Frühlings-Pause

Wie in jedem Jahr, werde ich auch 2017 eine 3-wöchige Frühlings-Pause genießen. Ich DSC_0042finde in dieser Zeit, wenn die Natur gerade so richtig in Schwung gekommen ist, dann ist es besonders schön, dies auch genießen zu können.

Meine letzte „Amtshandlung“ wird heute um 17.00 Uhr Marthas Führung in der Romantik Bad Rehburg sein, und wenn diese gestrenge Dame mich dann aus ihren Fängen entlässt, dann lasse ich Arbeit inkl. Internet und allem was so dazu gehört, hinter mir.

Ich wünsche Euch eine wunderbare Zeit und ich freue mich darauf, Euch im Anschluss wieder zu lesen!

Alles Liebe
Nicole Wanda

Therapeut: Wald

Therapie unter Tannen – eine Doku, die ich gestern angeschaut habe und die mich begeistert hat. Der Gedanke, dass der Aufenthalt in der Natur, im Wald, gesundheitsfördernd ist, ist nicht neu. Aber dass es inzwischen weltweit Ärzte gibt, die in ihren Forschungen soweit gehen, dass sie festgestellt haben, dass sogar das Krebsrisiko sinken kann – das ist für mich wirklich neu. Ich wiederhole jetzt hier nicht alles, was in der Doku angesprochen wird, wen es interessiert, der kann sich den Beitrag in der Mediathek von 3Sat ansehen. Den Link findet Ihr hier.

Da ich das große Glück (für mich ist es zumindest ein Glück) habe, mitten auf dem Land zu leben, bin ich sowieso stets von Natur umgeben. Und Spaziergänge im Wald gehören für mich zu meinem Leben einfach dazu. Heute aber bin ich doch noch einmal mit wacheren Augen im heimischen Klosterwald in Loccum unterwegs gewesen. Statt einfach „nur“ spazieren zu gehen, habe ich genauer hingeschaut, auf all die kleinen und großen Geräusche gehört, vieles erfühlt und auch Fotos gemacht. Und einige möchte ich mit Euch teilen!

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Ein besonders lieber Liebster Award!

liebster AwardOh, ich bin nominiert worden und zwar von der lieben Frau Vro – die Beschreiberin von vrojongliert, ein Blog der täglich buntes-vermischtes-lustig-trauriges in unser Leser-Leben bringt und den Ihr hier nicht nur findet sondern unbedingt besuchen solltet! – wofür ich mich ganz herzlich bedanke!

10 Fragen stehen zur Beantwortung und ich lege direkt los!

  1. Warum bloggen?Der Auslöser für meinen Start ins Blogger-Leben war der NaNoWriMo (National Novel Writing Month) 2014. Mein erster Versuch an diesem Schreib-Monat teilzunehmen, war damals erfolglos verlaufen und im zweiten Anlauf wollte ich die 50.000 Wörter in einem Monat unbedingt schaffen. Also überlegte ich, wie ich mich am besten dafür motivieren könnte. Öffentlich machen. Live Farbe bekennen.Kurz entschlossen rief ich diesen Blog ins Leben und ließ mich 30 Tage lang durch meine wunderbaren LeserInnen motivieren. Es hat fantastisch funktioniert und ich bin bis heute für die Unterstützung dankbar!

    Und dann habe ich weiter gebloggt, immer mal wieder etwas geändert und auch in diesem Jahr ändert sich das eine und andere noch. Denn inzwischen hat sich bei mir so einiges getan und darüber möchte ich nun hier auch schreiben bzw. tue es auch schon. Und das alles macht mir einfach SPASS – und das ist und bleibt für mich der Hauptgrund warum ich blogge!

  2. Was hat sich dadurch bei dir geändert?
    Speziell durch das bloggen? Mh, gute Frage. Kann ich so gar nicht beantworten, weil ich denke, dass die Veränderungen die in dieser Zeit bei mir stattgefunden haben, nicht nur dadurch passiert sind. Aber auf jeden Fall habe ich tolle Menschen getroffen, Anregungen bekommen, Motivation erhalten. Und all das ist für mich inzwischen wirklich wichtig geworden.
  3. Beschreibe dich in drei Worten. Zuwenig? Okay, dann eben in fünf.Buchstaben-Hexe. Wort-Geliebte. Buch-Jägerin.
  4. Worüber freust du dich?
    Ein Lächeln, ein liebes Wort, ein Dankeschön, eine helfende Hand, eine Umarmung, die ersten Gänseblümchen im Frühling, der Geruch umgegrabener Felder, sich im Sommerwind wiegender Weizen, Sand unter meinen nackten Fußsohlen, Meeresrauschen in der Nacht, geringelte Leuchttürme…
  5. Wahre Schönheit
    …… kommt aus dem Herzen.
  6. Welche berühmte/bekannte Person würdest du gerne treffen? Und worüber würdet ihr reden?
    Da fällt mir niemand ein.
  7. Mit welcher Märchenfigur würdest du gerne um die Häuser ziehen?
    Mit der Hexe aus Hänsel und Gretel – ums Knusperhaus!
  8. Was beeindruckt dich?
    Ich mach daraus mal WER: meine Mutter, die nie aufgegeben hat und sich trotz aller Kämpfe ein liebendes Herz bewahrt hat.
  9. Interessierst du dich für Geschichte?
    Ja.
  10. Selbstgespräche? Seltsam oder nicht?
    Ob ich das mit dem beantworten wohl ganz gut hinbekommen habe? Ich weiß nicht. Ein einfaches Ja auf die vorletzte Frage. Aber in meinen Augen ist das eine Ja oder Nein Frage. Warum immer kompliziert denken? Nein Nicole, dass ist schon völlig ok so. Oder was meinst Du, Wanda? Naja klar, es wäre auch ausführlicher gegangen. Aber ansonsten? Bist Du zufrieden? Das ist schön! Also, dann gehe ich doch jetzt mal in den Feierabend. Herrje, schon kurz nach 20 Uhr. Nun aber hurtig… (leiser werdend) warum muss ich auch immer so rumbummeln…

    So, Ihr Lieben. Das war es mit meinen Antworten. Wer mich kennt weiß, dass ich niemanden nominiere, aber mich über all die freue, die Lust haben diese Fragen auch zu beantworten. Also, stürzt Euch auf Eure Tastaturen – ich bin neugierig!!!

Wenn Martha ihre abendliche Runde macht…

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

dsc_0002seit etlichen Jahren bin ich nun schon die Hausdame im Königlichen Bade Rehburg. Und Sie können mir glauben, dass das nicht immer eitel Sonnenschein ist. Täglich gilt es zahlreiche Arbeiten zu erledigen und dabei auch die anderen Dienstboten im Auge zu behalten.

Allabendlich mache ich meine Runde und schaue, ob alles seine Ordnung hat, die Türen verschlossen sind und die Badekabinette sauber und für den folgenden Tag alles bereitet ist.

Am kommenden Sonntag, den 07. Mai, um 17 Uhr können sich erstmals Gäste meiner Runde anschließen. Dann plaudere ich ein wenig aus dem Nähkästchen – darüber was sich alles hinter den Kulissen unseres Kurortes abspielt. Und Sie erfahren einiges aus dem Leben unserer Königin Friederike, die mich zu einer meiner größten Leidenschaften inspirierte: dem lesen von Gedichten und Märchen.

Und wenn Sie Märchen ebenso lieben wie ich, dann begleiten Sie mich im Anschluss noch in die Friederikenkapelle, wo ich Ihnen gerne zwei meiner Lieblingsmärchen zu Gehör bringe.

Aber nun muss ich weiter, denn es steht für heute noch die Abendrunde an. Und wenn ich es nicht mache, wer dann?

Lese-Zeit: Sterben

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Vor ein paar Wochen fiel mir auf einem Bücher Flohmarkt ein Titel ins Auge: Sterben. Wer mich kennt weiß, dass dies eins der Schlüsselwörter ist, auf die ich immer anspringe. Ich griff danach – obwohl ich eigentlich kein neues Buch kaufen wollte… – und entdeckte nebenbei aus dem Augenwinkel, das es noch zwei weitere Titel gab, die eindeutig dazu gehörten: Lieben und Leben.

Als bekennende Buchsammlerin konnte ich nun natürlich nicht widerstehen. Ich warf kurz einen Blick auf den Namen des Autors – Karl Ove Knausgard – der mir jedoch unbekannt war und kaufte die Bücher. Noch während ich bezahlte, hielt mir mein Mann einen weiteren Band vor die Nase: Spielen.

Erst Zuhause schaute ich mir genauer an, welche Buchschätze ich mir an diesem Tag angelacht hatte. Knausgard ist ein norwegischer Schriftsteller, der es sich mit diesen Bänden zur Aufgabe gemacht hat, das eigene Leben zum Gegenstand des Schreibens zu machen. Und das in sechs Bänden. Was bedeutete, dass es noch zwei weitere Bände (Träumen und Kämpfen) gibt bzw. der letzte wird dieses Jahr im Mai erscheinen. Wobei dieser für mich definitiv keine Eile hat, denn es wird sicher eine Weile dauern, bis ich mich dahin durch gelesen habe.

Sterben beinhaltet als Thema den Tod von Knausgards Vater und somit natürlich auch sein Leben und das Verhältnis zwischen ihm und seinen zwei Söhnen. Und dass dies alles andere als eitel Sonnenschein war, beschreibt Knausgard bis ins Detail. Wie auch alles andere aus seinem Leben bzw. in diesem Fall aus seiner Jugendzeit. Und ich frage mich durchaus, ob er sich an all dies tatsächlich auch erinnert oder doch an etlichen Stellen dichterische Freiheit hat walten lassen. Oder schrieb er ausführlich Tagebuch? Ich weiß es nicht.

Mich hat dieses Buch mit seiner Lebensgeschichte fasziniert. Einige Details hätte es für mich nicht gebraucht, aber das ist immer so, wenn etwas ausführlich erzählt wird. Insgesamt jedoch gefällt mir sein Stil sehr gut, ebenso wie seine Beschreibungen. Das die Meinungen über diese doch recht ausufernde Art zu schreiben äußerst umstritten ist, muss ich wohl kaum erwähnen. Ein Blick auf die Rezensionen bei amazon und man ist im Bilde.

Für mich steht fest, dass ich nach und nach auch die anderen Bände lesen werde, jedoch nicht direkt im Anschluss. Dazu ist es mir dann doch zu intensiv und rund 600 Seiten (die jeder Band umfasst!) liest sich nicht mal eben zwischendurch. Und der Inhalt seiner Lebensgeschichte ist zudem auch nicht unbedingt etwas für schwache Nerven.

Schreibkick: Freibad

Meine Muse hat zur Zeit Urlaub – was hin und wieder auch sein muss! Trotzdem kam sie gestern Abend vorbei geschlendert und meinte so ganz nebenbei: „Hey, morgen ist doch der Schreibkick zum Thema Freibad fällig.“ „Ich weiß“, entgegnete ich, „aber ich will diesen Monat nicht mitmachen, keine Zeit.“ Aber sie ließ sich nicht abwimmeln, beugte sich zu mir herunter und flüsterte mir etwas ins Ohr… Und nachstehend findet Ihr das Ergebnis!

Freibad
von Nicole Vergin

„Setz dich zu mir, Froschmann!“ Aus der Vergangenheit wehte ihre Stimme zu ihm herüber. Er griff neben sich, da wo damals ihre Hand gewesen war und jetzt nur der Wind über seine Haut strich.
„Pippilotta“, flüsterte er. Immer hatte sie die Welt so gemacht, wie sie ihr gefiel. Nicht nur ihre eigene, sondern auch seine. Und jetzt, wo sie beschlossen hatte, aus seinem Leben zu verschwinden, da hatte er keine Welt mehr, in der er leben konnte.
Nicht einmal seine beiden blauen Pfeilgiftfrösche konnten ihn nun noch trösten. Vorbei die Zeiten, in denen ihre Existenz ihm neben dem atmen, essen und schlafen, genügt hatten.

Der graue, rutschfeste Kunststoffbelag des 10 m Sprungturms drückte sich unbequem in seine Oberschenkel. Hier oben hatten sie gesessen, nebeneinander und die im Licht des Vollmonds vorbeiziehenden Wolken beobachtet. In der Nacht, in der sie über den Zaun geklettert und das Freibad für sich erobert hatten.
„Das gehört jetzt alles uns.“ Und wenn Pippilotta so etwas sagte, dann glaubte der Froschmann ihr.

Er ließ sich zurück auf den Rücken fallen und schaute nach oben in den Nachthimmel, an dem nur vereinzelte Sterne wie Glühwürmchen glimmten. Seine Beine baumelten knieabwärts von der Kante herunter.
„Sie kommt nicht zu mir zurück“, rief er den Sternen zu. Aber denen war das egal. Genauso wie es Pippilotta egal war, dass sie seine Welt mitgenommen hatte. Oder hatte er zum Schluss gar keine eigene mehr gehabt? Er setzte sich kurz auf, dachte einen Moment nach und kam zu dem Ergebnis, das er es sich einfach in ihrer Welt bequem gemacht hatte. Und das war der Fehler gewesen. Jetzt sah er es ganz klar. Seine eigene Welt war ihm damals Scheißegal gewesen. Ihre bunte, aufregende Welt hatte ihn angezogen, eingesogen. Seine eigene war ihm plötzlich fad erschienen. Und nun hatte er keine Welt mehr, egal wie er es auch drehte und wendete. Da war nur noch ein großes Nichts, ein gähnender Schlund.
Stück für Stück schob er sich nach vorn, blickte in die Tiefe, die ebenso dunkel dalag, wie der Nachthimmel über ihm schwebte. Vielleicht gab es da unten für ihn eine neue Welt. Eine, in die er eintauchen konnte, wenn er es nur mutig genug versuchte.
Entschlossen ließ er auch das letzte Stück grauen Kunststoffs hinter sich und stürzte sich mutig durch die wirbelnden Schneeflocken hinunter auf den Boden der Tatsachen.

Diesen Monat waren dabei:

Veronika
Eva
Sabi
Rina P.
Corly

Das Thema für den 01.06.17 lautet: Hitze

Experiment: Die 3. Geschichte

In einer Woche drei Kurzgeschichten für Kinder schreiben – das hatte ich mir als Ziel gesetzt (den Beitrag dazu findet Ihr hier). Ihr wart so lieb, mir für jede Geschichte zwei Wort-Geschenke zu machen. Und hier kommt nun eins der Ergebnisse. Allerdings noch nicht überarbeitet und auch deutlich länger als die anvisierten 9.500 Zeichen. Aber da mir dieses Schreib-Experiment auch Spaß machen sollte, sehe ich das jetzt mal nicht so eng.

Und hier ist die 3. Geschichte mit den Worten Wuppstitätsfaktor und Regenwurmtunnel.

Es war ein ganz gewöhnlicher Donnerstag. Hannes war gerade erst von der Schule nach Hause gekommen und überlegte nun was er mit dem Nachmittag anfangen sollte. Die Hausaufgaben hatte er bereits in der Schule während einer Freistunde gemacht und Klassenarbeiten standen im Moment nicht an.
Eigentlich hatte er sich mit Marlon treffen wollen. Aber der war heute nicht in der Schule gewesen, vermutlich war er krank. Und nun lag ein langer Nachmittag vor ihm, mit dem er nichts anzufangen wusste. Auf seinem Dachfenster klopften dicke Regentropfen und er hörte den Wind ums Haus heulen. Also auch kein Wetter zum Radfahren, was er sonst immer gern machte.
Von seinem Elternhaus in der Ortsmitte von Winzlar, waren es nur wenige Minuten bis man auf den Rundweg kam, der um das Steinhuder Meer führte. Hannes war schon oft mit seinen Freunden oder mit seinen Eltern dort Rad gefahren und es gab immer etwas zu entdecken.

Er warf sich auf sein Bett und starrte an die Decke. Für einen Moment fielen ihm die Augen zu, aber dann gab es plötzlich einen lauten Knall und Hannes wäre beinahe vor Schreck aus dem Bett geplumpst.
Herrje, was war das denn? Er sprang auf und lief hinaus in den Flur, aber da war alles in Ordnung. Ein weiterer Knall war zu hören. Hannes rannte die Treppe hinunter, öffnete vorsichtig die Haustür und da sah er sie. Eine grünliche Wolke, die aus einem Fenster des Nachbarhauses nach draußen drängte.
Vor zwei Wochen war dort erst Jemand eingezogen. Hannes hatte am Umzugstag ein knallbuntes Auto vorfahren sehen, aus dem ein Mann ausstieg, der einen weißen Kittel trug der mit Flecken übersät war. Auf der Nase hatte er eine große dunkelbraune Hornbrille und seine Haare standen zu Berge, als hätte er in eine Steckdose gefasst. Hannes hatte sich das Lachen nur mühsam verkneifen können.
Und als der Typ auch noch allen möglichen Kram in sein neues Heim schleppte, von alten Radios über kaputte Autoreifen bis hin zu durchsichtigen Plastikkisten in denen sich zahlreiche Gläser stapelten, da hatte er sich schon überlegt, ob das so ein Mensch war der vielleicht Müll sammelte.

In den letzten Tagen hatte er ihn wieder vergessen. Man sah und hörte ja nichts von ihm. Aber dieser Knall kam aus seinem Haus. Ob er doch einmal rübergehen und nachschauen sollte? Vielleicht brauchte der Nachbar Hilfe. Blöd, dass seine Eltern noch nicht von der Arbeit zuhause waren, in diesem Fall hätte er sie schon gerne um Rat gefragt. Aber nun musste er selber handeln.

Gleich darauf stand Hannes vor der Haustür des neuen Nachbarn und überlegte, ob er klingeln sollte. Vielleicht war gar nichts und er würde sich nur Ärger einhandeln. Andererseits, wenn er nichts tat und dem Nachbarn war etwas passiert? Mit diesem Gedanken drückte er auf den Klingelknopf und schon ertönte ein lautes oinkoinkoink, so als würde das Haus den drei kleinen Schweinchen gehören. Der Nachbar war offensichtlich noch merkwürdiger als er gedacht hatte.
„Moment! Bin auf dem Weg“, hörte er eine krächzende und hustende Stimme.
Dann wurde die Tür geöffnet und der Nachbar stand dort, wieder mit einem weißen Kittel bekleidet, der diesmal zu den zahlreichen Flecken auch noch Brandspuren aufwies. Und das Gesicht seines Trägers hatte ebenfalls einen leicht schwärzlichen Schimmer, als würde er im Kohlebergwerk arbeiten.
„Ja?“, war alles was sein Gegenüber sagte, während er versuchte seine Hornbrille mit einem Taschentuch abzuwischen.
Hannes schluckte. Hoffentlich war es kein Fehler gewesen, hier einfach so zu klingeln. Dann nahm er seinen ganzen Mut zusammen: „Entschuldigung, ich heiße Hannes, ich wohne mit meinen Eltern nebenan und ich wollte nur fragen, ob bei ihnen alles in Ordnung ist.“ Er räusperte sich. „Also, ich meine wegen des lauten Knalls und den grünlichen Wolken.“
Ein fröhliches Lachen erschien auf dem Gesicht des Nachbarn. „Oh, das ist ja sehr aufmerksam. Ja, ich hätte längst bei euch vorbei kommen sollen. Aber ich befinde mich gerade in einer wichtigen Phase… Entschuldigung, ich sollte mich erst einmal vorstellen. Ich heiße Tiberius. Tiberius Erfindus.“
„Erfindus?“, Hannes sah seinen Nachbarn ungläubig an. „Sie heißen wirklich Erfindus?“
„Öh, ehrlich gesagt nein. Es ist so etwas wie, naja, ein Künstlername. Also, ich bin Erfinder und wollte gerne, dass mein Name ein kleiner Hinweis darauf ist. Meinst du das ist mir gelungen?“
Ob er diese Frage ernst meinte? Hannes antwortete vorsichtshalber mit einem „Ja“, woraufhin der Erfinder erneut über das ganze Gesicht strahlte.
„Wunderbar, wunderbar. Aber möchtest du nicht reinkommen? Dann kann ich dir zeigen, woran ich gerade arbeite.“
„Gern, Herr Erfindus“, Hannes musste sich das Lachen verbeißen.
„Ach, sag doch einfach Tiberius zu mir. Und nun komm rein. Hier geht’s lang in mein Labor“, Tiberius wies mit der Hand den Flur entlang und Hannes quetschte sich an etlichen Kisten vorbei, aus denen jede Menge Krempel herausschaute. „Du musst entschuldigen, ich bin noch nicht richtig eingerichtet. Aber meine derzeitige Erfindung nimmt mich einfach zu sehr in Anspruch.“

Der Raum, den sie betraten, sah eigentlich aus wie eine ganz normale Küche. Nur die zahlreichen Reagenzgläser, Messzylinder und Laborflaschen wiesen darauf hin, dass hier nicht ausschließlich gekocht wurde. Hannes kam sich vor, wie in der Schule im Chemielabor.
„Vorsicht, tritt nicht in die Glassplitter“, warnte Tiberius ihn. Kein Wunder, dass es zwei Mal einen lauten Knall gegeben hatte. Allein die vielen Scherben auf dem Boden erzählten davon. Ebenso wie die grüne Flüssigkeit, die nicht nur an den Wänden klebte, sondern auch von der Küchentheke herunter tropfte und sich dort in einer Pfütze sammelte.
Tiberius Grinsen wirkte verlegen. „Ja, so ganz will mir der Durchbruch noch nicht gelingen. Aber ich bin sicher, dass es bald so weit sein wird!“
„Was erfindest du denn gerade?“ Hannes sah sich neugierig um. Aus all dem was hier rumlag und stand konnte er nichts erkennen.
„Ich stehe kurz davor, den WTF zu erfinden“, erklärte Tiberius sichtlich stolz.
„Was ist denn ein WTF?“
„Das ist der Wuppstitätsfaktor“, war die erstaunliche Antwort. „Es wird sich hierbei um eine Flüssigkeit handeln, die man auf etwas drauftropft und das vergrößert sich dann. Also wenn ich zum Beispiel“, Tiberius legte die Stirn in Falten und überlegte einen Moment, „ja, genau, wenn ich einen Regenwurmtunnel vergrößern möchte. Dann tropfe ich ein, zwei Tropfen meines WTF auf die Stelle, natürlich sollte der Regenwurm gerade nicht in der Nähe sein, und schwupps ist es auf einmal ein großer Regenwurmtunnel.“
Skeptisch sah Hannes den Erfinder an. „Und was soll ein großer Regenwurmtunnel bringen? Dann kriecht da so ein kleiner Regenwurm herum…“
Noch bevor Hannes seinen berechtigten Einwand näher erklären konnte, unterbrach Tiberius ihn.
„Ja, du hast natürlich Recht. Das war kein kluges Beispiel. Dann stell dir vor, du hast eine Portion Eis und überlegst, dass du doch gerne ein größeres Eis hättest. Einmal kurz den Wuppstitätsfaktor draufträufeln und schon hast du eine Riesenportion!“
Ja, mit diesem Beispiel ließ sich doch etwas anfangen. Nun strahlte auch Hannes über das ganze Gesicht bei der Vorstellung was er demnächst alles vergrößern wollte. Seine Lieblingsnussschokolade zum Beispiel. Oder vielleicht konnte er selber auf die Art ein wenig größer werden, denn zu seinem Leidwesen war er nach wie vor der kleinste in der Klasse.

Die Langeweile, die Hannes noch vor einer halben Stunde verspürt hatte, war zusammen mit der grünlichen Wolke verschwunden. Dieser neue Nachbar versprach ja spannende Einblicke in das Leben eines Erfinders. Wer weiß, vielleicht konnte er ihm ja sogar bei irgendetwas helfen. Als sein Assistent oder so. In Chemie hatte er im letzten Jahr immerhin eine zwei im Zeugnis gehabt.
„Wahnsinn! Und wann ist es wohl soweit, dass es funktioniert?“ Hannes schaute sich mit leicht zweifelndem Blick in der ramponierten Küche um.
„Oh, genau kann man das nie sagen. Aber“, Tiberius rieb sich die Hände, „vielleicht schon heute. Ich habe ein gutes Gefühl.“
Schon heute? Das wäre ja wahnsinnig spannend. Ob er vielleicht dabei sein könnte? Er müsste sich nur trauen, zu fragen.
„Möchtest du vielleicht dabei sein?“, der Erfinder zwinkerte Hannes zu, so als hätte er seine Gedanken gelesen. Und wer weiß, vielleicht hatte er ja auch schon einmal eine Gedankenlese Maschine erfunden.
„Das wäre toll! Kann ich dir denn irgendwie helfen?“
„Naja“, Tiberius sah sich um und zuckte mit den Schultern, „ich befürchte, als erstes müssen wir ein wenig aufräumen.“
Glücklicherweise geht das aufräumen zu Zweit wesentlich schneller, so dass bereits nach kurzer Zeit die Arbeit an dem Wuppstitätsfaktor fortgesetzt werden konnte.
Noch nie hatte Hannes so viele Flüssigkeiten gesehen und abgefüllt und zusammen gemischt. Unter den wachsamen Augen von Tiberius mahlte er mit einem Mörser Pfefferkörner, ein Stück Zimtstange und eine Kräutermischung klein. Im stillen fragte er sich in diesen Augenblicken schon, ob sie hier wirklich etwas erfanden oder nicht doch nur das Abendessen für Tiberius kochten.

Aber all das kam letztendlich in ein Becherglas, wo Tiberius es mit einem langen gläsernen Stab umrührte. Dann schüttete er es behutsam durch ein Sieb und als letzten Schritt nahm Tiberius einen Bunsenbrenner zur Hand.
Aus dem Schulunterricht wusste Hannes, das dieser mit Gas betrieben wurde und auch, dass es nicht ungefährlich war ihn zu benutzen. Und wenn er an den Knall und die grünliche Wolke dachte, ging er vorsichtshalber ein paar Schritte zurück. Tiberius reichte ihm wortlos eine Schutzbrille, die den größten Teil seines Gesichts verdecken würde.
Offenbar hatte der Erfinder den Regler des Bunsenbrenners zu weit aufgedreht, so dass eine große helle Flamme hervorschoss, die voller Begeisterung versuchte eine von Tiberius Haarsträhnen zu erwischen.
„Upps“, machte der Erfinder nur, drehte an dem Regler und schon wenig später blubberte die mittlerweile pinkfarbene Flüssigkeit munter vor sich hin. Tiberius stellte den Bunsenbrenner beiseite und starrte auf den Behälter mit der Flüssigkeit.
Worauf er jetzt wohl wartete? Die Antwort bekam Hannes in Form eines weiteren Knalls, der ihn so erschreckte, dass er über einen der Küchenstühle stolperte, diesen umriss und mit ihm gemeinsam zu Boden stürzte. Als er sich wieder aufgerappelt hatte und sich den schmerzenden Oberschenkel rieb, wo sich die Stuhllehne hinein gebohrt hatte, hüpfte Tiberius jubelnd durch die Küche. Wobei er über den Mülleimer stolperte und beinahe auch noch hingefallen wäre.
„Es ist vollbracht, es ist vollbracht“, rief er immer wieder.
„Aber woher weißt du das?“, Hannes sah skeptisch auf das immer noch brodelnde und blubbernde Gebräu.
„Ach“, Tiberius piekste sich mit dem Finger in den Bauch, „das sagt mir mein Bauchgefühl.“
„Ein Wissenschaftler, der auf seinen Bauch hört? Ich hätte gedacht, dass bei euch alles nur mit Logik und nachdenken funktioniert.“
Der Erfinder grinste. „Ich weiß nicht, wie das bei anderen ist, aber bei mir ist es eine Mischung. Aber jetzt komm, lass uns das WTF ausprobieren.“ Er sah an sich selber herunter, hob dann die linke Hand und wackelte mit den Fingern. „Na, da haben wir ja schon ein Versuchskaninchen. Ich träufle mir einfach was auf meinen Daumen.“
Hannes riss erschrocken die Augen auf. Der gute Tiberius war ja wirklich ein bisschen verrückt. Er griff nach einem Apfel, der in einer Schale auf dem Küchentisch lag. „Vielleicht ist es besser hiermit anzufangen. Deine Hand brauchst du doch noch zum erfinden. Wenn da etwas schiefgehen würde…“
„Oh ja, du hast Recht. Nun denn, dann hat also ein Vertreter aus der Familie der Malus die Ehre als erstes meine bahnbrechende Erfindung zu testen.“
„Malus?“, irritiert sah Hannes den Erfinder an.
„Aus dem lateinischen für Äpfel“, erklärte Tiberius, während er ihm den Apfel aus der Hand nahm und ihn liebevoll betrachtete. Dann holte er aus einer der Küchenschubladen eine Pipette, tauchte sie beinahe andächtig in die rosafarbene Flüssigkeit und füllte diese damit. „Nun heißt es Daumen drücken!“ Er nickte Hannes zu, atmete tief ein und drückte auf die Gummikappe.
Gemeinsam starrten sie auf den Tropfen, der langsam aus der Öffnung der Pipette hinausquoll und dann nach unten auf den Apfel fiel. Es vergingen ein, zwei Sekunden, dann ertönte ein sattes plopp und vor ihren Augen wuchs der Apfel auf seine doppelte Größe.

„Juchhu“, rief Tiberius und tanzte mit dem Apfelwunder übermütig durch die Küche.
Hannes schloss sich den Jubelrufen an und trommelte voller Begeisterung auf dem Küchentisch herum. Er konnte es noch gar nicht fassen. Gerade war er Zeuge davon geworden, wie der Wuppstitätsfaktor das allererste Mal zum Einsatz kam. Es war unglaublich. Am liebsten würde er sich gleich etwas von dem WTF auf den Kopf tropfen, damit er endlich größer als seine Klassenkameraden werden würde, aber zu seiner großen Enttäuschung stellte Tiberius die restliche Flüssigkeit in den Küchenschrank und schloss sorgfältig die Tür.
„Aber willst du nicht noch weitere Versuche machen?“ Hannes sah den Erfinder bittend an.
„Oh, wollen schon, mein lieber junger Freund. Aber es ist nicht ratsam, einen Versuch zu überstürzen. Ich warte bis morgen ab, was mit dem Apfel passiert und dann können wir uns an andere Versuchskaninchen heranwagen. Magst du morgen früh wiederkommen?“
„Ich kann nicht“, Hannes war maßlos enttäuscht, „ich habe doch Schule.“
Tiberius überlegte einen Moment. „Dann warte ich mit Teil zwei des Experiments auf dich. Da kommt es auf die eine und andere Stunde nicht an. Kannst du gleich nach der Schule herkommen?“
„Klar“, strahlte Hannes, „direkt vom Bus aus. Wenn ich die Nordstraße runterlaufe, bin ich in fünf Minuten hier. Das habe ich mal gestoppt!“
Mit dieser Absprache, trennten sich die Beiden und Hannes lief rasch nach Hause. Es war inzwischen Abendbrotzeit und seine Eltern würden gleich von der Arbeit kommen. Da wollte er lieber zurück sein.

Den ganzen Abend hatten seine Eltern kaum ein Wort von ihm gehört. Hannes war ganz in die Gedanken an die Erfindung vertieft gewesen. Als er später ins Bett gehen sollte, war er immer noch total aufgekratzt. Kein Wunder, dass er sich von einer Seite zur anderen wälzte und nicht einschlafen konnte.

Plötzlich sah er durch sein Dachfenster einen blauen runden Lichtfleck, der immer näher kam, so als wollte er sich durch die Scheibe bohren. Vielleicht war er doch eingeschlafen und träumte jetzt? Hannes kniff sich in den Oberarm.
„Autsch!“, Er rieb sich die schmerzende Stelle. Ok, anscheinend träumte er nicht. Und der Lichtfleck kam immer noch näher. Plötzlich erschienen in dem Fleck Worte, wie auf einem Anstecker. Er setzte sich im Bett auf und beugte sich nach vorn, um besser sehen zu können.
Komm rüber!, stand dort.
Komm rüber? Was sollte das denn nun schon wieder? Aber klar! Hannes sprang hastig auf und zog sich seine Sachen an. Das war bestimmt eine Nachricht von Tiberius, die er mit irgendeiner Erfindung hierher projiziert hatte. Er schlich auf Socken die Treppe hinunter, zog sich im Flur die Schuhe an und öffnete dann leise die Haustür. Glücklicherweise schienen seine Eltern schon zu schlafen, zumindest war unter der Schlafzimmertür kein Licht mehr zu sehen gewesen.

Als er vor dem Haus stand, sah er, dass das blaue Licht tatsächlich von Tiberius Haus herüber schien. Um Zeit zu sparen, nahm er den kürzesten Weg über den kleinen Zaun, der die beiden Grundstücke voneinander trennte.
Der Erfinder wartete bereits auf ihn und wedelte wild mit den Armen, als Zeichen, dass er hereinkommen sollte. Nachdem er die Tür hinter Hannes geschlossen hatte, atmete er aus.
„Gut, dass du mein Hey-bemerk-mich-Licht bemerkt hast. Ich konnte ja schlecht mitten in der Nacht bei euch klingeln.“
„Was ist denn passiert?“
„Sieh selbst!“ Tiberius öffnete die Küchentür und ließ ihn an sich vorbeigehen.
Hannes betrat die Küche. Was war denn das?
„Ist… ist das etwa der Apfel, den du mit dem WTF beträufelt hast?“
„Allerdings. Als ich gestern Abend ins Bett ging, habe ich nochmal hier reingeschaut und da kam er mir schon größer vor. Aber ich habe es auf die Aufregung geschoben und darauf, dass ich müde war. Aber nun…“
Gemeinsam schauten sie auf das was gestern noch ein ganz normaler Apfel gewesen war und jetzt locker die Hälfte der Küche einnahm. Zwei Stühle und den Küchentisch hatte er unter seinem Fruchtfleisch begraben. Und der Kühlschrank hatte vorne eine Delle, als hätte King Kong persönlich sich dagegen gelehnt.
„Hört der irgendwann auf zu wachsen?“, fragte Hannes, ohne den Blick von dem leuchtend grünen Apfel, ein Granny Smith seine Lieblingssorte, abzuwenden.
„Ich befürchte nein. Und genau deswegen habe ich dich gebeten rüber zu kommen. Wir müssen ihn klein schneiden und abtransportieren. Und dann irgendwo…“
„Verbrennen?“, ergänzte Hannes.
„Gute Idee! Also, hilfst du mir?“ Tiberius sah ihn bittend an.
„Klar. Aber wir müssen aufpassen, dass uns niemand beobachtet. Nicht, dass sie deine Erfindungen noch für etwas Gefährliches halten.“
Der Erfinder nickte, zog aus der Küchenschublade, die sich glücklicherweise noch öffnen ließ, ein großes Messer heraus und begann gleich darauf wie ein Wilder an dem riesigen Apfel herum zu schneiden.
„Kannst du die einzelnen Stücke rausbringen? Ich habe schon den Anhänger an mein Auto gehängt, so können wir das ganze hinterm Ort auf eines der Felder bringen.“
„Ok“, Hannes wollte schon zugreifen, als ihm noch etwas einfiel. „Aber was ist mit dem WTF? Ist es nicht zu gefährlich, es aufzubewahren? Wenn es umfällt ist auf einmal das ganze Haus riesig oder so.“
Tiberius hielt einen Moment inne und legte die Stirn in Falten. „Du hast Recht. Dieser Fehlversuch muss vernichtet werden. Am besten nehmen wir es mit und schütten es dann auf eins der Apfelstücke, bevor wir es ins Feuer werfen.“

Genau so machten sie es. Nachdem Hannes und der Erfinder alles aufgeladen hatten, die riesigen Apfelstücke passten gerade so in den Anhänger, fuhren sie es zu einem der Felder, die hinter Winzlar lagen. Glücklicherweise waren sie zu dieser nächtlichen Stunde die einzigen, die hier unterwegs waren.
Mit einem wehmütigen Gesichtsausdruck nahm Tiberius das Becherglas mit dem WTF, kniff die Augen zusammen und goss es über eines der Apfelstücke. Ein sattes plopp später war dieses doppelt so groß wie zuvor. Und bevor auch dieses nun weiterwachsen konnte, warfen sie alles nach und nach ins Feuer. Tiberius hatte extra ein paar große Feldsteine um den Apfelhaufen gelegt, um nicht versehentlich halb Rehburg-Loccum und Umgebung abzubrennen.

Der Geruch des bratenden Apfels erinnerte Hannes an die Weihnachtszeit, wenn seine Oma Bratäpfel mit Marzipanfüllung machte. Er musste grinsen, als er sich vorstellte, wie sie diesen riesigen Apfel gefüllt hätte. Und wie viel Vanillesoße dafür erst nötig wäre!
„Danke, dass du mir so toll geholfen hast“, der Erfinder klopfte Hannes auf die Schulter. „Vielleicht hast du ja mal wieder Lust, mich beim erfinden zu unterstützen.“
Hannes grinste. „Klar, wenn es nicht wieder damit endet, dass ich große Apfelstücke durch die Gegend schleppe.“
Auch Tiberius grinste. „Nein, das nächste Mal wird es etwas wirklich…“ Er stoppte mitten im Satz und überlegte einen Moment. „Eine Schubkarre.“
Hannes sah ihn nur fragend an. Schubkarren gab es ja nun wohl schon Ewigkeiten.
„Eine, die sich selbst belädt und dann alleine fährt.“ Ohne ein weiteres Wort machte Tiberius auf dem Absatz kehrt und marschierte den Feldweg zurück den sie gekommen waren.
„Aber dein Auto“, rief Hannes hinterher. Dann zuckte er mit den Schultern. Er konnte ihn nicht aufhalten. Soviel hatte er inzwischen begriffen. Am besten lief er einfach hinterher und versuchte das Schlimmste zu verhindern. Während er den Feldweg entlang lief, grinste er. Egal, was da noch auf ihn zukam, so einen Erfinder zum Freund zu haben, das war schon was ganz Besonderes.

Die 1. Geschichte des Experiments findet Ihr hier und die 2. hier!