NaNoWriMo / Tag 3 und 4: Schreib-Achterbahn

21192584_10155667232994299_8690012514061656254_n

Erinnert Ihr Euch an meinen letzten Beitrag? (Falls nicht, findet Ihr ihn hier) Darin habe ich u. a. erzählt., dass ich so „wahnsinnig gerne einfach drauf los schreibe“. Jaaa, klar – aber auch nur, wenn es läuft wie geschnitten Brot, oder Nicole??!!

Irgendwer hat heute den Kritiker, den ich vor die Tür gesetzt hatte, wieder hinein gelassen. Oder hat er etwa einen Haustürschlüssel von dem ich nichts weiß? Jedenfalls stand er nach 1,5 Tagen Abwesenheit wieder in meinem Schreibzimmer, warf sich dort auf das Sofa und erklärte mir, dass ich Mist schreibe. Das ich jetzt schon meine Idee komplett versaut hätte.

Zitat: „Reife Leistung, Schätzchen, das Ding schon am vierten Tag gegen die Wand zu fahren.“ (Nach der Aussage wollte er sogar noch Kaffee und Kuchen von mir spendiert haben!)

Dabei schrieb es sich gestern wirklich super! Nachdem ich den guten Ole sinnvoll ins Schreib-Spiel gebracht und mein Schreib-Hirn mir seine Loyalität für diese Geschichte versprochen hatte. Worte… nix als Worte! AUF WEN KANN MAN SICH DENN HEUTE ÜBERHAUPT NOCH VERLASSEN??? Sitze ich hier etwa in einer Achterbahn, die mit mir einen Looping nach dem anderen dreht?

Solche und ähnliche Szenen spielten sich heute in meinem Kopf ab. Und Ihr könnt mir glauben, dass ich echt frustriert war. Ich kroch also bestimmt eine Stunde lang auf allen Vieren durch mein Schreibzimmer, bejammerte mein Schreib-Schicksal, sah mich als verarmte, desillusionierte Autorin unter einer Brücke bei Wasser und Brot campieren…

Und bevor Ihr von mir jetzt genauso die Schnauze voll habt, wie ich es hatte: NATÜRLICH bin ich wieder aufgestanden, habe mich gedanklich in den Allerwertesten getreten und beschlossen, dass ich wie geplant weiterschreibe.

Welch ein Glück, dass ich in der kommenden Woche Zeit, Zeit und noch einmal Zeit dafür habe. Denn: ich werde von Montag bis Sonntag Schreib-Urlaub auf einer Nordsee Insel machen. Neben Fischbrötchen essen (davon werde ich mich wohl rund um die Uhr ernähren!) und am Strand sich den Wind um die Ohren wehen lassen, werde ich schreiben, schreiben und… ach ja, schreiben.

Und sogar die Ablenkung über das Internet fällt weg, denn die Ferienwohnung hat kein WLAN – ist sicher besser so… Also, Ihr lest mich dann danach wieder – inklusive ein paar schöner Fotos – und dann berichte ich von meinen Schreib-Erfolgen!

Lasst es Euch bis dahin gut gehen und wer auch am NaNo teilnimmt: weiterhin viel Spaß und Erfolg und lasst Euch nicht von irgendwelchen blöden Kritikern ins Bockshorn jagen!

P.S.: Aktueller Wordcount: 6.791!

Noch mehr P.S.: Neben all dieser Dramatik haben wir noch unser Wohnzimmer renoviert – das zumindest hat super geklappt!

Advertisements

NaNoWriMo / Tag 1 – Der lachende Kritiker

21192584_10155667232994299_8690012514061656254_n

Mein Mann sagt, ich soll ihn doch einfach erschießen – meinen inneren Kritiker. Und ich wollte ihm schon aus tiefstem Herzen zustimmen, da hörte ich das fiese Kichern meines Kritikers und die – leider – wahren Worte: „Es kommt der Tag, da brauchst Du mich.“

Tja, da hat er Recht. Irgendwann muss die Geschichte von Luna überarbeitet werden und so nervig und gemein der Typ heute war, so gut ist er dann aber auch, wenn es gilt meine Geschichten auf Hochglanz zu polieren und Unebenheiten glatt zu schleifen.

Gut, ich werde ihn also nicht erschießen…

Nur wenige Sätze und Ihr habt bereits eine Ahnung, wie mein 1. NaNo-Tag verlaufen ist. Ja, es war nicht so simpel, wie ich es mir vorgestellt hatte. Vollkommen naiv und vertrauensselig wie ich nun mal oft bin, hatte ich verdrängt, wie wenig ich in diesem Jahr geschrieben habe. Wer meinen Blog schon länger liest der weiß, dass dieses Jahr das Thema Abschiednehmen einen großen Teil meiner Zeit – zu Recht – beansprucht hat. Also, nichts weswegen ich mich nun gräme.

Trotzdem bleibt der Tatbestand, dass mein Schreib-Muskel verkümmert ist. Dabei habe ich gerade in einem Schreibratgeber gelesen, dass es zu den Mythen gehört, dass man diesen regelmäßig trainieren sollte, um schreiben zu können. Klar, drauflos schreiben kann man immer wieder. Aber zumindest bei mir ist es so, dass mein Schreib-Hirn regelmäßiges Training braucht. Inklusive ausgiebigem Dehnungsprogramm. Bedeutet, dass ich mich immer mal wieder ausprobiere, um meine Fantasie stets aufs Neue heraus zu fordern.

Und all das fehlte in diesem Jahr. Warum ich mich dann als Wiedereinstieg gerade für das Mammut Projekt NaNoWriMo entschieden habe? Weil das genau der Tritt ist, den ich gerade brauche. Ich will und ich werde diese 50.000 Wörter in diesem Monat schaffen. Ich werde Lunas Geschichte erzählen.

Hörst Du, Kritiker? Es ist mir vollkommen egal, ob Du heute den ganzen Tag aus vollem Halse über meine Schreibversuche gelacht hast. Ja, vielleicht ist es noch recht ungelenk und murksig wie ich die Geschichte heute begonnen habe, ABER ich habe mich NICHT von Dir abhalten lassen. Ganze 1.783 Wörter habe ich heute geschrieben – und darauf bin ich verdammt stolz!

Und alles andere wird mit jedem Tag besser. Das weiß ich aus langjähriger Erfahrung. Natürlich werde ich hier weiter über meine NaNo-Erlebnisse berichten. Jeden Tag? Das weiß ich noch nicht. Wobei ich gerade merke, dass es ein Super Ventil ist! Na, ich schau mal.

Jetzt mache ich jedenfalls Feierabend und morgen geht es dann mit mutigen Schreib-Schritten weiter! Habt noch einen schönen Abend und alle, die ebenfalls am NaNo teilnehmen: ich wünsche Euch viel Spaß und Erfolg!