Insel-Rätsel…

Ratet mal, auf welcher Insel ich meine Schreib-Woche verbracht habe…??!! 😉

Nur durch einen Blick auf die Insel-Kirche ist es vielleicht noch ein bisschen schwierig.

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Und einer der wunderschönen Dünen Übergänge wird Euch wohl auch nicht weiterhelfen.
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Sie wurde durch das Lied „Lili Marleen“ weltberühmt und hat auf dieser Insel ihre letzte Ruhe gefunden.
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Das reicht noch nicht? Ok, dann hier das Wahrzeichen der Insel!
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Mein 4. und bestimmt nicht letzter Besuch auf dieser Insel war traumhaft schön! Morgen geht es dann wieder mit Volldampf an die Arbeit. Und dann gibt es auch Schreib-Neuigkeiten…

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Wenn eine eine Reise tut – Teil 1

Alles war bis ins Detail geplant: die Abfahrtszeit von Daheim, ebenso wie die am Bahnsteig. In die große Stadt sollte es gehen. Und zwar nach langer Zeit wieder einmal mit dem Zug. Herrlich! Eine kurzweilige Reise mit Harri, George, Liz, Sue, Melissa und einigen anderen.

Frohgemut stieg ich pünktlich ins Auto, um selbiges 20 Minuten später mit einem

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Was auf einen Kassenbeleg doch so alles draufpasst

liebevollen Tätscheln auf dem Parkplatz abzustellen. Es gab eine kleine Diskussion mit dem Fahrkartenautomaten darüber, welchen meiner Scheine er bereit war zu akzeptieren, aber dies stellte kein wirkliches Problem dar.

Laut Anzeige sollte der Zug Fahrplanmäßig bereitstehen – ich konnte mein Glück kaum fassen. Wie oft hatte ich es erlebt, dass Verspätungen und Ausfälle auf dem Bahnprogramm standen, wenn ich 1 – 2 Mal jährlich mein Reise Vertrauen von der Straße auf die Gleise verlegte.

Nebenbei bekam ich noch ein kostenloses Wartezeit-Unterhaltungsprogramm geboten: auf dem gegenüberliegenden Gleis rannte ein junger Mann – hochgewachsen, schlank, die blonden Haare ein reizvoller Kontrast zu seiner schwarzen Kleidung – den Bahnsteig bis zum Ende entlang, um dort mit einem Schild abzuklatschen. Im Anschluss drehte er sich zu unserer Seite um – ich bemerkte erst später, dass dort seine Freunde standen – und riss die Arme in Siegerpose hoch. Was sich die Bahn doch so alles für ihre Kunden einfallen lässt!

Der Zug rollte ein, ich suchte und fand einen Sitzplatz, griff in meinen Rucksack und… erstarrte. Wo waren Harri, George, Liz, Sue, Melissa und die anderen? Ich bin sicher, dass ich schlagartig kreidebleich wurde. Mein Gegenüber, ein Mann mittleren Alters, hob den Blick von seinem Smartphone, hielt kurz mit dem Dauerwischen inne und sah mich kritisch an. Hatte ich einen Seufzer ausgestoßen? Befürchtete er eine Ohnmacht und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten? Ich weiß es nicht und es war mir in diesem Moment auch egal.

Ich hatte mein Buch zuhause liegen gelassen. Meinen Zugreise-Zeitvertreib. Es hätte nicht viel gefehlt und ich wäre in Tränen ausgebrochen. Wie hatte das nur passieren können?

Ruhig bleiben, ermahnte ich mich selber. Heulen, schreien, und toben würde mich hier nicht weiterbringen. Was konnte ich ansonsten auf dieser endlosen Fahrt tun? Richtig! Ich bin doch Autorin – ich kann schreiben. Nein, ich sollte sogar schreiben! Und zwar über das was ich sah, hörte, roch. Na, eben über alles! Ich griff in meinen Rucksack, suchte mir aus den dort vorhandenen Lieblingskugelschreibern einen aus, griff ein weiteres Mal hinein und zog mein Notizheft… mein Notizheft? MEIN NOTIZHEFT!

Könnt Ihr Euch vorstellen, wie schwer es mir fiel, nun noch ruhig zu bleiben? Ich hatte das vollgeschriebene Heft vergessen zu ersetzen. Diesmal hörte auch ich mein Seufzen, während mein Gegenüber sich vorsichtshalber tiefer über sein Smartphone beugte.

Tapfer riss ich mich zusammen. „Probleme sind nur dornige Chancen“, so soll es Christian Lindner, Vorsitzender der FDP, vor rund zehn Jahren gesagt haben. Toll! Sollte ich mich nun über diese `Chance´ auch noch freuen? Ok, ich fasste mitten in die Dornen hinein – in Wirklichkeit war es nur der Rucksack, aber ein wenig Drama wird doch wohl erlaubt sein! – und begann hektisch darin herum zu wühlen. Endlich, wurde ich fündig! Aus irgendeinem Grund hatte ich den Kassenbeleg der Amsterdam Card aufgehoben. Welch ein Glücksfall! Ich wollte schon die Arme hochreißen, wie der junge Mann am Bahnsteig, ließ es aber mit einem Blick auf mein Gegenüber sein. Wer weiß, ob er sonst nicht über sein Smartphone Hilfe holen würde, damit sich endlich Jemand um diese arme Irre kümmern würde?

Und so war ich dann den Rest der Reisezeit – es waren noch rund 25 Minuten – damit beschäftigt zu notieren, was mir am Wegesrand so alles auffiel. Aber darüber schreibe ich in einem der nächsten Beiträge!

Ach ja, in der großen Stadt habe ich mir dann auch gleich zwei neue Notizbücher gekauft. So ein traumatisches Ereignis möchte ich so schnell nicht wieder erleben! 😀

Amsterdam – Zeg maar jij, hoor!

Keine Sorge, ich schreibe diesen Beitrag nun nicht auf Niederländisch, aber ich wünschte DSC_0100schon, dass ich mehr als nur ein paar Brocken sprechen könnte. Es klingt einfach zauberhaft-verspielt. Und: „Zeg maar jij, hoor!“ – ist doch umso vieles schöner, als: „Sag doch Du!“

Nun aber zu dem, was ich während meiner Amsterdam Reise alles gesehen und erlebt habe. Am meisten haben es mir ja die Grachten angetan, das gebe ich offen und ehrlich zu. Für mich gibt es nichts schöneres, als an den verschiedenen Kanälen entlang zu schlendern und einfach in den Tag hinein zu leben.

Im Grachtenhaus (Het Grachtenhuis) an der Herengracht befindet sich übrigens ein Museum, das den Besuchern auf unterhaltsame Art und Weise den Bau des DSC_0017Amsterdamer Grachtengürtels erzählt. Ganze 40 Jahre benötigten die Amsterdamer um das heutige Unesco Weltkulturerbe nach und nach zu erbauen. Der Gang durch das wunderschöne alte Gebäude findet in kleinen Gruppen statt, so dass es immer mal zu Wartezeiten kommen kann. Also am besten ein wenig Geduld mitbringen, sie wird auf alle Fälle belohnt!

Amsterdam hat eine ganze Reihe Museen zu bieten und wer sich dafür interessiert, sollte auf jeden Fall über die Anschaffung einer Amsterdam Card nachdenken. Diese beinhaltet die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel – ich liebe es, die Menschen in fremden Städten dort zu beobachten! – und beinhaltet den freien Eintritt in zahlreiche Museen. Und da die Preise dort gerne pro Person um die 15 € für einen Besuch liegen, rechnete sich das bei mir sehr schnell.

Voller Begeisterung schlenderte ich durch das Rembrandt Haus und schaute mir dort u. DSC_0065a. die frühere Werkstatt des Meisters an. Ich bewunderte die wunderschönen Gemälde Van Goghs in einem weitläufigen futuristisch anmutenden Gebäude und als großer Fan von historischen Kirchen bewunderte ich die Oude Kerk, die schon von außen imposant daher kommt.

Eins meiner Highlights war sicher die Grachtenfahrt, bei der der Kapitän sein Boot gelassen und mit viel Humor durch die engen Kanäle steuerte, während seine Passagiere den Blick auf den Hafen, die zahlreichen Sehenswürdigkeiten und die alten Grachtenhäuser genossen.

DSC_0007Etliche Kilometer habe ich in den fünf Tagen unter meine Füße genommen und natürlich gehörte es auch dazu, in die urigen Cafés, Kneipen und Restaurants einzukehren, um dort nicht nur den Hunger zu stillen, sondern einfach auch das Flair zu genießen. Bei schönem Wetter auch gerne draußen mit Blick auf die Grachten.

Übernachtet habe ich übrigens im A & O Hostel, das 9 km vom Hauptbahnhof entfernt liegt und durch die Metro eine super Verbindung zur Innenstadt hat. Ganz nebenbei konnte ich so allmorgendlich im Speisesaal auch noch den Trubel der zahlreichen Schulklassen beobachten, die ihre Abschlussfahrten mal mehr, mal weniger genossen.

Wie ich es im vorigen Beitrag schon schrieb, wird dies nicht meine letzte Reise nach Amsterdam gewesen sein. Und daher habe ich mich auch mit einem herzlichen „Tot ziens“ (Auf Wiedersehen) von meiner Traumstadt verabschiedet.

Amsterdam – Verliebt in eine Stadt

„Hoi!“ – So sagt man sich in Amsterdam, also auf niederländisch, „Hallo“. Ebenso wie „Doei“ für „Tschüß“ klingt es einfach zauberhaft, wenn Holländer es sagen.

Überhaupt finde ich unsere holländischen Nachbarn wirklich liebenswert. Woher ich DSC_0194meine Weisheiten beziehe? Nun, aus einem Besuch in der Grachtenstadt Amsterdam. Jaaa, werdet Ihr nun vielleicht sagen, ob gerade diese multikulturelle Stadt so ein Spiegelbild der Holländer ist? Schließlich hört man beinahe an jeder Ecke eine andere Sprache, sieht die unterschiedlichsten Menschen und hat das Gefühl das einen die Globalisierung nahezu knutscht.

Aber was mir einfach gefällt, ist der lockere, selbstverständliche Umgang miteinander. Klar, die Amsterdamer sind es seit langem gewohnt, dass sie ein multikulturelles Mischmasch umgibt. Und ob die süßlich riechenden Schwaden, die durch die kleinen Gassen ziehen, die Lässigkeit noch unterstützen, lassen wir jetzt doch mal außen vor.

Fakt ist, dass Amsterdam eine der wenigen Städte ist, von denen ich mich kaum wieder losreißen konnte. Reise ich ansonsten eher ungern öfter an ein und den selben Ort, habe ich hier gerne eine Ausnahme gemacht. Vor zwei Jahren war ich das erste Mal dort und habe mich prompt und unwiderruflich verliebt.

Inzwischen plane ich einen längeren Aufenthalt von 6 – 8 Wochen. Vorher würde ich natürlich noch ausgiebiger niederländisch lernen, während ich vor dieser Reise nur mal in die Sprache hinein geschnuppert habe.

Während ich das schreibe, fällt mir auf, dass ich durchaus auch gleich ein Vierteljahr dableiben könnte. Ich sehe mich in einer der alten Grachtenhäuser wohnen, bei denen die Stiegen steil bis unters Dach führen. Genüsslich flaniere ich an den Grachten entlang, besuche Museen, sitze in den Cafés und Kneipen mit Notizblock und Stift. Selbstverständlich ist auch meine Kamera stets einsatzbereit. Und wenn ich dann nach einem Tag voller Beobachtungen, Gespräche und Begegnungen in mein Heim auf Zeit zurückkehre, dann berichte ich auf meinem Blog von dem Erlebten…

Ja, ich habe es bereits alles durchdacht. Schritt zwei lautet nun: suche und finde einen Sponsor!

Bis dahin werde ich einfach weiter von meiner Traumstadt träumen und Euch in den nächsten Tagen noch erzählen, was ich dieses Mal alles gesehen und erlebt habe.

 

 

Lese-Zeit: Ein Jahr in Wien

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Wie ich es im letzten Lese-Zeit Beitrag schon angekündigt hatte, war ich in der Zwischenzeit in Wien. Ich habe über die (angeblichen?) Eigenarten der Wiener gelesen, habe gedanklich in Kaffeehäusern gesessen und Wiener Melange mit einer schönen Milchschaumhaube genossen. Das ist doch immer wieder das Wunderbare an Büchern – man kann an jeden Ort dieser (oder einer anderen) Welt reisen, in jede Haut schlüpfen und alles erleben.

Aber von vorn. Vor einigen Jahren lungerte ich in einer Seminarpause im Aufenthaltsraum herum und stöberte in einer Bücherkiste. Und da lachte es mich an: Ein Buch mit dem Titel „Ein Jahr in Rom“. Abends auf meinem Zimmer steckte ich die Nase sofort hinein und es zog mich augenblicklich in seinen Bann. Die Autorin Dela Kienle erzählte – Ihr seid wahrscheinlich schon selbst drauf gekommen – von ihrem Jahr in Rom. Keine staubtrockene Aufzählung von irgendwelchen Restaurants und Sehenswürdigkeiten, nein hier gab es einen Blick in den Alltag einer „Auswanderin“. Mit allen Höhen und Tiefen und natürlich mit ihrer ganz eigenen Meinung. Es war eines dieser Bücher bei denen ich traurig war, als ich die letzte Seite gelesen hatte.

Einige Wochen später stieß ich dann durch Zufall auf die Tatsache, dass der Herder Verlag, in dem o. g. Buch erschienen war, eine ganze Reihe davon herausgebracht hatte bzw. dies immer noch tut. Was passierte dürfte jedem klar sein – ich kaufte und kaufte und kaufte… naja, zumindest immer mal eins nach dem anderen. Und so war ich über die Jahre in Australien, Neuseeland, London, Paris, Island, Irland und in zahlreichen anderen Orten auf dieser Welt. Nicht jedes dieser Bücher hat mich überzeugt. Jede Autorin (es waren bisher immer Frauen…) erzählt nunmal in ihrem ganz eigenen Stil. Mal ist dieser sachlicher, hält sich sehr an Fakten fest und mal eben bunt-schillernd-aufregend. Natürlich auch mal ein Mix aus allem. Ich kann mich an meine Reise nach Barcelona erinnern. Dieses Buch konnte ich ohne großen Kummer einfach in mein Regal zu meiner Sammlung stellen. Wo es natürlich trotz allem bleiben wird!

Und nun war ich tatsächlich in Wien! Die Autorin Tonja Pölitz wurde als Korrespondentin ins ZDF-Studio nach Wien versetzt. Sie machte sich guter Dinge auf den Weg und schlug alle Ratschläge bezüglich: „mach Dich lieber mal schlau über die Österreicher“ in den Wind. Tja und so war sie eben doch überrascht, wie viel Deutsche und Österreicher dann doch trennt. Und das eben Jeder seine ganz eigene Lebensart hat und diese auch vehement verteidigt. Sie schreibt mit lockerer Hand, so dass die zahlreichen Begebenheiten z. B. an der „Würstelbox“ oder wie sie dann doch zum „Lieblingspiefke“ wurde, toll zu lesen sind.

Wer also gerne einen Blick hinter die Kulissen werfe möchte, der kann das hier ungeschminkt tun. Was allerdings ein Österreicher oder gar Wiener dazu sagen würde – das weiß ich nun wirklich nicht…