Aber es ist ja so, es gibt Discoverys und eben die Outliner. Jeder muss für sich selbst wissen, wie es am besten klappt. Jeder hat seine ganz eigene Arbeitsweise.

    Grüßlies
    Anja

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    • Hallo Anja,
      das finde ich klasse! Und wenn ich ein neidischer Mensch wäre, hätte ich jetzt wohl eine grüne Hautfarbe. 😉 Nein, mal im Ernst: ist es nicht toll, wie unterschiedlich wir Autoren so sind?! Das macht es doch immer wieder spannend, sich auszutauschen.
      Ich denke, ich bin irgendwas dazwischen… was bis auf weiteres bedeutet, dass ich einen Großteil meiner Geschichten zwei Mal schreibe. 😀
      Ich wünsche Dir weiter viel Spaß und Erfolg beim „aus-dem-Bauch-schreiben“.

      Ganz liebe Grüße
      Nicole

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  3. Pingback: Adola Adebar – Wie würdet Ihr entscheiden? | Nicole Vergin

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