Lese-Zeit: Sterben

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Vor ein paar Wochen fiel mir auf einem Bücher Flohmarkt ein Titel ins Auge: Sterben. Wer mich kennt weiß, dass dies eins der Schlüsselwörter ist, auf die ich immer anspringe. Ich griff danach – obwohl ich eigentlich kein neues Buch kaufen wollte… – und entdeckte nebenbei aus dem Augenwinkel, das es noch zwei weitere Titel gab, die eindeutig dazu gehörten: Lieben und Leben.

Als bekennende Buchsammlerin konnte ich nun natürlich nicht widerstehen. Ich warf kurz einen Blick auf den Namen des Autors – Karl Ove Knausgard – der mir jedoch unbekannt war und kaufte die Bücher. Noch während ich bezahlte, hielt mir mein Mann einen weiteren Band vor die Nase: Spielen.

Erst Zuhause schaute ich mir genauer an, welche Buchschätze ich mir an diesem Tag angelacht hatte. Knausgard ist ein norwegischer Schriftsteller, der es sich mit diesen Bänden zur Aufgabe gemacht hat, das eigene Leben zum Gegenstand des Schreibens zu machen. Und das in sechs Bänden. Was bedeutete, dass es noch zwei weitere Bände (Träumen und Kämpfen) gibt bzw. der letzte wird dieses Jahr im Mai erscheinen. Wobei dieser für mich definitiv keine Eile hat, denn es wird sicher eine Weile dauern, bis ich mich dahin durch gelesen habe.

Sterben beinhaltet als Thema den Tod von Knausgards Vater und somit natürlich auch sein Leben und das Verhältnis zwischen ihm und seinen zwei Söhnen. Und dass dies alles andere als eitel Sonnenschein war, beschreibt Knausgard bis ins Detail. Wie auch alles andere aus seinem Leben bzw. in diesem Fall aus seiner Jugendzeit. Und ich frage mich durchaus, ob er sich an all dies tatsächlich auch erinnert oder doch an etlichen Stellen dichterische Freiheit hat walten lassen. Oder schrieb er ausführlich Tagebuch? Ich weiß es nicht.

Mich hat dieses Buch mit seiner Lebensgeschichte fasziniert. Einige Details hätte es für mich nicht gebraucht, aber das ist immer so, wenn etwas ausführlich erzählt wird. Insgesamt jedoch gefällt mir sein Stil sehr gut, ebenso wie seine Beschreibungen. Das die Meinungen über diese doch recht ausufernde Art zu schreiben äußerst umstritten ist, muss ich wohl kaum erwähnen. Ein Blick auf die Rezensionen bei amazon und man ist im Bilde.

Für mich steht fest, dass ich nach und nach auch die anderen Bände lesen werde, jedoch nicht direkt im Anschluss. Dazu ist es mir dann doch zu intensiv und rund 600 Seiten (die jeder Band umfasst!) liest sich nicht mal eben zwischendurch. Und der Inhalt seiner Lebensgeschichte ist zudem auch nicht unbedingt etwas für schwache Nerven.

Lesung mit Hanns-Josef Ortheil

Vor einem Jahr las ich das Buch Der Stift und das Papier von Hanns-Josef Ortheil. Ich war fasziniert von der Art und Weise, wie der Kölner Autor sein Schreib-Leben in der Kindheit auf den Seiten lebendig werden ließ. Den Beitrag dazu findet Ihr hier!

Schon damals war klar, dass ich über kurz oder lang weitere Bücher von ihm lesen und den Autor gerne auch einmal bei einer Lesung erleben würde. Gestern war es nun soweit! Die Buchhandlung Leuenhagen & Paris in Hannover hatte zum wiederholten Male Herrn Ortheil eingeladen.

Die Bänke in der Apostelkirche waren bis auf den letzten Platz gefüllt – die Lesung war bereits Wochen vorher ausverkauft – als Hanns-Josef Ortheil den Mittelgang hinunter in DSC_0004Richtung Altarraum ging. Unspektakulär und schlicht, waren die Worte die mir durch den Kopf gingen. Ich war neugierig, wie der bekannte Schriftsteller, Pianist und Professor für Kreatives Schreiben, sich bei einer Lesung präsentieren würde. Schließlich ist nicht jeder gute Autor auch gleichzeitig ein guter Vorleser.

Aber in Herrn Ortheils Fall kommt alles zusammen! Witzig, kurzweilig und mit einem Gespür für wunderbare Beschreibungen erzählte und las er aus seinem neuen Buch Was ich liebe und was nicht. 

Da ich mir das Buch direkt vor Ort gekauft und in der Wartezeit bis zum Beginn der Lesung bereits meine Lese-Nase tief hinein gesteckt hatte, wusste ich, dass auch dieses Buch mich wieder überzeugen würde. Verschiedene Themenbereiche hat der Autor in diesem Werk beleuchtet. Da geht es um das Fliegen und wie er oft als einziger Sekt trinkt, um dieses Hochgefühl über den Wolken zu fliegen gebührend zu feiern, ebenso wie um das Essen mit einem guten Freund, der die gemeinsame Zeit dazu nutzt, sich mal wieder richtig auszusprechen – was in einem Monolog endet.

Und diese Schilderungen treffen durch die genaue Beobachtungsgabe Ortheils, die er in lebendige Worte umzusetzen weiß, direkt in mein Leser-Herz. Ich freue mich schon darauf, mich in die Geschichten, Beschreibungen, Essays und kleinen Gedichte zu vertiefen und ich werde sicherlich wieder einmal eine Lesung mit diesem grandiosen Autor besuchen.

Lese-Zeit: Camilla Läckberg

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Letztes Jahr im April las ich das erste Mal einen Roman von Camilla Läckberg – Der Leuchtturmwärter. Ein Krimi aus der Falck-Hedström Reihe. Den Beitrag dazu findet Ihr hier!

Obwohl ich nur selten Krimis lese, hat mich dieser sofort gefesselt und mir war klar, dass ich noch mehr von dieser Reihe lesen möchte. Dann allerdings mit dem 1. Band beginnend. Und nun war es soweit: Die Eisprinzessin schläft und Der Prediger von Fjällbacka haben bei mir Einzug gehalten – die ersten beiden Bände der Krimireihe.

Und was soll ich schreiben – ich habe beide Bände mit einem HAPPS verschlungen! Endlich habe ich erfahren, wie es mit Patrik Hedström, dem Kommissar, und Erica Falck, der Schriftstellerin, begonnen hat. Wie sie sich in dem schwedischen Fischerort Fjällbacka kennengelernt und ihren ersten Fall zusammen gelöst haben. Und natürlich auch den zweiten.

Ich liebe die Art, wie Camilla Läckberg ihre Geschichten erzählt. Wie sie die Figuren zum Leben erweckt und wie sie kleine Fährten in ihren Romanen streut, die dann zur Lösung des Falles führen. Wobei ich keine gute Kommissarin abgeben würde… Egal, was ich weiß ist, dass schon bald weitere Krimis dieser Autorin von mir adoptiert und dann gelesen werden.

Lese-Zeit: So was wie Liebe

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Anna McPartlin – allein am Cover erkennt man zu wem die jeweiligen Bücher gehören. Schwarzer Hintergrund und darauf bunte Blüten oder wie bei So was wie Liebe Seesterne und Muscheln. Wobei ich jetzt tatsächlich eines mit einem weißen Hintergrund gesehen habe… aber heute geht es nun erst einmal um So was wie Liebe.

Ebenso wie bei ihren anderen Büchern (die, die ich bisher kenne) handelt auch dieses vom Leben, Sterben und dem Tod. Ihr bekanntestes ist bisher sicherlich Die letzten Tage von Rabbit Hayes. Die Geschichte So was wie Liebe handelt von einer jungen Frau, die nicht nur ihre erste große Liebe sondern auch ihren Sohn an den Tod verloren hat. Mary lebt seitdem allein, hat jedoch Familie und Freunde in greifbarer Nähe, die sich um sie kümmern und sorgen. Vor allem, da sie in all den Jahren, die seit den tragischen Ereignissen vergangen sind, ihr Leben zurück gezogen und ohne sich ihre früheren Träume zu erfüllen lebt. Was durchaus verständlich aber eben auch traurig ist.

Pechmarie wird sie genannt und sie sieht sich selber wohl auch so, was mit einer der Gründe ist warum sie ihr Leben nicht noch einmal mit Jemandem teilen möchte. Und dann zieht in das Nachbarhaus Jemand ein, der ganz offensichtlich mit dem Leben ebenfalls Probleme hat. Obwohl sie versucht Sam – so heißt der neue Nachbar – aus dem Weg zu gehen, stolpert sie doch förmlich immer wieder über ihn und seine Probleme.

Wundervoll, liebevoll und offen erzählt. Eine weitere Geschichte von Anna McPartlin in die ich mich bereits nach den ersten Seiten komplett verliebt habe. Wie gut, dass ein weiterer Roman von ihr bereits in meinem bald-lesen-Regal steht!

 

 

Lese-Zeit: Das Wettangeln

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Angeln ist nichts für mich. Somit kann man sicher sein, dass ich mir dieses Buch auf keinen Fall nach dem Titel ausgesucht hätte. Genau genommen habe ich es von einer lieben Freundin geschenkt bekommen, die meine Bücherregale jedes Jahr aufs neue mit wundervollen Büchern füllt, auf die ich allein vermutlich nicht gekommen wäre. So auch diesmal.

Ein Bilderbuch von Siegfried Lenz?, war mein erster Gedanke, als ich das Buch auspackte. Tatsächlich! Der große Schriftsteller, der im Oktober 2014 verstorben ist, hat diese kleine Geschichte mit dem Titel Das Wettangeln – laut der Aussage im Buch – als letztes geschrieben. Und wer sich mit Siegfried Lenz auskennt der weiß, dass das Angeln in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt hat!

Und so hat er kleine und große Dinge, die in stets begleitet haben, hier noch einmal aufleben lassen. Das Ganze von Illustrationen umrahmt, die für meinen Geschmack sehr unterschiedlich sind. Die Zeichnungen von Fischen und Natur gefällt mir unglaublich gut, ich konnte mich gar nicht daran satt sehen. Die Zeichnungen von den Menschen gefallen mir hingegen gar nicht.

Ich gebe zu, dass ich beim Lesen und Anschauen schlucken musste. Siegfried Lenz war für mich ein begnadeter Schriftsteller, dessen Bücher ich gerne lese und die so unglaublich menschlich sind. Und ich bin von Herzen froh, dass ich einige Werke von ihm noch nicht gelesen und so noch den einen und anderen Genuss vor mir liegen habe.

Lese-Zeit: Die Honigtöchter

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Seit einigen Jahren führe ich bereits eine Liste darüber, welche Bücher ich im Laufe eines Jahres lese. 2016 waren es erstmals 63 gelesene Bücher, was für mich wirklich eine ganze Menge ist. Nun bin ich gespannt, wo mich meine Lese-Reisen in diesem Jahr hinführen werden und über einige Bücher werde ich hier auch wieder schreiben.

In den vergangenen Monaten war mir immer mal wieder ein Cover in den Buchläden ins Auge gefallen: Die Honigtöchter von Cristina Caboni. Es zeigt ein Honigglas, ein paar Blüten und einige Zitronen – wenn mich mein Auge nicht trügt – drumherum. Dies gemeinsam mit dem Titel sprach mich durchaus an. Ich las den Klappentext und auch dieser klang einladend. Trotzdem kaufte ich das Buch nicht.

Als es mir dann jedoch in einem Second Hand Laden in Hannover förmlich vor die Füße fiel, nahm ich es als Zeichen und trug meinen neuen Bücherschatz nach Hause. Ich begann noch im Dezember mit der Lektüre, da ich es aber dann nicht beendete, ist es mein erstes eingetragenes Buch für den Januar!

Tja, was soll ich schreiben. Mein merkwürdiges Bauchgefühl, das mich einst von einem Spontankauf abhielt, hatte Recht. Dieses Buch, vielmehr der Erzählstil der italienischen Autorin, ist absolut nichts für mich.

Die Geschichte handelt von einer mobilen Imkerin, Angelica, die ihre Arbeit mit den Bienen leidenschaftlich liebt, aber dies auch als Flucht vor ihrer Vergangenheit nutzt. Wie die meisten wissen, holt einen jedoch die Vergangenheit gerne einmal ein. Und genau das passiert der jungen Frau. Sie kehrt in ihre Heimat, nach Sizilien, zurück und merkt schnell, dass dort ihr Herz nach wie vor an allem hängt. Aber der Gedanke auch hier wieder zu fliehen drängt sich trotz allem auf.

Im Laufe der Geschichte wird nach und nach die Vergangenheit der jungen Frau aufgedeckt. Normalerweise liebe ich diese Rückblenden, aber die Art und Weise wie sie erzählt werden – vielleicht sind es auch einfach die Figuren, die für mich nicht lebendig werden – spricht mich nicht an.

Ich habe mich durch dieses Buch durchgekaut und der Gedanke es lieber weg zu legen und ein anderes zu lesen, sprang mich immer wieder an. Was mir an allem jedoch gefallen hat war, wie die Autorin – selber Imkerin – über Bienen und die Imkerei geschrieben hat. Also zumindest habe ich etwas gelernt. Aber für einen Platz in meiner Hausbibliothek wird es definitiv nicht reichen.

Lese-Zeit: Die Seiten der Welt, Teil 2 und 3

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Im Urlaub habe ich Teil 1 der Trilogie verschlungen (den Lese-Zeit Beitrag findet Ihr hier), direkt danach Teil 2 und 3 bestellt. Ja, ich konnte es kaum abwarten, auch diese Bücher zu lesen. Dementsprechend stürzte ich mich auf das Paket und bin bis heute froh, dass unser Briefzusteller doch sehr standhaft ist…

Endlich ging für mich die Geschichte von Furia, ihrer Familie, ihren Freunden und all den anderen Bücher-Wahnsinnigen-Verrückten-Begeisterten weiter. Ich las beide Teile direkt nacheinander. Und während der 1. Teil ja durchaus auch für sich stehen kann – waren eigentlich von Anfang an drei Teile geplant? – war ich nach der Lektüre des 2. Bandes froh nicht warten zu müssen, bis Kai Meyer den letzten geschrieben hat. Denn dort war klar, dass es weitergehen MUSSTE.

Sowohl der 2. als auch der 3. Band haben mich begeistert. Ich liebe die Welt der Bibliomantik, begeistere mich für die Exlibri und all die anderen wunderbaren Figuren, die Kai Meyer erschaffen hat.

Am stärksten war für mich jedoch der 3. Band. Unglaublich, wie der Autor hier die Fäden in der Hand behalten hat und die Figuren so lebendig werden ließ, das ich das Gefühl hatte mit ihnen zu leben, zu leiden, zu lachen.

Als das Ende der Geschichte näher rückte, hatte ich ein klein wenig Sorge (warum eigentlich?), dass mich das Ende enttäuschen könnte. Dass es nicht so ist, wie es MIR gefällt. Reicht es, wenn ich schreibe, dass mir Tränen der Rührung, der Begeisterung, der …. über das Gesicht liefen? Denn genauso war es!

Eine grandiose Trilogie, die mir von der ersten bis zur allerletzten Seite ein Wahnsinnslesevergnügen bereitet hat.

DANKE Kai Meyer!