Wanda wandert # 2 – Heimische Wege mit unerwarteten Wendungen

Die zweite Wanderung in diesem Jahr führt uns über heimische Pfade. Wir starten an der Ev. Akademie in Loccum – auf dem Weg dorthin läuft im Radio der Gute-Laune-Song „All about that bass“ – von wo aus wir in Richtung Münchehagen wandern wollen.
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Bei blauem Himmel und Sonnenschein genügt mir ein kurzärmliges Wanderhemd, was dafür sorgt, dass ich mich leicht und locker fühle. Auch wenn es heute erneut noch nicht so viele Kilometer werden, ist mein großer Rucksack zwecks Training von Nacken- und Schultermuskulatur wieder dabei.
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Wir marschieren direkt in den Loccumer Klosterwald hinein, begleitet von zahlreichen Vogelstimmen, die von allen Seiten her an meine Ohren dringen. Hin und wieder gesellt sich das Summen eines Insekts zu dem Chor und ich fühle wie meine Frühlingslaune Wellen schlägt. Glücklich setze ich einen Fuß vor den anderen, wobei ich mich daran erinnere, dass ich aufgrund diverser Entzündungen vor einem Jahr keinen Schritt machen konnte, ohne den Wunsch zu spüren, vor Schmerzen aufzuheulen. Ich strahle mit der Sonne um die Wette!
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Wir wandern in Richtung der Luccaburg, die mitten im Klosterwald an einer Kuhweide gelegen, an den Stifter des Klostergeländes, Wilbrand von Hallermund, erinnert. Wir biegen jedoch nicht in den schmalen Pfad dorthin ab, sondern bleiben auf dem Weg, auf dem auch der Pilgerweg Loccum-Volkenroda entlangführt. Ein ca. 300 km langer Weg, den damals die 12 Mönche mit ihrem Abt Ekkehard gegangen sind, weil sie hier in Loccum das Tochterkloster zu Volkenroda gründen wollten. Natürlich weiß man nicht, welche Wege sie gegangen sind, zumal etliches heute durch Asphaltdecken verändert iist. Einer meiner Bewegungsziele für die nächsten Jahre lautet, diesen Weg einmal von Volkenroda aus nach Hause zu gehen. Da tut Training Not!
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Auf unserer heutigen Wanderung legen wir einen längeren Stopp auf einer Bank ein, da ich mein Notizbuch nicht nur als zusätzliches Gewicht mitführen, sondern es auch mit Worten füllen will. Eine vierköpfige Männer Radfahrtruppe rollt vorbei. Sie haben sich schon eine Weile vorher durch laute Stimmen angekündigt. Eine Läuferin kreuzt den Weg der Zweiräder. Angestrengt und konzentriert nickt sie beim Laufen mit dem Kopf. Zwischen all diesen Geräuschen ein weiteres: ein Specht klopft nachdrücklich mit seinem starken Schnabel gegen einen Baum. Laut zwar, aber er bleibt für meine Augen unsichtbar.
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Nach einem ordentlichen Schluck aus der Trinkflasche, geht es dann weiter. Nach der ersten Schreib- und Trinkpause wandern wir noch eine kurze Strecke durch den Klosterwald, dessen Boden mit Teppichen aus Buschwindröschen geschmückt ist. Und dann öffnet sich der Wald und wir haben freien Blick über weite Felder und Wiesen, zwischen denen uns ein Weg weiter in Richtung Münchehagen führt. Oder gehören die Felder schon zu diesem Ortsteil dazu?
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Der Weg geht über in eine schmale, asphaltierte Straße, die sich eine Anhöhe hinaufschlängelt. Ziegengemecker durchdringt die Mittagsruhe. An einem schmalen Bach lebt eine Ziegenherde. Etliche Zicklein liegen und stehen neben ihren Müttern, die ein wachsames Auge auf ihren Nachwuchs und auch auf uns Menschen haben. Die Herde erinnert mich an den Ortsteil von Rehburg-Loccum, den wir uns heute als Wanderziel ausgeguckt haben – Bad Rehburg. Auch dort gab es früher zu Zeiten des Königlichen Bades Rehburg eine Ziegenherde. Diese war einzig zu dem Zweck angeschafft worden, die Kurgäste ab 1840 mit Molke zu versorgen, da die Wasserquelle bedauerlicherweise versiegt war.
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Wir befinden uns jedoch nach wie vor auf dem Weg nach Münchehagen, wo wir oben auf der Anhöhe nicht nur auf das Dörphus stoßen, das bei jedem Wetter zu einer gemütlichen Rast einlädt, sondern auch auf die siebte Station der Dino-Tour. Eine Infotafel sowie einige Tastblöcke mit den Abgüssen von Fossilien bieten dem Wanderer oder Radler ein Häppchen To-Go-Bildung an. Mir gefällt besonders der Zahn eines Megalodon. Nun ist es auch Zeit für ein belegtes Brötchen, welches unter freiem Himmel und mit Blick über die Felder und den Klosterwald auch gleich doppelt so gut schmeckt.
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Nach der zweiten Schreib-, Trink- und sogar Esspause geht es die Anhöhe wieder hinunter in Richtung Ortsmitte. Wir wandern am Friedhof vorbei, immer der Straße entlang. Ein Hinweisschild klärt uns dann noch darüber auf, dass es sich bei der Anhöhe um die schwarze Brücke gehandelt hat. Die Hauptstraße schlängelt sich an der kleinen Kirche vorbei, die dank der hübschen Anlage drumherum im Sonnenschein sehr idyllisch ausschaut. In der Nähe der Grundschule biegen wir ab und können kurz darauf einen Blick ins Freibad werfen, das sich noch im Winterschlaf befindet. Die große, blaue Rutsche trägt noch eine grüne Patina und im Schwimmerbecken ist zwar schon das Laub auf einen Haufen gefegt worden, aber von Wasser ist noch weit und breit nichts zu sehen.
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Kurz darauf biegen wir rechts auf die Straße ein, die zum Dinopark, neben dem Loccumer Kloster der wohl bekannteste Ort unserer Stadt, führt. Aber da wir den lebensechten Dino Nachbildungen heute keinen Besuch abstatten wollen, biegen wir kurz vorher in einen Weg ein, der am Ausgrabungsgelände des Parks entlang in die Rehburger Berge führt. Während wir die sanfte Steigung hoch wandern, bin ich durchaus den Bäumen um mich herum dankbar, dass sie uns Schatten spenden. Denn inzwischen ist die Temperatur sicherlich auf über 20 ° C geklettert. Und so sehr ich diesen Sonnentag liebe und genieße, knabbert die Wärme gerade an meiner Kraft.
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Aber ich schaffe es trotzdem bis zum höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung, dorthin wo hinter einem Maschendrahtzaun ein Sendeturm der Telecom in den Himmel ragt. Ein paar Meter weiter um die Ecke wartet der Marienplatz, ein Teil des früheren historischen Wegenetzes der Bad Rehburger Kuranlage, mit einer Bank auf uns. Ich nutze sie ausgiebig, um auszuruhen, zu trinken und natürlich zu schreiben. Wir nehmen das letzte Wegstück unter die Füße. Nun geht es hinunter in den Ort. Die nächsten Meter geht es gemütlich bergab. Wir besprechen, dass wir nicht hinunter zur Straße gehen, die kurz vor Bad Rehburg zwischen den Bergen verläuft, sondern noch einmal links abbiegen werden, um den Weg zu nehmen, der an einem kleinen Pavillon entlang führt. Von wo aus wir dann über eine Treppe in den Ort hinunter gelangen.
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Und dann kommt der Moment, der unserer Wanderung eine entscheidende Wendung gibt. „Wo hast du denn den Autoschlüssel hin getan?“ Zur Erklärung: wir haben mein Auto in Bad Rehburg geparkt und sind dann mit dem Auto meines Mannes nach Loccum gefahren, um von dort zu starten. Ich bleibe mit offenem Mund, sehe vor meinem inneren Auge, wie ich den Schlüssel ins Handschuhfach gelegt habe – damit er auf der Wanderung nicht verloren geht… Schlau, anders kann man das nicht bezeichnen. Mein Mann bietet an, allein zurück zu gehen, um mich dann abzuholen. Wahnsinnig lieb, aber das kommt natürlich gar nicht in Frage! Auch er will mich nicht alleine ziehen lassen und so machen wir nach acht gewanderter Kilometern kehrt und marschieren erneut in Richtung Münchehagen. Dieses Mal gehen wir einen Weg, der auf der anderen Seite des Ausgrabungsgeländes entlangführt und auch am Dinopark. So sparen wir zum einen Kilometer und haben zum anderen grandiose Aussichten über die weiten Felder um Münchehagen und Loccum herum. Zudem ist es bei dem herrlichen Wetter gar nicht dramatisch noch länger draußen unterwegs zu sein. Ganz im Gegenteil: wir genießen die Auswirkungen meiner Schusseligkeit und ich bin erstaunt, wie gut meine Füße mich selbst über so eine lange Strecke schon wieder tragen.
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Und so vergeht die Zeit wie im Fluge, ratzfatz sind weitere vier Kilometer geschafft, als wir auf dem Parkplatz in Loccum ankommen. Stolze 12 Kilometer sind somit heute zusammen gekommen und ich beginne übermütig von 20, 25 oder sogar mal 30 Kilometer langen Wanderstrecken zu träumen. Aber für Heute bin ich einfach glücklich und zufrieden und kann die Wandermöglichkeiten in und um unsere Heimatstadt Rehburg-Loccum nur wärmstens empfehlen!
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Wanda wandert #1

Im März hat unsere diesjährige Wandersaison begonnen. Da ich zu dieser Zeit meinen Zweitblog noch in Betrieb hatte, erschien auch dort der erste Beitrag zu diesem Thema. Da jedoch in 2017 noch einige folgen werden, habe ich diesen nun mal eben hierher kopiert. Wer ihn also schon kennt, freut sich einfach auf die nächsten!

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Die erste Wanderung in diesem Jahr: rund 7 km im heimischen Süntel. Glücklicherweise haben die Rheuma geplagten Füße mitgemacht, wenn sie jetzt auch ein wenig beleidigt sind. Klar, immerhin waren sogar einige Steigungen auf dem Weg zu bewältigen.

Es ging vorbei an der Baxmann Baude und dann hoch bis zur Blutbachquelle. Eine wunderschöne Gegend mit – noch kahlen – Laubbäumen, einem ewig dahinrauschenden Bach – dem Blutbach – und mit etlichen Schneeglöckchen die bereits vorwitzig ihre hübschen weißen Blüten in die schon Frühlingshafte Luft streckten.

Die Sonne gab sich heute schon richtig Mühe und sorgte dafür, dass man sich für ein kurzes Picknick bereits gemütlich auf einem Baumstamm niederlassen konnte. In diesem Jahr sind so einige Wanderungen geplant und die Streckenlängen sollen dabei langsam gesteigert werden. Ich bin sehr gespannt, was mich da in diesem Jahr noch so erwartet. Schließlich ist jeder Ausflug in die Natur anders und immer wieder aufregend und wunderschön mit all den kleinen doch so großen Dingen, die Flora und Fauna zu bieten haben!