Schreibkick: Unter dem Weihnachtsbaum

In diesem Jahr gibt es einen Special Weihnachtskick mit dem Thema: Unter dem Weihnachtsbaum. Und mir ist spontan etwas eingefallen…

Ich wünsche Euch ein wundervolles Weihnachtsfest mit vielen besinnlichen Stunden. Genießt diese letzte Zeit des Jahres und sorgt gut für Euch!

Unter dem Weihnachtsbaum
von Nicole Vergin

Das Kreischen der Motorsäge verbündete sich mit ihren Kopfschmerzen. Meist kam eben doch alles zusammen, dachte Nora, während sie zum x-ten Male an diesem Tag auf wackligen Beinen in Richtung Vorratskammer schlich um ein weiteres Paket Taschentücher zu holen.
Ein Grippevirus hatte sie seit einigen Tagen energisch in seinen Fängen, so dass ihr nichts anderes übrig blieb, als auf dem Sofa unter der Decke zu liegen und gegen den Hustenreiz literweise Thymian Tee mit Honig zu trinken.
Zu allem Übel hatte sich im Garten auch noch eine der Fichten bei einer Sturmbö verabschiedet und sich quer über den Teich gelegt. Jedes Mal, wenn einer ihrer Bäume sein hölzernes Leben aushauchte, gab es einen kleinen Riss in Noras Herz. Sie liebte diese Wesen, die den Launen der Natur trotzten und sich manchmal auf abenteuerliche Art und Weise ihre Wuchsrichtungen in Richtung Himmel suchten.

Die Fichte hatte sich ihren Standort vor zwanzig Jahren selber ausgesucht. Eines Tages war Nora über ein winzig kleines Bäumchen am Rande des Teiches gestolpert und hatte es nicht über das Herz gebracht, es auszureißen. Gut, der Standort war aus menschlicher Sicht unpassend, aber um so etwas scherte sie sich nicht. Und der Baum offensichtlich auch nicht. Er wuchs und gedieh und so lange er relativ klein war, hatten sie ihn zur Weihnachtszeit mit einer Lichterkette versehen, so dass sie beim Blick aus dem Esszimmer immer etwas Besonderes vor Augen hatten.
DSC_0008Und nun lag er draußen, in Einzelteilen auf dem Rasen verteilt und da wo er vor Stunden noch aufgeragt hatte, stand nun nur noch ein kahler Stumpf.
Immerhin würde die Fichte einen glanzvollen Abschied bekommen. Zumindest ein Teil von ihr. Es war zwei Tage vor Heiligabend und so hatten sie beschlossen, die hoch aufragende Spitze als Weihnachtsbaum in das Haus zu holen und sie ganz wie in Andersens Märchen „Der Tannenbaum“ noch einmal in hellem Glanze erstrahlen zu lassen.

Als der Morgen des Heiligen Abend anbrach, wachte Nora mit derselben verstopften Nase, dem Kratzen im Hals und stellte dann auch noch fest, dass als Höhepunkt eine eitrige Bindehautentzündung dazu gekommen war. Eine Augenerkrankung, mit der sie sich schon öfter herum geplagt hatte. Und das sollte nun das Weihnachtsfest, ihre liebsten Feiertage im ganzen Jahr werden?
Während des Frühstücks, das ihr Mann liebevoll vorbereitet hatte, fühlte sie noch immer keine Weihnachtsstimmung in sich aufkommen. Sie schleppte sich, wie die Tage zuvor, zwischen Esstisch und Sofa hin und her und fühlte sich traurig.

Sie hatten abgesprochen, den Baum nach dem Frühstück zu schmücken und am liebsten hätte Nora sich auch dazu nicht aufgerafft. Aber als ihr Mann die Kisten mit der Weihnachtsdeko hervor holte, kam doch ein wenig Freude in ihr auf.
Liebevoll hängten sie Kugeln und Lametta an die Zweige, stellten einen kleinen Zaun um seinen Fuß herum auf und befestigten eine bunte Lichterkette. Die Spitze, die sie sonst als Schmuck obenauf anbrachten, ließen sie weg, denn die ehemals kleine Fichte besaß beinahe von Anfang an zwei davon und die sollte sie nun zum Ende hin auch behalten.
Mit etlichen Pausen, wiederholtem Nase putzen, kamen sie langsam aber stetig voran. Und dann war der große Moment da. Der Baum stand festlich beleuchtet in einem wunderschönen Weihnachtsgewand vor ihnen.
Nora liefen Tränen über das Gesicht, der Anblick und das Gefühl des Abschieds rührten sie. Aber da war noch etwas. Das Gefühl von Weihnachten breitete sich in ihr aus. Ja, die Weihnachtstage würden anders verlaufen, als sie es sich ursprünglich gewünscht hatte, aber sie würde sie trotz allem genießen und sich an dieser besonderen Zeit des Jahres erfreuen.
Dankbar blickte sie den Baum an. Selbst am Ende seines Lebens bereitete er ihr noch Freude. Und auf einmal rückten alle Grippeviren in den Hintergrund und sie fühlte sich besser, als all die Tage zuvor.
„Frohe Weihnachten“, murmelte sie, während sie sanft über einen der Zweige strich.

Diesmal waren dabei: 

Sabi

Eva

Veronika

Rina P.

Corly

surf your inspiration

Für den 1.1.18 lautet das Thema: Jahresuhr

 

 

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Das 25. Türchen…

deckblatt

25. Dezember

Ein 25. Türchen beim Adventskalender?

JA, denn dieser Kalender ist für mich – wie anfangs erwähnt – etwas Besonderes, ein Herzensprojekt. Und daher habe ich auch beschlossen, dass er ein Türchen mehr haben soll!

Warum? Ganz einfach: ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal von ganzem Herzen DSC_0039bei all denen bedanken, die mich spontan bei diesem Projekt mit ihren wundervollen Beiträgen unterstützt haben!

DANKE – Holger und Julian Vergin, Frau Vro, Solveigh Bartholomae, Julika Szabó, Birgit Gantze, Beate Ney-Janßen. Ihr seid ganz wunderbar und ich bin so froh, Euch begegnet zu sein!

Und ich möchte mich natürlich auch bei all denen bedanken, die sich an den letzten 24 Tagen die Zeit genommen haben, all die Beiträge zu lesen. Ich freue mich, dass so Viele daran Spaß hatten!

Euch Allen: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein gesundes Neues Jahr!

Ein weihnachtliches Herzensprojekt

Vor zwei Tagen haben die ersten Weihnachtsmärkte ihre Pforten geöffnet. Ich persönlich deckblattfinde das vor dem 1. Advent zu früh, aber ich muss ja nicht – oder noch nicht – hingehen. Allerdings beschäftige auch ich mich schon seit Wochen mit der Adventszeit. Für mich ist das ungewöhnlich früh, aber Ihr werdet gleich den Grund dafür erfahren.

Es geht um ein Herzensprojekt, das mir seit zwei Jahren durch den Kopf geistert und das ich in nun endlich verwirkliche! In diesem Jahr wird es einen Adventskalender auf meinem Blog geben. 24 Tage lang könnt Ihr hier täglich Geschichten, Gedichte, Gedanken, Texte… rund um die Winter- und Weihnachtszeit entdecken.

Und was es für mich so besonders macht, ist folgendes: ich habe einige Herzensmenschen von mir gefragt, ob sie bereit sind, etwas zu diesem Adventskalender beizutragen. Ihr könnt Euch vorstellen, wie überglücklich ich war und bin, als ich eine Zusage nach der anderen bekam.

Also freut Euch mit mir, auf eine kunterbunte Adventszeit, die so einiges an Überraschungen bereit halten und Euch diese wunderbare Zeit des Jahres hoffentlich noch schöner machen wird!

Schreib-Alltag: Es weihnachtet!

Die Supermärkte bieten den ganzen Weihnachtssüßkram ja bereits seit September an. Ich für meinen Teil kaufe so etwas grundsätzlich erst zum 1. Advent. Vorher kommt mir nichts weihnachtliches ins Haus oder in den Magen. Ich liebe es einfach, wenn über die Adventszeit so langsam die Weihnachtsstimmung wächst. Dazu sei gesagt: ich bin der größte Fan den Weihnachten jemals hatte!

Aber in diesem Jahr laufen meine Gedanken-Uhren ein wenig anders. Weihnachten werde ich tatsächlich mal „außerhäusig“ verbringen, was für mich eine gewisse Planung beinhaltet. Rechtzeitige Planung. Und so kam es automatisch, dass dieses Thema in der letzten Zeit für mich schon sehr präsent war.

Und falls Ihr Euch jetzt schon gefragt habt, was zum Teufel all das mit meinem schreiben und lesen zu tun hat – schließlich geht es auf diesem Blog darum – komme ich doch endlich mal zum Punkt!

Ich habe spontan beschlossen, mal wieder eine Weihnachtsgeschichte zu schreiben. All der Schnee, die Weihnachtsbäume, Wichtel, der Weihnachtsmann und was alles noch zu einer idyllischen Wohlfühl-Weihnachtsgeschichte gehört, will einfach erhört und geschrieben werden! Vielleicht auch als kleines Gegenstück zu dem Schreibkick Thema in diesem Monat: Verliebt, verlobt, ermordet.

Und nach all den Wochen in denen ich die meiste Zeit mit überarbeiten, recherchieren, planen verbracht habe, will ich SCHREIBEN!!!

Und was ist mit Heike und der Märchenadaption?

Heike wird im Moment zum einen gedanklich kompostiert (ich verdaue immer noch den unerwartet aufgetauchten Wendepunkt in der Geschichte), und zum anderen rücke ich ihr ganz nebenbei wie geplant mit der Schneeflöckchen-Methode auf die Pelle.

Die Märchenadaption hat eine erste grobe Überarbeitung hinter sich und befindet sich nun in den besten Testleser-Händen. Natürlich bin ich da auf eine erste Meinung sehr gespannt!

So, nun aber ab ins Weihnachtsland!!

Frohe Weihnachten!

Weihnachten

Markt und Straßen stehn verlassen
still erleuchtet jedes Haus DSC_0039
sinnend geh ich durch die Gassen
alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt
tausend Kindlein steh’n und schauen
sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld
hehres Glänzen, heil’ges Schauen
wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen
aus des Schnee’s Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen
Oh du gnadenreiche Zeit!

(Joseph von Eichendorff, 1788-1857)

Für mich ist Weihnachten auch nach 45 Lebensjahren immer noch etwas Besonderes. Schon die Adventszeit mit all ihren Lichtern und Gerüchen erwärmt mein Herz und lässt mich ganz tief in mir drin zur Ruhe kommen. Für mich ist diese Zeit keine Zeit der Hektik, sondern eine der Besinnung.

Ich weiß, dass um uns herum all die schlimmen Dinge weitergehen. Kein Krieg wird beendet, nur weil Weihnachten ist. Und vielleicht ist es einfach nur das Kind in mir, dass sich diesem Zauber in jedem Jahr erneut bereitwillig öffnet.

Ich wünsche Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest mit Euren ganz persönlichen magischen Momenten und wenn dann der letzte Tag des Jahres naht, dann habt einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches Neues Jahr.

Eine Weihnachtsgeschichte

Olga und die Weihnachtsmaus

von Nicole Vergin

„Hohoho…“, drang es piepsig an Olgas lange, weiche Ohren. Erstaunt hob die Hündin ihren Kopf. Da, genau vor ihrer Nase stand sie. Eine kleine Maus mit einer roten Mütze auf dem Kopf.

„Wer bist denn Du?“

„Ich bin die Weihnachtsmaus!“

„Aha…“ Vorsichtig schob Olga ihre Nase näher und schnüffelte.

„Hey, das kitzelt“, piepste die Maus und machte einen Satz zur Seite.

Irgendwie roch diese Maus anders, als alle die sie bisher gerochen hatte.

„Ist doch klar“, sagte die Maus.

„Was ist klar?“ Olga wurde es ein wenig unheimlich. Konnte dieses kleine Tier etwa Gedanken lesen?

„Na, das ich anders rieche. Schließlich bin ich die Weihnachtsmaus. Und wenn Du jetzt mal aufhören könntest, an mir herum zu schnüffeln, dann könnte ich dir Dein Geschenk geben.“

„Geschenk?“ Die Hündin wurde immer verwirrter. „Was denn für ein Geschenk?“

„MannMannMann“, schnaufte die Maus, schob einen winzig kleinen Jutesack von ihrer Schulter herunter und tippte mit der Pfote einmal drauf.

Puff, machte es und schon wuchs und wuchs der Sack bis er viel größer als die Hündin war.

„Huch“, machte Olga und sprang auf.

„Alles in Ordnung?“, fragte die Maus.

Olga schüttelte den Kopf. „Nein, nichts ist in Ordnung. In meinem Wohnzimmer ist eine kleine Maus, mit einer roten Mütze und einem Zaubersack. Da kann doch was nicht stimmen!“

DSC_0040Die Weihnachtsmaus schaute die Hündin von oben bis unten an und legte beruhigend ihre winzig kleine Pfote auf die große Hundepfote. „Aber Olga, es ist Weihnachten. Die Heilige Nacht. Da geschehen nun einmal solche magischen Dinge.“

„Aber ich habe so etwas noch nie erlebt!“ Olga winselte leise.

„Ja, ich weiß. Der Menschen Weihnachtsmann kommt jedes Jahr. Aber der für Tiere. Naja, wie soll ich sagen. Wir hinken da etwas mit unserer Organisation hinterher.“

Die Hündin mit dem kurzen braunen Fell riss die Augen weit auf. Menschen Weihnachtsmann? Organisation? Was wurde hier eigentlich gespielt?

„Also“, die Weihnachtsmaus reckte und streckte sich, um ein wenig größer zu wirken. „Dann wollen wir mal mit der Bescherung beginnen.“ Ein kurzes Räuspern. „Hohoho“, piepste sie ein weiteres Mal, schüttelte dann den Kopf. „Bitte entschuldige, eigentlich sollte Bruno der Bernhardiner zu Dir kommen. Aber wie gesagt – die Organisation.“ Sie hustete energisch, klopfte sich auf ihre winzig kleine Brust und setzte erneut an: „Hohoho! Warst Du denn auch immer artig in diesem Jahr, liebe Olga?“

„Öh“, machte Olga, und dann zögernd: „Nööö, naja, aber meist.“

Die Maus überlegte einen Moment. „Das reicht!“, beschloss sie, krabbelte in den riesigen Sack und zog beim heraus kommen einen Hundekuchen hinter sich her.

Mit einem Tock fiel er vor die Hündin, die die Augen gleich noch ein Stück weiter aufriss.

„Für mich?“, fragte sie verdattert, während ihr der Sabber bereits über die Lefzen lief.

„Natürlich“, nickte die Maus. Dann hob sie kurz ihre rote Mütze an und zog einen winzig kleinen Zettel hervor. „Entschuldige, aber ich bin mit dem Prozedere noch nicht so vertraut. Ich mache meine Prüfung erst im kommenden Jahr und bin bisher als Aushilfsweihnachtsmaus unterwegs.“

„Dafür machst Du das aber schon sehr gut“, versuchte Olga der Maus Mut zu machen.

„Wirklich?“, strahlte diese auch prompt.

Olga nickte.

„Ja, also dann“, sie las kurz auf dem Zettel nach, „dann wünsche ich Dir noch ein schönes Weihnachtsfest, liebe Olga und ein gesundes Neues Jahr.“

„Danke“, entgegnete die Hündin, „das wünsche ich Dir auch. Und vielen Dank für das tolle Geschenk.“

Die Weihnachtsmaus tippte erneut auf den Sack, der sofort wieder schrumpfte  und den sie sich gleich darauf wieder über die Schulter warf. „Nun muss ich mich aber beeilen“, sagte sie, „ich muss noch zu einem Elefanten und zu einer Giraffe.“

Mit diesen Worten stiegen winzig kleine Rauchwolken auf, es machte Puff und die Weihnachtsmaus war verschwunden.

Olga machte es sich auf dem Teppich bequem und begann an ihrem Hundekuchen herum zu nagen.

„Weihnachtsmaus“, murmelte sie vor sich hin und ihre Lefzen zogen sich dabei nach oben, ganz so als würde sie lächeln.

Weihnachtsanthologie

Das Cover der Anthologie

Dieses Jahr war ich bereits im Juli in Weihnachtsstimmung. Und das, wo ich normalerweise vor dem ersten Advent keinerlei Weihnachtsartikel anfasse geschweige denn kaufe. Aber diesmal ging es um eine gute Sache. Oliver Lehnert, ein Hobbyautor, hatte eine Ausschreibung auf seiner facebook Seite „Lesefeder“ gepostet. Er bat um Weihnachtsgeschichten für eine Anthologie, bei der die Autorenhonorare an die Nachsorgeklinik Tannheim gespendet werden sollten.

In dieser Klinik werden Kinder nach schweren Erkrankungen mit ihren Familien zur Nachsorge und Rehabilitation aufgenommen. „Der Patient heißt Familie“, so steht es auf der Website der Klinik. Eine wichtige Einrichtung, die man meiner Meinung nach unterstützen sollte.

Und so setzte ich mich dann im Sommer hin und schrieb meine Kurzgeschichte „Christmas Coolman“. Und natürlich war die Freude groß, als meine Geschichte in die Anthologie aufgenommen wurde. Ich hoffe, das sie vielen Kindern und auch Erwachsenen Freude macht und hoffentlich mit zu einem tollen Spendenergebnis beiträgt. Der Titel der Anthologie lautet passenderweise: „Und Wünsche gehen doch in Erfüllung“.

Bestellen kann man das Buch auf der Verlagsseite: https://www.epubli.de/shop/buch/Und-W%C3%BCnsche-gehen-doch-in-Erf%C3%BCllung-Oliver-Lehnert-Oliver-Lehnert-9783737519779/41981 und demnächst auch bei amazon, aber da wird der Erlös geringer sein.

Ich spende jedes Jahr für unterschiedliche Projekte – in diesem Jahr gehört die Nachsorgeklinik Tannheim dazu!